30 Jahre Deutsche Einheit Leipzig, Dresden, Magdeburg…. Wo ziehen die meisten Menschen hin?

Die Abwanderungswelle ist vorbei, seit drei Jahren ziehen mehr Menschen nach Ostdeutschland hin als von dort weg. Aber was heißt das konkret? Welche Städte und Regionen sind besonders beliebt? Und bei wem? Und gibt es immer noch Orte in Mitteldeutschland, die weiterhin Einwohner verlieren?

Sachsenbrücke über das Elsterflutbett in Leipzig
Die Sachsenbrücke in Leipzig ist ein beliebter Treffpunkt, vor allem bei jungen Leuten. Bildrechte: imago images / Peter Endig

Von wegen Abwanderung aus Ostdeutschland, seit einigen Jahren kehrt sich der Trend um. Zuletzt hatten 35 der 50 mitteldeutschen Landkreise und kreisfreien Städte einen positiven Wanderungssaldo, das heißt mehr Menschen zogen hin als fort.

Vor allem die sächsischen Großstädte profitieren vom Zuzug junger Leute. Städte wie Leipzig und Dresden ziehen mittlerweile sowohl junge Ost- als auch Westdeutsche mit ihrem kulturellen Angebot und beruflichen Möglichkeiten an. Auch wenn sich der rasante Bevölkerungszuwachs in Leipzig abgeschwächt hat, ist die Messestadt weiterhin die Stadt, die mit Abstand am meisten neue Einwohner/-innen durch Zuzug gewinnen kann. Neben Leipzig und Dresden ziehen auch nach Magdeburg, Halle, Jena, Chemnitz, Erfurt und Weimar zunehmend junge Erwachsene.

Die Graphik zeigt die Zuzüge in mitteldeutsche Städte und Landkreise im Jahr 2019. Die hohen Zahlen für Leipzig und Dresden sind vor allem der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren zu verdanken.

Junge Leute wollen nicht auf dem Land leben

Die ländlichen Regionen sind für junge Erwachsene hingegen nicht so beliebt. Vor allem aus dem Landkreis Leipzig und aus dem Erzgebirge ziehen besonders viele der 18 bis 25-Jährigen weg. Familien mit Kindern hingegen wollen raus aufs Land. Die Landkreise Leipzig, Nordsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben einen hohen Zuwachs bei Kindern und Teenagern unter 18, während die Großstädte Dresden und Leipzig Kinder verlieren. Für Menschen im Rentenalter gleichen sich die Zu- und Fortzüge eher aus, getreu dem Motto "Einen alten Baum verpflanzt man nicht."

In Jena verdient man am meisten

Ein Grund dafür, dass die mitteldeutschen Großstädte bei jungen Menschen so beliebt sind, könnten die besseren Verdienstmöglichkeiten sein. Am meisten verdienen die Menschen in der Universitätsstadt Jena. Doch nicht einmal dieser mitteldeutsche Spitzenwert entspricht dem, was man durchschnittlich in Westdeutschland verdient.

Die Datenrecherche entstand im Zusammenhang mit dem TV Projekt "Wir Ostdeutsche – 30 Jahre im vereinten Land", am 02.Oktober um 20.15 im MDR Fernsehen und jetzt schon in der Mediathek.