Ein DHL-Mitarbeiter legt ein Paket auf ein Förderband in einem von zwei neuen Terminals am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig am Flughafen Leipzig-Halle in Schkeuditz (Sachsen).
DHL ist mit 45 Prozent das bundesweit führende Unternehmen bei Paketen. Bildrechte: dpa

Deutsche Post Auch Pakete werden teurer

Postkunden müssen sich nicht nur auf ein höheres Briefporto einstellen, sondern auch auf höhere Paketpreise. Postchef Appel sagte, damit sollten unter anderem die steigenden Lohnkosten finanziert werden. Auch Bundesarbeitsminister Heil will die Situation von Paketzustellern verbessern.

Ein DHL-Mitarbeiter legt ein Paket auf ein Förderband in einem von zwei neuen Terminals am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig am Flughafen Leipzig-Halle in Schkeuditz (Sachsen).
DHL ist mit 45 Prozent das bundesweit führende Unternehmen bei Paketen. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Post will nach dem Briefporto auch die DHL-Paketpreise anheben. Das sagte Post-Chef Frank Appel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Damit würde das Unternehmen die Lohn- und Kostensteigerungen an die Kunden weitergeben.

Qualität gibt es nicht zum Nulltarif

Man wolle die Mitarbeiter anständig bezahlen und keinen Niedriglohnwettbewerb, sagte Appel. Gute Löhne und und gute Qualität gebe es nicht zum Nulltarif. Appel hofft, dass sich auch die anderen Wettbewerber an den Preiserhöhungen orientieren werden.

Nach der Erhöhung des Briefportos hatten andere Paketzusteller, wie Hermes, DPD oder GLS, den Vorwurf erhoben, die Post würde mit dem Briefgeschäft seine Paketsparte subventionieren.

Unternehmen muss für Boten sorgen

Unabhängig von den Plänen der Post will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil Paketzustellern per Gesetz faire Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlungen sichern. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, sollen große Paketdienste verpflichtet werden, Sozialabgaben für ihre Subunternehmer nachzuzahlen, wenn diese beim Mindestlohn betrügen.

Heil sagte der Zeitung, es gehe um Recht und Ordnung am Arbeitsmarkt. Der Auftraggeber solle für korrekte Arbeitsbedingungen bei seinen Boten verantwortlich sein. Solche Regelungen gibt es bereits in der Bau- und in der Fleischwirtschaft.

Der Botenstreit

Damit stellt sich der SPD-Minister gegen den Koalitionspartner. CDU-Politiker wie Peter Altmaier und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten sich gegen die sogenannte Nachunternehmerhaftung ausgesprochen.

Auf offene Ohren dürfte der Vorschlag bei Verdi-Chef Frank Bsirske treffen: Der hatte schon Anfang des Jahres "mafiöse Strukturen" in der Paketzustellerbranche angeprangert. Unternehmen würden für geringe Stundenlöhne und mit gefälschten Pässen Menschen aus Osteuropa beschäftigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. April 2019 | 01:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2019, 14:02 Uhr

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6 Kommentare

28.04.2019 12:31 Sonja 6

na da kann man sich doch freuen ist s. der Euroeinführung irgend etwas nicht teuerer geworden, Euro dieser elende Scheißhaufen an Geld, und der arme Appelt will auch noch paar zusätzliche Tausende im Monat verdienen, alles in bester Ordnung........ dieses D. ist einsame Spitze....

28.04.2019 08:18 Minijobber beim Subsubsubunternehmer 5

Sagt der eine Paketbote zum anderen: Es gibt jetzt den Mindestlohn.
Sagt der andere: Guter Witz! Versteh nur die Pointe nich.

Danke SPD für Agenda 2010!

27.04.2019 19:10 frank d 4

Es ist wie immer, alle fordern immer mehr wenn dann aber die Preise steigen, holla dann sind aber dieselben welche die Forderungen stellten sehr überrascht und verlangen zumindest für sich einen Ausgleich. Nach Feierabend wenn aus dem Arbeitnehmer ein Konsument wird, dann denkt dieser auch ganz anders nix Solidarität sondern purer Egoismus als Extrakt.

27.04.2019 18:40 Sachse43 3

Die fetten Bonzen werden fetter, die Arbeiter werden kaum von der Teuerung profitieren. Heute sah ich einen MA einer Firma, der offenbar im Auftrag der Post, einen Briefkasten leerte. Der wird dann wohl noch weniger verdienen.

27.04.2019 17:11 part 2

Welche gestiegenen Lohn- und Kostensteigerungen meint der Vorstandschef da wohl, wenn immer mehr Stellen ausgelagert werden zu deutlich schlechteren Konditionen. Oder hat er gar die Spekulationsgewinne des Börsenunternehmens DP AG zuerst im Blick, die es stetig zu steigern gilt nachdem der öffentliche Versorgungsauftrag des ehemaligen Staatsunternehmens in den Hintergrund gerückt ist? Das Statistische Bundesamt meldet moderate Zuwächse bei den Einkommen in der BRD und alle denken gleich, sie könnten an der Preisschraube drehen, geht gar nicht.

27.04.2019 16:04 Atheist aus Mangel an Beweisen 1

Und wenn sich das Paket verzehnfacht, es wird nicht einer mehr verdienen außer der Subunternehmer den die SPD möglich gemacht hat.