Symbolbild: Miniaturfiguren stehen neben Euromünzen und einem Fünf-Euro-Geldschein
Der Mindestlohn reicht auch nach Ansicht der Bundesregierung nicht aus, um Geringverdienern eine auskömmliche Rente zu ermöglichen. Bildrechte: dpa

Berechnung der Bundesregierung Mindestlohn müsste auf 12,63 Euro steigen

Wie viel Geld müssten Geringverdiener bekommen, um im Alter nicht von Grundsicherung abhängig zu sein? Die Bundesregierung hat es ausgerechnet: Der aktuelle Mindestlohn reicht bei Weitem nicht. Gibt es bald mehr Geld?

Symbolbild: Miniaturfiguren stehen neben Euromünzen und einem Fünf-Euro-Geldschein
Der Mindestlohn reicht auch nach Ansicht der Bundesregierung nicht aus, um Geringverdienern eine auskömmliche Rente zu ermöglichen. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung hat ausgerechnet, wie hoch der Mindestlohn sein müsste, damit die Betroffenen im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung bekommen. Das Ergebnis: Statt derzeit 8,84 Euro in der Stunde müssten mindestens 12,63 Euro gezahlt werden.

Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, aus der die "Rheinische Post" zitiert.

Demnach benötigen Empfänger der Grundsicherung im Alter derzeit 814 Euro brutto im Monat - jedenfalls dann, wenn sie nicht in Pflegeheimen leben. In dem Schreiben des Ministeriums heißt es dem Bericht zufolge: "Um dies bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden über 45 Jahre versicherungspflichtiger Beschäftigung hinweg zu erreichen, wäre aktuell rechnerisch ein Stundenlohn von 12,63 Euro erforderlich."

Linke fordert Anhebung von Mindestlohn

Allerdings notierte das Ministerium weiter: Die Berechnung vernachlässige eine zusätzliche Altersvorsorge, mit der eine deutlich höhere Rente im Alter erzielt werden könne.

Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag, sieht die Antwort des Ministeriums als Bestätigung für die Forderung ihrer Partei. "Der gesetzliche Mindestlohn ist ein Armutslohn und macht Menschen zu Sozialfällen", sagte Ferschl der "Rheinischen Post". Der Mindestlohn müsse unverzüglich auf zwölf Euro angehoben werden.

Bisherige Planung für 2019: Anhebung auf 9,19 Euro

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will sich nach Worten seines Vorsitzenden Reiner Hoffmann für eine "spürbare Erhöhung" des Mindestlohns stark machen. Dies sagte Hoffmann der "Saarbrücker Zeitung". Die Wirtschaftslage sei gut, "also muss es auch einen ordentlichen Zuschlag geben".

Bei der nächsten Sitzung der von der Regierung eingesetzten Mindestlohnkommission im Juni wollten sich die Gewerkschaften dafür stark machen, so Hoffmann. Bisherige Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gehen von einer Erhöhung von aktuell 8,84 Euro auf 9,19 Euro im nächsten Jahr aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Mai 2018 | 03:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2018, 10:13 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

42 Kommentare

14.05.2018 09:30 Lilly 42

@Peter 38
"ansonsten wird im öffentlichen Dienst ganz ordentlich bezahlt."

ich verstehe gar nicht was sie eigentlich damit wollen wenn sie hier Gehaltstabellen abtippen.

Entscheidend ist doch welche Gehaltsstufe/Gruppe die jeweilige öffentliche Stelle den jeweiligen Mitarbeitern auszahlt.

"- Maximal: E15Ü Brutto 7.028,80 €"
und wenn da eine E25 mit 1 Mio stehen würde, was hat das zu bedeuten?

der öffentliche Dienst bezahlt weniger wie die Wirtschaft und deshalb laufen denen die Mitbarteiter davon.

14.05.2018 08:52 Ekkehard Kohfeld { grüner Ziegelstein,MDR Donald [ (X) Notorischer Lügner ] } 41

@Bullrich 40 Einen Fakt vergessen hier ganz viele. Sollte der Mindestlohn auf über 12 Euro steigen, was ich grundsätzlich begrüßen würde, werden viele Dienstleistungen und Produkte (Bäcker, Fleischer, Friseur u.ä.) deutlich teurer werden. Dies wird bei einigen wieder zu deutlichen Unmut führen.##Auch sie wie Peter (Klauspeterwessi) haben den Wirtschaftskreislauf und den Binnenmarkt nicht verstanden nur wenn der Großteil der Bevölkerung genügend Geld hat kann der auch etwas teurere Produkte kaufen sonst funktioniert das nicht und zudem sollt man auch gutes Geld für gute Arbeit bekommen.Und in Firmen in denen das so ist ist die Qualität der Produkte und die Motivation gute Arbeit (wenig Ausschuss,mehr Gewinn) abzuliefern wesentlich höher.Und das passt da bestimmt nicht zu"Vermögensschock: Die Deutschen sind die armen Würstchen der EU"Weiterlesen auf stern.de

14.05.2018 08:29 Ullrich 40

Einen Fakt vergessen hier ganz viele. Sollte der Mindestlohn auf über 12 Euro steigen, was ich grundsätzlich begrüßen würde, werden viele Dienstleistungen und Produkte (Bäcker, Fleischer, Friseur u.ä.) deutlich teurer werden. Dies wird bei einigen wieder zu deutlichen Unmut führen.

14.05.2018 00:51 MD 39

13.05.201820:27 Peter
36,
Was sind Sie denn für ein Schlaumeier? Merken Sie eigentlich noch was Sie da für Blödsinn schreiben?Bezahlt wird es letztendlich von den arbeitenden und steuerzahlenden Menschen (Hartz IV) und den Verbrauchern (Mindestlohn).
Ich zweifle daran, ob beide Gruppen ohne weiteres bereit sind, höhere Belastungen zu tragen. Das ist Blödsinn erster Kajüte. Hartzer zahlen keine Steuern, und Mindestlöhner sind Verbraucher, und was ist der Rest der Menschen, oder zahlen Mindestlöhner keine Steuern Sie Witzbold.

13.05.2018 22:20 Peter 38

@37 Lisa: "sie erliegen da wieder irgendwelchen Klischees, der öffentliche Dienst bezahlt so schlecht, das er Probleme hat Fachkräfte zu bekommen."
Tja, das mag in bestimmten Bereichen stimmen, ansonsten wird im öffentlichen Dienst ganz ordentlich bezahlt.
Auszug aus den Gehaltstabellen:
- Minimal: E1 Brutto 1.756,17 €
- Durchschnitt: E9 Brutto: 3.099,71 €
- Maximal: E15Ü Brutto 7.028,80 €
Keine Fake News! Fakten!
Haben Sie andere? Ich meine Fakten.

13.05.2018 20:44 Lisa 37

@Peter 35
" ... ganz abgesehen vom Öffentlichen Dienst verdienen überdurchschnittlich, ..."

sie erliegen da wieder irgendwelchen Klischees, der öffentliche Dienst bezahlt so schlecht, das er Probleme hat Fachkräfte zu bekommen. Insbesondere auf dem Gebiet der der IT, im Umweltamt, ....

sehen sie, sie schreiben schon wieder Fake-News

13.05.2018 20:27 Peter 36

@30 Lisa: Quelle Statistisches Bundesamt: Bruttoverdineste 2017 + 2,5%, Reallöhne (d.h. abzüglich Inflation) + 0,8%
Meine Liebe, die können rechnen, besser als Sie und ich.
@29 MD: Der kleine Mann sind also Hartz IV Empfänger und Menschen, die Mindestlohn erhalten. Für beide Gruppen werden die Sätze regelmäßig erhöht. Die Erhöhungen orientieren sich an den durchschnittlichen Lohnerhöhungen, genauso wie bei den Renten. Man kann darüber streiten, ob das genug ist. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass es auch bezahlt werden muss. Bezahlt wird es letztendlich von den arbeitenden und steuerzahlenden Menschen (Hartz IV) und den Verbrauchern (Mindestlohn).
Ich zweifle daran, ob beide Gruppen ohne weiteres bereit sind, höhere Belastungen zu tragen.

13.05.2018 19:44 Peter 35

@27 Rentner: Mal was Grundsächliches: Eine Firma, die keinen Gewinn macht, geht unter. Muss Insolvenz anmelden. Die Arbeitsplätze sind damit auch futsch.
Und die Firmen, von denen Sie reden, zahlen Löhne, die weit über dem Durchschnitt liegen. Die Arbeitmehmer von, ich rede mal nur von denen, die in Leipzig ansässig sind, BMW, Porsche, DHL, ganz abgesehen vom Öffentlichen Dienst verdienen überdurchschnittlich, haben aufgrund der letzten Tarifabschlüsse wesentlich mehr in der Tasche.

13.05.2018 18:12 Steinbock 34

Der Mindestlohn stellt des absolut untere Lohnniveau fuer gewerbliche Taetigkeit dar. Er sollte in dieser Form deshalb auch nur fuer Anlern- und/oder Hilfsarbeitertaetighkeiten gelten. Schon aus Gruenden des Leistungsprinzips und im Hinblick auf riesige tarifvertragsfreie Zonen sollte fuer alle Jobs mit abzuschliessender Berufsausbildung ein Mindeslohn II festgelegt werden, der 50% ueber Mindestlohn I liegt. Das waeren dann bei 9Euro, 13,50.... Das wuerde auf jeden Fall mehr Lohngerechtigkeit bringen

13.05.2018 18:09 Frank 33

Die Tarifautonomie ist im GG festgeschrieben. Nun ihr Etablierten, ihr müsstet das ändern. Auf geht es. Wer wagt sich? Wetten, keiner.