Anhebung ab 2020 Mindestlohn für Auszubildende soll kommen

Für Auszubildende soll künftig ein Mindestlohn gelten. Das hat Bildungsministerin Karliczek bestätigt. Azubis im ersten Lehrjahr sollen ab 2020 monatlich 515 Euro erhalten. Danach sind weitere stufenweise Anhebungen bis 2023 vorgesehen. Am Mittwoch entscheidet das Kabinett darüber. Arbeitgeber und FDP kritisierten die geplante Regelung als Eingriff in die Betriebs- und Tarifautonomie.

Für Auszubildende soll ab 2020 ein bundesweiter Mindestlohn gelten. Das sieht ein Gesetzentwurf von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek vor, den das Kabinett am Mittwoch beschließen soll. Das hat die CDU-Politikerin am Montag vor einer Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin bestätigt.

Stufenweise Anhebung ab 2020

Laut dem Entwurf für das Berufsbildungsgesetz, über den zuerst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet hatten, soll die Mindestausbildungsvergütung ab 2020 über vier Jahre schrittweise angehoben werden. Demnach sollen Azubis im ersten Ausbildungsjahr 2020 mindestens 515 Euro, 2021 mindestens 550 Euro, 2022 mindestens 585 und ab 2023 mindestens 620 Euro im Monat erhalten. Auch der Mindestsatz für Auszubildende im zweiten und dritten Lehrjahr soll demnach gestaffelt angehoben werden.

Geplante Anhebungen der Mindestausbildungsvergütung
Jahr 1. Ausbildungsjahr
2020 515 Euro
2021 550 Euro
2022 585 Euro
2023 620 Euro

Erstmals Untergrenze für Azubi-Vergütung

Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin
Karliczek soll ihren Gesetzentwurf am Mittwoch im Kabinett vorlegen. Bildrechte: dpa

Mit der Reform wird – analog zum gesetzlichen Mindestlohn – erstmals in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Bezahlung von Auszubildenden festgelegt. Die Höhe der Mindestausbildungsvergütung war dennoch bis zuletzt umstritten.

Karliczek würdigte die Neuregelung als wichtigen Beitrag zur Stärkung der Aus- und Weiterbildung, mit der man "die Leistung, die die jungen Menschen in den Betrieben erbringen, wertschätzen und anerkennen" wolle. Auf der anderen Seite wolle man aber auch "weiter die hohe Dynamik in den Betrieben erhalten, gute und hochwertige Ausbildung anzubieten".

Auszubildende verdienen Anerkennung, hierfür setzen wir mit der Mindestvergütung ein Signal.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung

Kritik von Arbeitgebern und FDP

Die Bundesbildungsministerin hatte deshalb auch entsprechende Zugeständnisse an die Arbeitgeber gemacht. So sollen sich Unternehmen und Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen auch auf niedrigere Sätze einigen können.

Der Auszubildende Alexander Mathes arbeitetin Nürnberg (Bayern) in einer Autowerkstatt an einem Fahrzeug.
Auszubildende in der Automobilindustrie gehören bislang zu den besser bezahlten Azubis. Bildrechte: dpa

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bezeichnete die geplante Mindestausbildungsvergütung als "schweren Eingriff in die gelebte Betriebs- und Tarifautonomie". Vor allem kleine Handwerksbetriebe in strukturschwachen Regionen würden dadurch in besonderem Maße belastet, erklärte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

Die FDP kritisierte, die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung entmachte die Tarifparteien, die bisher branchen- und regionenspezifische Besonderheiten berücksichtigt hätten.

Vor allem ostdeutsche Azubis profitieren

Von der Neuregelung dürften vor allem Auszubildende in Betrieben ohne Tarifbindung und in kleinen Betrieben in Ostdeutschland profitieren. Laut Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung erhalten etwa in Ostdeutschland Fleischerlehrlinge im ersten Ausbildungsjahr monatlich 310 Euro, Friseure 325 Euro und Schornsteinfeger 450 Euro.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2019, 13:28 Uhr

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16 Kommentare

13.05.2019 22:40 Peter 16

@15: Mein lieber Harzer, es gibt ein Sprichwort: Wer austeilt, muss auch einstecken können.
Ich teile oft aus, muss aber genauso oft einstecken. Fragen Sie REXt.
Darüber werde ich mich nicht beschweren.
Und ich darf Ihnen sagen: Ich habe nichts gegen die Millionen Bürger, welche "diese Partei" gewählt haben. Ich habe nur etwas gegen die Funktionäre dieser Partei, welche die Menschen dieses Landes gegeneinander aufhetzen und ein Deutschland wollen, das ich nicht will.
Als studierter Historiker weiss ich: Zweimal sind die Deutschen auf solche Rattenfänger hereingefallen. Ich kämpfe dafür, dass uns ein drittes Mal erspart bleibt.

13.05.2019 21:36 Harzer 15

@14 Peter; Ich finde es nicht in Ordnung,wie Sie als Oberlehrer Sonja beleidigen!
Bitte ; wieso belehren Sie die User (Rext) wegen ihrer politischen Meinung? Diese Partei wurde von mehreren
Millionen Bürger gewählt ! Warum wählen die Bürger diese Partei, weil sie von den Allparteien bedient sind.

13.05.2019 20:49 Peter 14

@Sonja: Ich habe nichts dagegen, wenn Wutbürger auf Gott und die Welt schimpfen.
Allerdings denke ich, das sollte in einem verständlichem Deutsch geschehen. Das wird von einer zugereisten Menschengruppe mitunter auch verlangt.

13.05.2019 20:43 heribert54 13

Frage: Soll kommen oder wird kommen?

13.05.2019 20:14 Wessi 12

@ 8 Watt quatscht Du für dummes Zeug!DerPräsident des ARBEITGEBERVERBANDES hat in Kooperation mit den Gewerkschaften diese Lohnhöhe ausgehandelt+hält sie für richtig.Nur weil Du völlig uninformiert bist wird es auch nicht wahrer.Hauptsache rumpupen, was?!Wer das nicht will kann Tarifverträge versuchen auszuhandeln bei denen die Vergütungen niedriger sein dürfen.Ach ja, dazu sollte man aus einer starken Position heruas handeln.Eben aus einem Arbeitgeberverband.

13.05.2019 20:06 Peter 11

@1: Sie jammern uns permanent vor, wie schlecht es Ihnen persönlich geht.
Und jetzt gönnen Sie den jungen Leuten nicht mal eine Lohnuntergrenze.
Unglaublich!

13.05.2019 19:10 Harzer 10

Mein Lehrlingsgeld war 1961 60 Mark,halbjährig 5 Mark steigend.
Ich finde es nicht gut ,wenn die Politik bei den Arbeigebern
sich einmischt!
Meine Frau hatte als gelernte Backwarenverkäuferin 5,5o Stundenlohn Euro Gehalt,dem entsprechend Ihre Rente,ist das normal?

13.05.2019 18:26 Marcel 9

Ich finde diese Vorgehensweise Super, vor allem für meine Tochter. Ihr Lohn im 1. Ausbildungsjahr beträgt aktuell um die 154€. Damit kann man keinen Auszubildenden locken.

13.05.2019 17:18 Sonja 8

Sachsen-Anh. hat doch nunmehr dies bereits Abgelehnt war von vornherein klar eigentlich diese Bildungsm. hat so und so von nichts Ahnung
die quatscht nur dummes Zeug daher, die anderen Länder werden das gleiche tun es ist kein Geld da und der Arbeitsg. will das nicht, die sollte einer ordentlichen Arbeit nach gehen.

13.05.2019 14:56 Fragender Rentner 7

Was sind das nur für AG die den Azubis jetzt noch weniger zahlen?

Welcher Partei werden sie wohl angehören oder ihr nahe stehen?