Bewohnerinnen sind in einer Wohngemeinschaft für Demenz-Kranke unterwegs
Der Pflegebeauftrage der Bundesregierung hatte in einem Interview den Einsatz von "Pflege-Hebammen" vorgeschlagen. Bildrechte: dpa

Forderung des Bundespflegebeauftragten Stiftung Patientenschutz zu Pflege-Hebammen: "Kalter Kaffee"

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung hatte in einem Interview den Einsatz von "Pflege-Hebammen" gefordert. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat das nun zurückgewiesen. So etwas gebe es schon längst.

Bewohnerinnen sind in einer Wohngemeinschaft für Demenz-Kranke unterwegs
Der Pflegebeauftrage der Bundesregierung hatte in einem Interview den Einsatz von "Pflege-Hebammen" vorgeschlagen. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den Vorschlag des Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, zum Einsatz von "Pflege-Hebammen" kritisiert. Vorstand Eugen Brysch sagte am Samstag, das, was Westerfellhaus fordere, gebe es doch schon längst. "Außer der neuen Wortkreation 'Pflege-Hebamme' ist alles Kalter Kaffee."

Brysch: Rechtsanspruch gibt es bereits

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen hätten schon jetzt einen Rechtsanspruch auf aufsuchende Pflegeberatung, erklärte Brysch. Ein solcher Service könne bereits bei Antragstellung auf einen Pflegegrad in Anspruch genommen werden, nicht erst nach der Bewilligung durch die Pflegekasse. Dass Westerfellhaus jetzt den Eindruck erwecke, eine solche Dienstleistung müsse erst geschaffen werden, könne Betroffene verunsichern.

Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, spricht am 23.01.2014 bei der Eröffnung des Deutschen Pflegetages in Berlin.
Andreas Westerfellhaus, Pflegebeauftragter der Bundesregierung und Präsident des Deutschen Pflegerats Bildrechte: dpa

Der Bundespflegebeauftragte hatte in einem Interview mit der "Rheinischen Post" vom Samstag vorgeschlagen, dass Familien mit neuen Pflegefällen von sogenannten "Pflege-Hebammen" unterstützt werden sollen. Eine solche Fachkraft könne in den ersten Tagen intensiv die Angehörigen zu Hause begleiten und Hilfe geben.

Als Beispiele nannte Westerfellhaus das Anlegen von Verbänden, Lagerung, Entlastungsangebote und sonstige Versorgung. Alleine im vergangenen Jahr habe es fast 900.000 neue Fälle von Pflegebedürftigkeit gegeben. Die meisten würden zu Hause versorgt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2018 | 10:39 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2018, 14:13 Uhr

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1 Kommentar

22.09.2018 15:25 Fragender Rentner 1

Hoch leben die steuersparenden Stiftungen.

Nur bei vielen haben die Betroffenen keinen Nutzen davon nur die Spender.