Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Die Heimträger in Sachsen machen nach Angaben der AOK Plus in erster Linie höhere Löhne der Pflegekräfte für den Preisanstieg verantwortlich. Bildrechte: dpa

Pflegebedürftige Kosten für Pflegeheime in Mitteldeutschland gestiegen

Rund zwei Drittel der Pflegeheime in Sachsen haben in diesem Jahr die Kosten für die Bewohner angehoben. Wie sieht es in Thüringen und Sachsen-Anhalt aus? Und was sind die Gründe für den Preisanstieg?

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Die Heimträger in Sachsen machen nach Angaben der AOK Plus in erster Linie höhere Löhne der Pflegekräfte für den Preisanstieg verantwortlich. Bildrechte: dpa

Die Kosten für Bewohner von Pflegeheimen in Mitteldeutschland sind um fast 20 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) hervor.

Demnach hat sich in Sachsen die durchschnittliche finanzielle Belastung eines Pflegebedürftigen in der stationären Pflege zwischen dem 1. Januar 2018 und Juli 2019 im Schnitt um monatlich 214 Euro auf 1.363 Euro erhöht. In Sachsen-Anhalt stiegen die Kosten durchschnittlich um 249 Euro auf 1.331 Euro und in Thüringen um 173 auf 1.405 Euro.

Zum Vergleich: In Gesamtdeutschland erhöhten sich die Kosten im selben Zeitraum um 119 Euro auf 1.891 Euro.

In Sachsen hoben 2019 etwa zwei Drittel der Pflegeheime die Kosten für die Bewohner an. Wie die AOK Plus stellvertretend für alle Pflegekassen am Montag mitteilte, stiegen die Eigenanteile für die Pflegeaufwendungen im Schnitt um 6 Euro pro Tag. Bei den Eigenanteilen für Kosten und Verpflegung habe der Anstieg bei 1,30 Euro pro Tag gelegen, teilte Hannelore Strobel, Sprecherin der Kasse, mit.

Zuvor hatten die "Sächsische Zeitung" und die "Freie Presse" über die Preisanhebungen in Sachsen berichtet. Die Spanne der Preiserhöhungen zwischen den Heimen sei groß: Sie reiche von 34 Euro bis 600 Euro im Monat.

Höhere Löhne für Pflegekräfte

Die Heimträger in Sachsen machten in erster Linie höhere Löhne der Pflegekräfte für den Preisanstieg verantwortlich, erklärte AOK-Plus-Sprecherin Strobel.

Die Heimkosten setzen sich aus Verpflegung, Unterkunft, Investitionskosten sowie Pflegekosten und der medizinischen Pflege zusammen. Letzteres ist der Einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE). Dieser ist maßgeblich für die derzeitige Erhöhung verantwortlich. Denn dadurch, dass die Kassen seit Anfang 2018 das Tarifniveau nicht mehr ablehnen dürfen und teilweise ein höherer Personalschlüssel festgelegt worden ist, steigen die Kosten für die Bewohner der Pflegeheime.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 18. November 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 18:00 Uhr