Medienbericht Jeder Dritte im Osten erhält trotz Vollzeitjob nur Niedriglohn

Laut einem Medienbericht arbeiten in Ostdeutschland über eine Million Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnsektor – fast ein Drittel der Arbeitnehmer. Im Westen ist die Quote weitaus geringer.

Im Osten arbeitet rund ein Drittel der Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnsektor. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" vorliegt. Demnach sind trotz geringer Arbeitslosenzahlen mehr als 1,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland zu Niedriglöhnen angestellt – das entspricht einem Anteil von 32,1 Prozent.

Die Zahlen im Westen weichen davon stark ab: Dort sind 16,5 Prozent der Vollzeitbeschäftigten (knapp 2,9 Millionen Menschen) im Niedriglohnsektor angestellt, bundesweit liegt der Durchschnitt bei 19,3 Prozent. Als Niedriglohnschwelle gilt ein monatliches Bruttogehalt von 2.203 Euro, das sind zweit Drittel des mittleren monatlichen Bruttoentgelts.

Hohe Niedriglohnquote in Mitteldeutschland

Laut dem Bericht unterscheiden sich die Zahlen auch in den einzelnen Bundesländern deutlich: In Thüringen arbeiten 35,2 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnsektor, in Sachsen 35,1 Prozent und in Sachsen-Anhalt 34,6 Prozent. In Nordrhein-Westfalen etwa liegt der Wert hingegen bei 17,1 Prozent, in Berlin bei 21,5 Prozent.

Insgesamt sind besonders Frauen und junge Arbeitnehmer unter 25 Jahren betroffen. Susanne Ferschl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, sagte angesichts der Zahlen gegenüber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland": "Die Bundesregierung lässt die Menschen in ihrer Not allein und hält an ihrer verfehlten Arbeitsmarktpolitik fest." Die große Verbreitung von Niedriglöhnen führte sie auch auf Hartz IV zurück.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Dezember 2018 | 06:20 Uhr