Erwärmung der Meere Ostsee-Temperatur seit 1982 um 1,8 Grad gestiegen

Die Temperaturen von Ostsee und Nordsee sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angesteigen. Die westliche Ostsee erwärmte sich seit 1982 um 1,8 Grad Celsius. Die Nordsee-Temperatur stieg seit 1969 um 1,3 Grad.

Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Ein Fischkutter ist auf der Ostsee vor Warnemünde unterwegs, Möwen begleiten den Kutter bei sonnigem Wetter.
Fischkutter auf der Ostsee vor Warnemünde: Der Temperaturanstieg gefährdet die Küstenfischerei. Bildrechte: dpa

Nord- und Ostsee sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich wärmer geworden. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag hervor.

Ostsee pro Dekade 0,6 Grad wärmer

Junge Heringe schwimmen in der Ostsee
Junge Heringe in der Ostsee: Hering und Kabeljau fliehen zunehmend in den Nordatlantik. Bildrechte: dpa

Demnach hat sich die westliche Ostsee seit 1982 um 1,8 Grad  Celsius erwärmt, was einem Anstieg von 0,6 Grad pro Dekade entspricht. Im Zeitraum 1980-2015 ergaben die Messungen für die Oberfläche der Ostsee durchschnittlich einen Anstieg um 1,6 und in 20 Metern Tiefe sogar einen Anstieg um 1,9 Grad. Dabei gibt es regionale Unterschiede. Überdurchschnittlich stark erhitzte sich demnach das Gebiet "Oder Bank" an der östlichen deutschen Ostseeküste. Dort machten sich wegen der seichten Wassertiefen möglicherweise die zunehmend warmen Sommer besonders bemerkbar.

Nordsee 1,3 Grad wärmer

Die Nordsee erwärmte sich laut Bundesverkehrsministerium  im Zeitraum 1969-2017 unter Berücksichtigung der mittleren Oberflächentemperatur um 1,3 Grad Celsius. Die saisonale Erwärmung könne regional und von Jahr zu Jahr variieren. Insgesamt ergeben die Messungen der Stationen innerhalb der Nordsee für die vergangenen 30 Jahre eine Erwärmung im Bereich zwischen 0,5 und 2 Grad. Für die Deutsche Bucht wurde in der Zeit von 1980 bis 2015 eine Erwärmung um 1,4 Grad an der Wasseroberfläche und um 1,6 Grad in 20 Metern Tiefe gemessen.

Fische fliehen in kühlere Gewässer

Steffi Lemke, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, im Deutschen Bundestag
Lemke: "Nord- und Ostsee erhitzen sich in besorgniserregendem Tempo." Bildrechte: Deutscher Bundestag / Achim Melde

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Steffi Lemke, warnte, wenn sich der Temperaturanstieg fortsetze, drohten in beiden Meeren massive Veränderungen der Meeresumwelt. "Hering und Kabeljau fliehen schon heute in kühlere Gewässer, Richtung Arktis. Für die kleine Küstenfischerei ist das genauso dramatisch, wie für komplexe ökologische Kreisläufe innerhalb unserer Meere." Auch könnten Algenblüten weiter zunehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juli 2020 | 08:00 Uhr