30 Jahre Deutsche Einheit Straftaten in Mitteldeutschland – Wo ist die Zahl am höchsten?

In Sachsen-Anhalt gibt es so viele Straftaten wie in keinem anderen Bundesland, die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg ausgenommen; in Thüringen zählt man fast so viele Drogendelikte wie in Hamburg: Was die Kriminalität angeht, spielt Ostdeutschland ganz vorn mit. Insgesamt war die Zahl der der Straftaten kurz nach der Wende allerdings höher als heute. Die gefühlte Unsicherheit steigt jedoch seit einigen Jahren, vor allem in den neuen Bundesländern.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes alarmierten die Dresdner Polizei am frühen Morgen über den Einbruch.
Eine der spektakulärsten Straftaten in Sachsen - der Einbruch im Grünen Gewölbe in Dresden. Bildrechte: imago images/xcitepress

Sachsen-Anhalt ist ein unsicheres Pflaster – hier gibt es deutschlandweit die meisten Straftaten pro Einwohner in einem Flächenland. Nur die Großstädte Berlin, Bremen und Hamburg liegen noch weiter vorn in der Statistik. In Sachsen dagegen kann man sich rein statistisch mehr in Sicherheit wiegen: Das Land liegt auf Platz 9 aller Bundesländer in deutschen "Krimimalitäts-Ranking". Die wenigsten Straftaten in den ostdeutschen Bundesländern gibt es in Thüringen. Noch geringer ist die Kriminalitätsrate nur noch in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Schlechte Aufklärungsquote bei Straftaten

Sachsen-Anhalt steht auch nicht besonders gut da, was die Aufklärungsquote angeht: Sie ist hier mit 54,3 Prozent eher gering. In Sachsen ist die Quote mit 54,6 Prozent ähnlich niedrig. Die Aufklärungsquote ist mit 60,7 Prozent in Thüringen dagegen relativ hoch. Zum Vergleich: Die höchste Aufklärungsquote hat Bayern mit 65 Prozent.

In der Graphik ist deutlich zu sehen: Laut Polizeistatistik liegen die Städte Leipzig, Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau liegen weit vorn, was die Zahl der Straftaten angeht.

Rauschgiftdelikte - Nur in Hamburg noch höher

Thüringen ist allerdings auch Spitzenreiter, was die Zahl der Rauschgiftdelikte angeht: 2019 wurden hier, auf die Zahl der Einwohner gerechnet, sogar mehr Straftaten im Zusammenhang mit Drogen begangen als in Berlin. Nur Hamburg konnte in dieser Hinsicht Thüringen übertreffen. Trotz allem war Ostdeutschland kurz nach der Wiedervereinigung im Jahr 1993 ein deutlich gefährlicheres Pflaster als Westdeutschland. Damals kamen 9748 erfasste Straftaten auf 100.000 Einwohner im Osten und "nur" 8032 im Westen, einschließlich Berlin. Heute unterscheiden sich die Verhältnisse in Ost und West nur noch geringfügig.

Kriminalität sinkt, aber Unsicherheit steigt

Die Angst und Unsicherheit der Deutschen jedoch ist gestiegen, nicht nur, aber besonders stark in Ostdeutschland. 30 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt und 28 Prozent der Menschen in Sachsen geben an, sich in ihrer Wohnumgebung unsicher zu fühlen. Damit stehen die beiden Bundesländer an erster Stelle im bundesdeutschen Vergleich. Am sichersten fühlen sich die Menschen in Rheinland-Pfalz und Hessen. Dort haben nur 17 Prozent Angst, Opfer einer Straftat zu werden. (Quelle: Deutsche Viktimisierungssurvey 2017)

Die Datenrecherche entstand im Zusammenhang mit dem TV Projekt "Wir Ostdeutsche – 30 Jahre im vereinten Land", am 02.Oktober um 20.15 im MDR Fernsehen und jetzt schon in der Mediathek.