Stephan E., Tatverdächtiger im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, wird von einem Hubschrauber zum Bundesgerichtshof (BGH) zu einem Ermittlungsrichter gebracht.
Der Tatverdächtige im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten. Bildrechte: dpa

Neue Ermittlung Weiterer Tatverdacht gegen Mordverdächtigen im Fall Lübcke

Die Polizei hat am Donnerstag erneut die Wohnung des Tatverdächtigen im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke durchsucht. Dabei geht es um Ermittlungen in einem Fall, der vor drei Jahren geschah.

Stephan E., Tatverdächtiger im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, wird von einem Hubschrauber zum Bundesgerichtshof (BGH) zu einem Ermittlungsrichter gebracht.
Der Tatverdächtige im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten. Bildrechte: dpa

Gegen den mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gibt es einen weiteren Verdacht. Wie die Staatsanwaltschaft Kassel mitteilte, wird gegen Stephan E. auch wegen versuchten Totschlags gegen einen Asylbewerber ermittelt. Polizisten hätten deshalb sein Haus am Donnerstag ein weiteres Mal durchsucht und mögliche Beweismittel sichergestellt.

Ungeklärter Angriff auf Iraker

Bei dem bisher ungeklärten Fall vom Januar 2016 war in Kassel ein Iraker von einem Radfahrer mit einem Messer angegriffen worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der Täter habe das Opfer von hinten in die linke Schulter gestochen und dann seine Fahrt fortgesetzt. Nunmehr hätten sich Anhaltspunkte ergeben, dass der Mordverdächtige diese Tat in seinem Wohnort begangen haben könnte.

Jugendhaft wegen Anschlag

Nach Angaben des hessischen Innenministeriums war Stephan E. wegen eines versuchten Sprengstoffanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft 1995 bereits zu sechs Jahren Jugendhaft verurteilt worden.

E. wird verdächtigt, im Juni den CDU-Politiker Walter Lübcke auf dessen Grundstück erschossen zu haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-Jährige hatte die Tat zunächst gestanden, das Geständnis aber später nach Angaben seines Anwaltes widerrufen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juli 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2019, 17:10 Uhr