Christian Hirte CDU Ostbeauftragter der Bundesregierung
Ostbeauftragter Hirte: "Man hat die gleichen Chancen wie alle anderen." Bildrechte: imago/Jürgen Heinrich

"Das führt ins Elend" Ostbeauftragter Hirte lehnt Ost-Quote in Führungsämtern ab

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Hirte, lehnt eine Quote für Ostdeutsche in Führungsämtern ab. Der Thüringer sagte, dann könnten ja auch noch einzelne Bundesländer eine Quote fordern. Und: "Das führt ins Elend."

Christian Hirte CDU Ostbeauftragter der Bundesregierung
Ostbeauftragter Hirte: "Man hat die gleichen Chancen wie alle anderen." Bildrechte: imago/Jürgen Heinrich

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, hat sich gegen eine Quote für Ostdeutsche in Führungspositionen ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte am Sonntag im rbb-Inforadio, eine solche Regelung könne nicht funktionieren. Im Ergebnis könnten dann ja auch einzelne Bundesländer eine solche Quote fordern. Mit Blick auf eine solche drohende Länderquote sagte Hirte: "Das führt ins Elend."

"Gleiche Chancen wie jeder andere"

Hirte, der selbst aus Thüringen stammt, betonte zudem, er sehe keinen "Nachteil, aus den neuen Bundesländern zu sein". Man habe die gleichen Chancen wie jeder andere.

Dass trotzdem weniger Ostdeutsche in Führungspositionen seien, habe unterschiedliche Gründe, so der 42-Jährige: So habe es beispielsweise in der Justiz nach 1990 niemanden gegeben, der die Laufbahnvoraussetzung als Richter erfüllt habe. Heute sei es aber für junge Juristen aus den neuen Bundesländern genauso einfach möglich, ein Richteramt zu erlangen, wie für junge Juristen aus den alten Bundesländern. Auch in der Politik hätten Ostdeutsche die gleichen Chancen wie Westdeutsche.

Entscheidende Unterschiede bei Unternehmen

Der entscheidende Punkt, wo es immer noch Unterschiede gebe, sei bei Unternehmen, erklärte Hirte. Dort sei es für Ostdeutsche nach wie vor schwieriger. Als Grund nannte der Ostbeauftragte die Tatsache, dass man die "großen Unternehmen mit den Unternehmenssitzen nicht bei uns in den neuen Bundesländern" habe.

Gysi für Ost-Quote in Führungspositionen

Gregor Gysi
Gysi: "Ostdeutsche noch immer benachteiligt." Bildrechte: IMAGO

Der frühere Linken-Vorsitzende Gregor Gysi sprach sich hingegen für eine Ost-Quote in Führungspositionen aus. Er begründete seinen Vorstoß damit, dass Ostdeutsche noch immer benachteiligt würden. Deshalb brauche man "eine strukturelle Lösung": "Wenn es eine Strukturfrage ist, dann muss man eingreifen und über eine Quote Schritt für Schritt für Gleichberechtigung sorgen", sagte Gysi dem rbb.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Februar 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2019, 16:11 Uhr