Corona-Krise Kitas sollen in vier Stufen wiedereröffnet werden

Nach den Schulen gibt es nun auch einen groben Fahrplan zur Wiedereröffnung der Kitas. Die Familienminister von Bund und Ländern haben sich auf ein Vorgehen in vier Stufen verständigt. Zunächst soll flächendeckend die Notbetreuung ausgeweitet werden.

Bobby-Cars, andere Spielautos und Gefährte für Kinder liegen angeschlossen vor einer Kita
Nach dem Willen der Familienminister soll Betreuung von Kindern in Kitas langsam wieder in den regulären Betrieb überführt werden. Bildrechte: dpa

Die Familienminister von Bund und Ländern haben sich auf einen Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung in vier Stufen verständigt. Das teilte das Ministerium von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Dienstagabend mit.

Die vier Phasen umfassen demnach:

  • die aktuelle Notbetreuung
  • eine erweiterte Notbetreuung
  • einen eingeschränkten Regelbetrieb
  • die Rückkehr zum Normalbetrieb.

Zwischen den einzelnen Stufen sollen nach dem Willen der Minister jeweils mindestens zwei Wochen liegen. In dieser Zeit solle das Infektionsgeschehen beobachtet werden, bis ein neuer Schritt gegangen werde. Die Öffnung soll von "breit angelegten Studien" begleitet werden, die nicht nur medizinische, sondern auch soziale Fragen in den Blick nehmen. Giffeys Ministerium will damit das Robert Koch-Institut und das Deutsche Jugendinstitut beauftragen.

Erste Beratungen mit Merkel am Donnerstag

Der Beschluss soll in die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag einfließen. Weitreichende Entscheidungen werden bei dem Gespräch aber nicht erwartet, sondern erst in einer weiteren Runde am 6. Mai. Die finalen Entscheidungen über konkrete Termine liegen bei den einzelnen Bundesländern und Kommunen.

Die Minister schlagen zudem vor, die Öffnung von Spielplätzen zu überprüfen und die Erlaubnis "familiärer Betreuungsformen" in Betracht zu ziehen, um Kindern soziale Kontakte zu ermöglichen und ihre Eltern zu entlasten.

Das gilt momentan

Bisher war nach Absprachen von Bund und Ländern nur die Notbetreuung ausgeweitet worden. Für die mitteldeutschen Länder gilt derzeit:

Sachsen

Die Notbetreuung gilt mittlerweile auch für Eltern, die in folgenden Bereichen arbeiten:

  • Verkaufspersonal im Einzelhandel
  • Handwerker
  • Tierpfleger
  • Bestattungswesen


Darüber hinaus dürfen Eltern ihre Kinder auch in die Notbetreuung geben, wenn einer der Elternteile etwa im Polizeidienst oder im Gesundheitswesen tätig ist. Ausführliche Informationen gibt es auf der FAQ-Seite des Landes Sachsen.

Sachsen-Anhalt

Der Anspruch auf eine Notbetreuung besteht bereits, sofern ein Elternteil der Familie in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Zusätzlich wurde die Notbetreuung erweitert und gilt jetzt unter anderem auch für Eltern, die in folgenden Berufen arbeiten: Verkäufer und Lehrer.

Ausführliche Informationen gibt es auf der Seite des Landes Sachsen-Anhalt.

Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. April 2020 | 07:00 Uhr