Die Farben Schwarz und Gelb liegen in einem Malkasten zusammen zwischen den Farben Rot und Grün.
Ein Symbolbild für die Parteienlandschaft in Deutschland. Bildrechte: dpa

Studie Parteien können sich über Zuwachs freuen

Rund 22.000 Menschen haben sich im vorigen Jahr zu einem Parteieintritt entschieden. Grund: Findet eine Bundestagswahl statt, wächst der Appetit auf Politik. Doch nicht alle Parteien haben davon 2017 profitieren können.

Die Farben Schwarz und Gelb liegen in einem Malkasten zusammen zwischen den Farben Rot und Grün.
Ein Symbolbild für die Parteienlandschaft in Deutschland. Bildrechte: dpa

Die deutschen Parteien haben erstmals seit der Wiedervereinigung wieder deutlich an Mitgliedern gewonnen. Das geht aus der neuen Parteimitgliederstudie des Berliner Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer hervor. Demnach ist die Zahl der Parteimitglieder im Jahr 2017 insgesamt um knapp 22.000 Menschen gestiegen – ein Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Einen Zuwachs an Mitgliedern verzeichneten alle Parteien, außer die Schwesterparteien CDU und CSU. Die FDP legte mit einem Plus von 17 Prozent relativ gesehen am stärksten zu. Die SPD konnte erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Zuwachs verzeichnen und ist mit mehr als 440.000 Mitgliedern nun wieder die größte deutsche Partei.

Nur kurzfristiger Effekt

SPD-Chef Martin Schulz in Düsseldorf
Anfang 2017 war Martin Schulz so etwas wie der Popstar der SPD. Bildrechte: dpa

Dass die Parteien wieder an Mitgliedern gewinnen konnten, liege an mehreren kurzfristigen Entwicklungen, die zu einer Mobilisierung der Bürger geführt hätten, sagte Niedermayer MDR AKTUELL. Dazu zählte im vorigen Jahr der "Hype um Martin Schulz, der der SPD viele Mitglieder gebracht hat". Auch habe die FDP davon profitiert, dass sie gute Chancen auf einen Wiedereinzug für den Bundestag hatte. Auch das habe Mitglieder angezogen. Vom Widerstand gegen den Populismus habe hingegen die Linke profitiert.

Mitgliederschwund ist nicht zu bremsen

Von einer Trendwende will der Politikwissenschaftler aber nicht sprechen. Denn am langfristigen Mitgliederschwund der Parteien ändern die jüngsten Zahlen nichts: Seit 1990 haben sie im Schnitt die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Damals waren mehr als zwei Millionen Bundesbürger Mitglied einer Partei.

Das kann man überhaupt noch nicht als Trend bezeichnen. Die Parteien haben ja stetig verloren. Es waren kurzfristige Gründe, die für den Zugewinn sorgten.

Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 11. August 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 19:38 Uhr

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10 Kommentare

12.08.2018 10:30 Fragender Rentner 10

Ich freue mich immer auf diese schönen Umfragen.

Wenn eine Partei bei einer Umfrage gewinnt oder verliert, dann kommt die nächste Umfrage um die Eckke, wo es wieder anders herum aussieht. :-)

Wer bezahlt diesen Sch... nur? :-(

11.08.2018 12:29 ralf meier 9

Wer hier einen vollständigen und sachlichen Bericht zur Entwicklung der Mitgliederzahlen bei den Parteien vermisst, findet ihn im Portal Statistika unter dem Titel: 'Parteien in Deutschland -
Die Mitgliederzahl der AfD steigt .

11.08.2018 12:27 Anne 8

Kommentar 3 - ist mir auch aufgefallen. Auch der Zuwachs bei AFD ist nicht benannt worden. Eine neutrale Berichterstattung, wie wir sie kennen und registrieren.

11.08.2018 11:31 NRW-18 7

@ 3 D.o.M.
Genau das habe ich auch gedacht.

Im Übrigen habe schon überlegt, ob ich nicht in diese Partei eintrete oder zumindest spende, wobei ich den Staat in Steuererklärung beteiligen würde.
Die bisherige Politik mit ihren, wie ich finde zahlreichen Fehlentscheidungen, ist für mich ohnehin nicht mehr wählbar.

11.08.2018 10:45 Werner 6

07:58 D.o.M. 3: Das Bild selbst heißt als Grafik ja auch nicht: "Ein Symbolbild für die Parteienlandschaft in Deutschland.", sondern: "Die Farben Schwarz und Gelb liegen in einem Malkasten zusammen zwischen den Farben Rot und Grün. Bildrechte: dpa" Da kommt "Blau" leider nicht vor, oder ist durch häufigere Benutzung in letzter Zeit schon bissel Ramponiert...

11.08.2018 10:34 MMG 5

Peinlicher Artikel. Im Bild und im Text wird blau weggelassen. Kindergartenniveau. Aber wenn eine die Alternative verlässt gibt es gleich einen ganzen Artikel.

11.08.2018 09:43 Johny 4

Es kommt nicht auf den Zuwachs an Mitgliedern an, sondern auf den Zuwachs an Wählern ;-)

11.08.2018 07:58 D.o.M. 3

Im Titelbild ist der blaue Farbtopf links am Bildrand weggeschnitten. War natürlich keinerlei Absicht.

10.08.2018 23:58 Axel 2

Nur 22.000?
Das sind viel zu wenig !!!!
Allein die SPD hat noch viel zu viele Mitglieder.

10.08.2018 20:32 Fragender Rentner 1

Die wollen bestimmt etwas an der Politik der Partei in die sie eintreten etwas ändern?

Klang bei manchen die Früher in die SED eintraten genauso. :-)