Männer installieren eine Solaranlage.
Solarstrom und die Energiequelle Wind decken mittlerweile 42,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Bildrechte: colourbox

Erneuerbare Energien Ökostrom-Anteil steigt auf Rekordwert

Erneuerbare Energiequellen aus Wind oder Sonne haben in Deutschland die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle abgehängt. Der Ausbau der Windkraft stagniert jedoch weiterhin.

Männer installieren eine Solaranlage.
Solarstrom und die Energiequelle Wind decken mittlerweile 42,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Bildrechte: colourbox

Der Ökostrom-Anteil in Deutschland ist in den ersten neun Monaten diesen Jahres auf einen Rekordwert gestiegen. Das geht aus einer ersten Auswertung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor. Demnach wurden in den ersten drei Quartalen 183 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonne, Wind und anderen erneuerbaren Quellen gewonnen – mit Braun- und Steinkohle wurden 125 Milliarden Kilowattstunden erzeugt.

Erneuerbare Energien fast 50 Prozent über Kohlestrom

Die Erneuerbaren Energien haben somit den Kohlestrom abgehängt. Bislang wurden in 2019 laut BDEW und ZSW 42,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland von erneuerbaren Energien aus Wind oder Sonne gedeckt. Das ist ein Anstieg von fast fünf Prozentpunkten zum Vorjahreszeitraum. Besonders ertragreich war der März diesen Jahres: Hier erreichten die erneuerbaren Energien wegen des starken Windaufkommens sogar einen Anteil von 52 Prozent.

Trotz Rekordwert: Ausbau von Windkraft stockt

Eigentlich soll dieser Anteil bis 2030 auf 65 Prozent steigen – so lautet das Ziel der Bundesregierung. Doch trotz der aktuellen Rekordzahlen lahmt der Ausbau der Windkraft. Hauptgründe sind lange Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und viele Klagen.

Windräder einer Windkraftanlage sind in der Nähe von Magdeburg hinter einem blühenden Rapsfeld zu sehen
Trotz Rekordanteil von Ökostrom stagniert der Ausbau der Windkraft, sagt BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Bildrechte: dpa

Der BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer spricht hinsichtlich des Ausbaus von Windkraft von einer dramatischen Situation: "Aufgrund fehlender Flächen und immer restriktiverer Abstandsregelungen rutschen wir in eine regelrechte Rezession. Wenn die Politik nicht endlich die Bremsen für den Ausbau der Windanlagen lockert, werden wir das 65 Prozent-Ziel krachend verfehlen." Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, forderte einen schnelleren Zubau der Photovoltaik.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Oktober 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2019, 10:23 Uhr