Nach Brand in Flüchtlingslager Mehrere Bundesländer wollen Menschen aus Moria aufnehmen

Nach dem Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria bieten mehrere Bundesländer an, Menschen aus Moria aufzunehmen. Auch Thüringen und Sachsen sind dabei. Damit wächst der Druck auf die Bundesregierung, aber auch auf die EU.

Migranten mit Mundschutzen gehen zwischen zerstörten Unterkünften und Trümmern im Flüchtlingslager Moria, nachdem ein Groߟbrand das Lager nahezu vollständig zerstört hat.
Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist nach einem Brand weitgehend zerstört. Im Lager waren zuletzt knapp 13.000 Menschen untergebracht, 10.000 mehr als ursprünglich geplant. Bildrechte: dpa

Mehrere Bundesländer haben sich bereit erklärt, Menschen aus dem nach einem Brand zerstörten Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen. Sie forderten die Bundesregierung auf, einer Aufnahme von Flüchtlingen auf Länderebene zuzustimmen.

Auch Thüringen und Sachsen dabei

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte dem "Spiegel", sein Land sei sofort bereit Geflüchtete aus Moria aufzunehmen. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD)  forderte verbindliche Zusagen der Bundesregierung für die Aufnahme von Menschen aus dem Lager. Der Bund müsse das Aufnahmekontingent erhöhen.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte, sein Land habe schon vor geraumer Zeit angeboten, eine größere Zahl von Geflüchteten aus Moria aufzunehmen. Auch Brandenburg ist zur Aufnahme von Geflüchteten aus Moria bereit. Integrationsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) rief die Bundesregierung auf, den Weg freizumachen, dass sich Deutschland an der Evakuierung des Flüchtlingslagers beteiligen könne.

Berlin setzt auf europäische Lösung

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte an, Griechenland bei der Bewältigung der Krise helfen zu wollen. Wie das konkret aussehen wird, soll die griechische Regierung entscheiden. Ministeriumssprecher Steve Alter sagte, jetzt sei erstmal Hilfe vor Ort nötig. Zunächst müssten die Menschen in Moria wieder ein Dach über dem Kopf bekommen.

Finanzminister Olaf Scholz  erklärte, Deutschland und Europa müssten schnell helfen. Außenminister Heiko Maas (beide SPD) sagte: "Dazu gehört auch die Verteilung von Geflüchteten unter Aufnahmewilligen in der EU." Frankreich erklärte sich dazu bereit.

Demos für Evakuierung griechischer Lager

Deutschlandweit sind in den nächsten Tagen in 40 Städten Demonstrationen für die Evakuierung aller Lager auf den griechischen Inseln geplant. Unter dem Motto "Evakuiert die Lager - Wir haben Platz"  ruft die Organisation "Seebrücke" zu Protesten auf.

Die Zeit zu warten ist vorbei. Die 13.000 Menschen, die ihr letztes Dach über dem Kopf verloren haben, müssen sofort aufgenommen werden.“  Eine europäische Lösung sei nicht in Sicht, daher müssten einzelne Staaten vorangehen.

Initiative "Seebrücke"

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. September 2020 | 18:00 Uhr

159 Kommentare

SZ Rentner vor 6 Wochen

Ich kann nur empfehlen sich über Moria unabhängig zu informieren was abgegangen ist und was noch abgeht rund um Moria solche Leute möchte ich nicht im Land haben .

MDR-Team vor 6 Wochen

Ihre Aussage ist falsch. Sie entspricht nicht der Wahrheit.

Polen, Ungarn und Tschechien haben mit ihrer Flüchtlingspolitik gegen geltendes EU-Recht verstoßen, hat der EuGH im April geurteilt.

https://www.tagesschau.de/ausland/gerichtsurteil-fluechtlingskrise-101.html

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jochen1 vor 6 Wochen

Polen und auch Ungarn halten sich an aktuell geltendes Recht.
Was man von gewissen westlichen Staatsgebilden kaum behaupten kann.

Kennen Sie den Spruch - Was nicht passt wird passend gemacht-

Oder - Was nicht gefällt wird gebogen bis es passt.