"Nicht der Königsweg" Pflegerverband kritisiert Spahns Ausbildungspläne

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist wegen seines jüngsten Vorstoßes zur Ausbildung von Pflegefachkräften in die Kritik geraten. "Wir halten das für einen Weg, aber nicht den Königsweg", heißt es vom Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe. Es sei perfide, wenn ein reiches Land wie Deutschland in ein anderes Land gehe, um ausbilden zu lassen.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK, hat den jüngsten Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach Ausbildung von Pflegekräften im Ausland für den deutschen Markt als falsch bezeichnet. DBfK-Vize-Geschäftsführer Peter Tackenberg sagte MDR AKTUELL, es sei perfide, wenn ein reiches Land wie Deutschland in ein anderes Land gehe, um ausbilden zu lassen. "Wir müssen erst in Deutschland schauen, wie wir das Problem lösen."

Spahn will Pfleger im Ausland ausbilden lassen

Spahn hatte der "Rheinischen Post" angekündigt, künftig Pflegekräfte im Ausland ausbilden zu lassen. "Vom Haushaltsausschuss haben wir noch einmal insgesamt neun Millionen Euro bekommen. Damit können wir Kooperationspartner für Pflegeschulen im Ausland finden." Die künftigen Pfleger könnten bereits während der Ausbildung Deutsch lernen und nach dem Ausbildungsende sofort in Deutschland arbeiten. Als mögliche Länder für eine Kooperation nannte Spahn Kosovo, Mazedonien, Philippinen oder Kuba.

Spahns Idee "nicht der Königsweg"

"Wir halten das für einen Weg, aber nicht den Königsweg", sagte Tackenberg vom DBfK zu den Versuchen, Pflegekräfte im Ausland anzuwerben. Der Vorschlag sei zudem nicht erfolgsversprechend. Die im Ausland hochschulisch Ausgebildeten kommen nicht nach Deutschland, weil die Arbeitsbedingungen anderswo attraktiver seien. "Wer gut ausgebildet ist, der macht einen Bogen um Deutschland", erläuterte er.

DBfK: Deutschland hat strukturelles Problem

Deutschland habe in der Pflege ein strukturelles Problem, das seit Jahren nicht angegangen werde. Viele Berufsanfänger fingen gar nicht erst an oder verließen den Beruf schnell wieder. Dass ausländische, gut qualifizierte Pflegefachpersonen dauerhaft unter Arbeitsbedingungen tätig sein wollen, die für Pflegefachkräfte in Deutschland unattraktiv geworden sind, erscheine unwahrscheinlich.

Der Bundesrat hatte vergangene Woche Spahns Sofortprogramm für 13.000 neue Stellen in der stationären Altenpflege beschlossen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. November 2018 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2018, 13:29 Uhr

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24 Kommentare

01.12.2018 02:49 Justitia 24

bürgerliche Freiheiten wie in den 1970er Jahren mit uneingeschränktem Bank- und Steuergeheimnis und Streichung der gesetzlichen Regelungen seit 1999 die diese einschränken
KEINE Offenlegung und keine Besteuerung nach Vermögen sondern pro Kopf, damit Kapital im Land bleibt, hier investiert, angelegt und vermehrt werden kann. Staatliche Zwänge streichen

30.11.2018 17:59 Kritischer Bürger 23

@Meeters & Greeters 22: Ich würde noch weiter gehen: ABSCHAFFUNG aller Freibeträge und sonstigen Steuererleichterungen. Pauschalbesteuerung nach höchstem bekannten Guthaben eines extrem Reichen. Ggf. also Pauschalsteuer auf 10 Mrd. Euro und jeder Steuerpflichtige hat nun die Pflicht all seine Guthaben, Vermögen etc. darzulegen um entsprechend dann richtig besteuert zu werden. Wer es vergisst oder versäumt ein Vermögen im Steuerparadies oder anderswo zu erwähnen dem soll dieses Vermögen entschädigungslos entzogen werden. Wie viele Ehrlichkeit würde da dann unter den Menschen "Fuss fassen" vor allen unter jenen die als Steuerhinterzieher sich"eine goldenen Nase verdienen" und dieses Vermögen beiseite schaffen können.

30.11.2018 16:21 Meeters & Greeters 22

genau KEINE Sozialabgaben, jeder versichert sich selber so wie es jeder selbst möchte, KEIN Zwang und von allen pro Kopf die gleichen Steuern

30.11.2018 13:44 Kritischer Bürger 21

Nachbetrachtung zu 17: Dann keine Steuerabgaben der ArbG, wie der ArbN was ja "massenhaft zusätzliches Geld dieser Gesellschaftsgruppe für den Alltag bedeutet und weitere Gewinne, versteht sich für ArbG" wenn ihnen die Beiträge zu den Sozialkassen erspart bleibt! Genau so wie nun die Pflegevorsorge erhöht wird, ist dann auch davon auszugehen das hier kein Problem mehr kommen würden wenn es keinen Beitrag mehr zur Pflegeversicherung geben muss von ArbG wie vom ArbN. So lege ich mal Ihre Worte aus!

30.11.2018 13:39 Kritischer Bürger 20

@Meeters & Greeters 17: GUTES ARGUMENT = jeder hat sich selbst zu versorgen= Heißt für mich auch dann: Gehälter, Pensionen, Diäten usw. Also Gelder aus Steuermittel, hat es auch nicht mehr zu geben! Mal sehen wo dann die Damen und Herren Beamten samt Abgeordneten mit den heute ja unabgänglichen Einkommen/Gehältern am Ende bleiben!

30.11.2018 13:35 Kritischer Bürger 19

@wwdd 15: Bei Ihrem Kommentar fehlt der _Anhang: SARKASMUS AUS! Aber mit etwas Spürsinn erkennt man was Sie meinen!
*Organspende,* um mal kurz auf Kom.14 einzugehen um auf die Person des Hr.Spahn zu kommen und dessen netten Vorschlag. Organspende NUR WENN DIE EMPFÄNGER DANN DIE KOSTEN DER BESTATTUNGEN des Spenders/der Spenderin DANACH TRAGEN! Anders nicht! Die Bürger werden doch alle viel viel älter und ein Organ was 90 Jahr PlusX kann nicht weitere 40 und mehr Jahre in einem anderen Körper existieren. Also NEIN zur Organspende auch um den Preis das man selbst keinen Anspruch auf ein Organ mehr haben kann!

30.11.2018 13:25 Kritischer Bürger 18

@Peter 5: +...Übrigens halte ich Spahns Vorschlag durchaus für bedenkenswert. Es ist absehbar, dass wird das Defizit an Pflegekräften in Deutschland nicht lösen können....+
Ne man möchte Anreize bieten die den Gegebenheiten hier im Alltagsbedarf eines jeden Menschen gerecht werden. Alles andere; wie eben wegen der billigeren ArbKr. der Druck steigt und dabei übersehen wird das privat Vorsorgende bevorzugt werden und die Anderen noch mehr benachteiligt. Ist doch die (Erfolgs)-Geschichte seit 1949 in BRD.
+...Da muss man auch mal unkonventionelle Wege gehen...+
Das ist kein unkonventioneller Weg sondern das Einlasstor für billige "Sklavenarbeit" die doch eigentlich seit über einigen hunderten von Jahre abgeschafft sein sollte! Von den Nachteilen zwecks Pflege von Bürgern dort in den Herkunftsländern ganz zu schweigen.

30.11.2018 01:12 Meeters & Greeters 17

dem "kritischenBürger" sei erläutert das kapitalistischer Staat nicht zur Versorgung sondern zur Gewinnmaximierung also Ausbeutung des Menschen durch den Menschen erschaffen wurde! Alte gehörten schon immer zur Menschheit und wurden falls nötig von der Fam. "gepflegt" und durchgefüttert.
Der menschliche Egoismus führte im Luxus Deutschland dazu dies Pflege-Dienst-Firmen zu beauftragen und weil die natürlich maximale Gewinne erzielen wollen Pfleger ausbeuten, Kosten erhöhen also dem Staat aufdrängen.
Der Fisch stinkt vom Kopf .... RAUS AUS ALL INCLUSIV VERSORGUNG: harz4 und staatl. Pflege abschaffen, jeder hat sich selbst zu versorgen!!!

30.11.2018 00:58 Kiel_oben 16

@maheba bitte nicht nur Jammern sondern Lösungen finden!
Bayer stellt 12.000 frei also ran, nicht auf deren Bewerbung warten sondern denen Angebot machen - einfach mal Mit- und Umdenken!!!

29.11.2018 20:19 wwdd 15

Es gibt so viele junge muslimische Männer. Die lassen sich doch sicherlich zum Altenpfleger umschulen.