Luftaufnahme Flughafen Leipzig Halle
Die Konferenz findet auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle statt. Bildrechte: IMAGO

Nationale Luftfahrtkonferenz Leipziger Statement zur Zukunft des Luftverkehrs

Am Mittwoch findet zum ersten Mal die Nationale Luftfahrtkonferenz statt – und zwar am Flughafen Leipzig/Halle. Hochkarätig besetzt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verkehrsminister Andreas Scheuer und Wirtschaftsminister Peter Altmaier wird über die Zukunft der Branche beraten. Besonders im Hinblick auf Arbeitsplätze und Klimawandel. Es soll ein regelmäßiges Treffen von Politik und Wirtschaft werden, immer im Wechsel mit der Luftfahrtmesse ILA.

von Vera Wolfskämpf, Hauptstadtkorrespondentin MDR AKTUELL

Luftaufnahme Flughafen Leipzig Halle
Die Konferenz findet auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle statt. Bildrechte: IMAGO

Nach Leipzig kommen am Mittwoch alle, die Rang und Namen haben in der Luftfahrt – ob aus der Industrie, Wissenschaft oder von den Gewerkschaften. Die Politik habe viel mit ihnen zu bereden, sagt Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt.

Allein in der Produktion von Flugzeugen gebe es über 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Wenn man alles mit Flughäfen und Fluggesellschaften dazu nehme, seien es knapp eine Million – ein sehr großer Jobmotor. "Auf der anderen Seite stellen sich viele die Frage, wie geht es mit dem Klimaschutz weiter, was ist mit Lärmemissionen. Solche Fragen werden natürlich auch diskutiert", erzählt Jarzombek.

SPD sieht Potenzial in der Luftfahrt für Sachsen

Für den CDU-Politiker ist Leipzig ein guter Ort für das erste Treffen, nicht zuletzt wegen des DHL-Drehkreuzes. Auch die Flugzeugproduktion soll wachsen. Gerade erst hat ein US-Konzern angekündigt, in Leipzig bald Passagierflugzeuge des Typs Dornier 328 zu bauen.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig freut sich über die Aufmerksamkeit. Der SPD-Politiker sieht in der Luftfahrt Potenzial für Sachsen. Es seien aber nachhaltige Ideen mit Blick auf den Klimawandel nötig.

Der sächsische Wirtschaftsminister verweist auf das Institut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Dresden, ein weiteres werde folgen: "Dort haben wir in Sachsen ein Knowhow, wir haben hier Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind."

Martin Dulig, Wirtschaftsminister Sachsen
Martin Dulig (SPD) Bildrechte: Jacob Müller

Also wird vielleicht die nächste Innovation für die Luft- und Raumfahrttechnik, wenn es darum geht CO2-geminderte Luftfahrt zu realisieren, aus Sachsen kommen.

Martin Dulig, Wirtschaftsminister Sachsen

Grüne wollen innerdeutschen Luftverkehr minimieren

Die Grünen finden es falsch, für die Luftfahrt einfach weiterhin Wachstum vorauszusetzen. Die Branche müsse zum Klimaschutz beitragen – und innerdeutsche Flüge sollten langfristig verzichtbar sein.

Da fehle eine echte Strategie der Bundesregierung, kritisiert Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter: "Erstens, schneller Ausbau der Bahn. Zweitens, Beendigung der Subventionierung – da könnten wir die Kerosinsteuer einführen auf nationaler Ebene." Außerdem müsse man als Drittes mehr dafür tun, dass es alternative Kraftstoffe aus regenerativen Energien auch im Flugverkehr gebe.

Ziel ist bundesweite Luftfahrtstrategie

Den Schienenausbau findet auch der Luftfahrtbeauftragte Thomas Jarzombek wichtig. Jedoch brauche es für weite Strecken und schnellen Transport weiter den Flugverkehr. Das Bundeswirtschaftsministerium fördere daher Forschung und Entwicklung, für leichtere Flugzeuge und alternative Antriebe, erklärt Jarzombek:

Wir haben das ökoeffiziente Fliegen seit Jahren in unseren Förderprogrammen. Und seit letztem Jahr haben wir das Thema elektrisches und hybridelektrisches Fliegen herausgestellt.

Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt

Zudem müsse bei der Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen mehr passieren.

Über die Pläne dafür können sich Politik, Industrie und Wissenschaft am Mittwoch austauschen. Zum Abschluss wollen sie ein "Leipziger Statement zur Zukunft des Luftverkehrs" vorlegen. Das soll nur der Auftakt sein, um die Luftfahrtstrategie der Bundesregierung zu überarbeiten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. August 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 05:00 Uhr

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4 Kommentare

22.08.2019 07:29 frank d 4

Grünes Fliegen? Sofort alles ganz dolle teuer machen und grünes Fliegen ist gar nicht fliegen. Oder gibt es da bedenken? Das Klima die Apokalypse droht. Oder doch nicht oder geht das fliegen nur deshalb, weil die schönen grünen so viel umherdüsen?

21.08.2019 09:27 pkeszler 3

"Hochkarätig besetzt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verkehrsminister Andreas Scheuer und Wirtschaftsminister Peter Altmaier wird über die Zukunft der Branche beraten"
Da sind die Leute angereist, die am wenigsten vom Luftverkehr Ahnung haben, während die Grünen sich klar für die Edeutschen Luftverkehrs ausgesprochen habeninschränkung des innerdeutschen Luftverkehrs ausgesprochen haben. Für ein flächenmäßig relativ kleines Land, wie Deutschland, würde diese Einschränkung auch bei den Politikern nur zur Verbesserung unserer Umwelt beitragen. Und für Urlaubsreisen reicht es, wenn man im Jahr einmal mit dem Flugzeug reist.

21.08.2019 08:03 Lisa 2

Ich hoffe da sind auch Vertreter von den freitags Demos mit dabei.

Denn an den Kindern geht in fragen des Klimaschutzes kein Weg vorbei!

21.08.2019 07:46 Lilly 1

"Grüne wollen innerdeutschen Luftverkehr minimieren"

dazu habe ich folgende Schlagzeilen gefunden.

"Darüber hinaus sei die Arbeitswelt so organisiert, dass in vielen Berufsfeldern Flüge aus dienstlichen Gründen erwartet würden, sagte Habeck."

und noch besser ist diese,

"Grüne Bundestagsabgeordnete treten die meisten Flugreisen an"