Techniker arbeiten an einem Sendemast für das Mobilfunknetz.
Mit der Versteigerung der 5G-Frequenzen sind auch die Risiken durch die Sendemasten wieder im Gespräch. Bildrechte: dpa

Gesundheitliche Risiken Bundesamt sieht Forschungsbedarf bei Mobilfunk

Zum Auftakt der Versteigerung der 5G-Frequenzen hat das Bundesamt für Strahlenschutz weiteren Forschungsbedarf angekündigt. Dabei geht es um die Auswirkungen von höheren Strahlungsfrequenzen (26 GHz und mehr) aber auch darum, ob die Strahlenbelastung durch mehr 5G-Sendestationen steigt. Dabei gibt es einen interessanten Effekt: Je näher eine Station, desto niedriger die Belastung durch das körpernahe Handy.

Techniker arbeiten an einem Sendemast für das Mobilfunknetz.
Mit der Versteigerung der 5G-Frequenzen sind auch die Risiken durch die Sendemasten wieder im Gespräch. Bildrechte: dpa

Welche gesundheitlichen Folgen sind bislang durch Mobilfunk nachgewiesen?

Innerhalb der gültigen Grenzwerte für Mobilfunkanlagen liegen dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) keine Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung des Mobilfunks vor. Nachgewiesen sei bisher als einzige Wirkung, dass die Strahlung die Körpertemperatur erhöhe, erklärte eine Sprecherin des BfS auf Anfrage von MDR AKTUELL. Diese führe aber erst jenseits der Grenzwerte zur Störung der Wärmeregulierung des Körpers.

Was soll im 5G-Bereich geklärt werden?

Das BfS will im laufenden Jahr eigene Forschungsvorhaben zum Thema 5G anschieben. Der Sprecherin zufolge steht zwar fest, dass der Ausbau des 5G-Netzes die Strahlungsintensität verändern wird, wie genau, ist aber wegen gegenläufiger Effekte unklar. Einerseits steige die Zahl der Sender und ihre Nähe zu Menschen, anderseits sinke deren Sendeleistung. Die Auswirkungen könnten noch nicht abgeschätzt werden. Steigende Datenvolumen könnten wiederum die Strahlenbelastung zukünftig erhöhen. 

Steigt die Strahlenbelastung durch mehr Basisstationen?

Hinzu kommt nach Angaben des BfS, dass die Strahlenbelastung durch Endgeräte sinkt, wenn sich die Entfernung der Nutzer zu einer Basisstation verringert. Denn ein Handy wirke unmittelbarer auf den Körper als die Sendestation. Mit mehr Mobilfunkbasisstationen benötigten die Smartphones möglicherweise weniger Sendeleistung. Zudem ermögliche 5G zunächst schnellere Übertragungen, wodurch die Strahlenexposition sinke.

Bei welchen weiteren Frequenzen gibt es Forschungsbedarf?

Zudem fordert das Bundesamt zum Auftakt der 5G-Frequenzversteigerung mehr Forschung hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen von Mobilfunkstrahlung. Dabei gibt es der BfS-Sprecherin zufolge vor allem bei höheren Frequenzbereichen wie 26 GHz, 40 GHz bis zu 86 GHz noch offene Fragen. Es lägen erst wenige Untersuchungsergebnisse vor. Mögliche Folgen beträfen vor allem Haut und Augen. Auch mögliche Wirkungen auf Kinder seien bisher noch nicht ausreichend erforscht.

Was sollte generell beim Telefonieren beachtet werden?

Das BfS rät nicht zuletzt wegen dieser offenen Fragen zu einem "umsichtigen Umgang mit dem Handy". Freisprechanlagen und Headsets vergrößerten den Abstand zwischen Körper und Strahlungsquelle. Beim Handykauf gelte es, auf den sogenannten SAR-Wert des Geräts zu achten. Je kleiner dieser Wert ist, desto geringer ist auch die Strahlungsintensität.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. März 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2019, 17:55 Uhr