Eine Ergotherapeutin spricht in einem Seniorenpflegeheim für Menschen mit Demenz mit einer alten Frau.
Gründe für die Beitragserhöhung auch Mehrausgaben für Demenzkranke und deren Angehörige. Bildrechte: dpa

Beitragserhöhung Pflegebeiträge sollen um 0,3 Punkte steigen

Die Bundesbürger müssen sich ab dem kommenden Jahr auf höhere Pflegebeiträge einstellen. Das Minus in der Pflegekasse sei größer als angenommen, meinte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der Beitrag müsse um 0,3 Prozentpunkte steigen, um das Defizit auszugleichen.

Eine Ergotherapeutin spricht in einem Seniorenpflegeheim für Menschen mit Demenz mit einer alten Frau.
Gründe für die Beitragserhöhung auch Mehrausgaben für Demenzkranke und deren Angehörige. Bildrechte: dpa

Die Pflegeversicherung steuert auf ein höheres Minus zu als vorausgesehen. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wird es bis Ende des Jahres bei mindestens drei Milliarden Euro liegen. Deswegen müssten die Beträge zum 1. Januar 2019 um 0,3 Prozentpunkte steigen, so Spahn weiter.

 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
Will die Pflegebeiträge erhöhen: Bundesgesundheitsminister Spahn. Bildrechte: dpa

Mit der geplanten Anhebung könne der Beitragssatz bis 2022 stabil bleiben. Das Defizit war Mitte Mai bekannt geworden. Spahn hatte daraufhin einen Kassensturz angekündigt. Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt derzeit 2,55 Prozent und für kinderlose Versicherte 2,8 Prozent des Bruttoeinkommens.

Mehr Ausgaben für Demenzkranke und ambulanten Sektor

Gründe für das steigende Defizit seien in erster Linie Leistungsverbesserungen insbesondere für demenzkranke Menschen und ihre Angehörige. Nach Angaben des Ministeriums erhalten 100.000 Menschen mehr Leistungen als vorausgesehen. Allein das mache Mehrausgaben von 1,1 Milliarden Euro im Jahr aus.

Laut den Berechnungen, die das Ministerium gemeinsam mit dem Spitzenverband der Kranken- und Pflegekassen vorgenommen hat, sind höhere Ausgaben im ambulanten Sektor ein weiterer Grund für das steigende Defizit in der Pflegeversicherung, deren Jahresausgaben inzwischen bei rund 35 Milliarden Euro liegen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juni 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 12:50 Uhr

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16 Kommentare

14.06.2018 10:48 dmehl 16

Und ja, es ist richtig und notwendig, Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Es gibt dafür ja, wenn auch immer weniger, Gegenleistungen.
Aber: als Alleinstehender in Steuerklasse 1 habe ich mittlerweile bereits fast 50 % Steuern und Abgaben.
Vom Rest, so wird mir permanent nahegelgt, soll ich privat für alles Mögliche vorsorgen - wie ?
Im Mittelalter nahm man den Menschen den Zehnt, der Staat BRD nimmt die Hälfte.

14.06.2018 08:32 dmehl 15

Für falsche und sinnlose Dinge wie Rüstung oder "Integration" stehen Milliarden Euro bereit.
Pflege ? Oh, wir haben kein Geld. Wir müssen die Beiträge erhöhen.
Nach wievielen weiteren Beitragserhöhungen gibt es den Buß- und Bettag zurück ?

13.06.2018 23:32 Leserin 14

Ob wieder gelöscht wird oder nicht, bei diesem Spahn werden sich noch alle erschrecken. Das habe ich ihm auch schon auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt.

13.06.2018 21:09 Meine Meinung 13

Wir werden weiterhin belogen und betrogen Hauptsache die Diäten Stimmen. Wir werden doppelt und dreifach mit Steuern belastet siehe die Steuern vom Lohn dazu MwSt, Öko, Benzin und viele anderen Steuern belastet. Denkt mal nach und rechnet mal wie viel Steuer jeder bezahlt außer man hat einen Beamten Ausweis. Ja da gibt es Steuervergünstigungen. Kein Wunder das die Regierung mit Geld um sich werfen kann aber nicht fürs deutsche Volk. Armes Deutschland.

13.06.2018 20:50 RÜDI 12

Die GROKOs wollen schnell noch vor der WM still und leise 25 Millionen mehr für die Parteienfinanzierung abgreifen, gegen den Willen der der Opposition. Fällt nicht so auf. Sie hatten ja wegen der zeitraubenden Regierungsbildung und wegen den vielen Prozenten Stimmenverlust große Verluste an Geld zu verzeichnen. Was sind hier die lumpigen 0,3 % dagegen. Und dann noch die zig Milliarden sprudelnden Steuereinnahmen. "Das bisschen Haushalt macht sich von ganz allein , sagt man"

13.06.2018 20:08 Wo geht es hin? 11

Und ich Dussel dachte, die Pflegekassen wären voll und würden weiter von jungen, dynamischen Fachkräften mit ihrer tollen Arbeitsleistung gefüllt...

13.06.2018 19:48 NRW-18 10

Wer hätte denn auch gedacht, dass der Bürger beim GKV-Zusatzbeitrag etwas sparen kann und dadurch mehr Netto hat?
Nein, das holt man sich an anderer Stelle zurück, während immer mehr Einwanderer "gut und gerne" in Deutschland auf unsere Kosten leben können.

13.06.2018 18:19 pkeszler 9

Der Staat kann die KK veranlassen, die Überschüsse, die einen bestimmten Betrag überschreiten, in die Pflegeversicherung umzuschichten. Warum sollen die Bürger weniger Krankenkassenbeitrag zahlen und fast die gleiche Summe wieder bei der Pflegeversicherung mehr zahlen? Das muss auch ein Gesundheitsminister mal ganz klar den Steuerzahlern bzw. den Bürgern begründen. Dann ist es nämlich kein Selbstbetrug mehr.

13.06.2018 17:34 Klartexter 8

Wenn der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung dementsprechend sinkt, ist es halb so schlimm. Aber der sinkt eben gerade nicht. Die Lohnsteuer wird auch nicht ordentlich gesenkt. Der Staat hat die höchsten Einnahmen und gibt dem Arbeitnehmer davon nichts. Aber erhöhen? Da tut er sich immer leicht. Ich erwarte eine Gegenfinanzierung!

13.06.2018 17:16 pkeszler 7

Zum 1. Januar 2019 soll der Satz um 0,3 Prozentpunkte bei der Pflegeversicherung angehoben werden, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte.
Dabei kann sich heute schon kaum ein Ostrentner einen Pflegeplatz leisten. Und die Kinder will er bei den geringeren Löhnen auch nicht zusätzlich belasten.
Wenn das Geld nicht reicht, muss man sparen oder mehr aus dem Staatshaushalt finanzieren.