Bilanz 2019 Pflegekassen im Plus – GKV rutscht ins Minus

Gegensätzlicher Trend bei Pflege- und Krankenkassen: Während die Pflegeversicherung im vergangenen Jahr einen Milliardenüberschuss erzielte, rutschten die Gesetzlichen Krankenkassen ins Minus. Dennoch stehen vorerst keine Beitragserhöhungen an.

Die Versichertenkarten der Krankenkassen DAK, AOK, Barmer und Techniker-Krankenkasse TK liegen mit Euro-Geldnoten unter einem Stethoskop.
Die Pflegekassen erzielten 2019 einen Milliardenplus, die Krankenkassen rutschten ins Minus. Bildrechte: dpa

Die Pflegeversicherung hat das Jahr 2019 mit einem Plus von 3,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Linksfraktion mit.

Dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" zufolge verdoppelten sich damit die Rücklagen der Pflegekassen auf 6,7 Milliarden Euro. Das Plus erkläre sich allein durch die Beitragssatzerhöhung ab Januar 2019 um 0,5 Punkte auf nunmehr 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens (3,3 Prozent bei Kinderlosen).

Dennoch ist aus Sicht der Linken die Pflege in Deutschland unterfinanziert. Das zeige sich an hohen Eigenanteilen der Versicherten bei den Kosten für Heimplätze und häusliche Pflege. Mittelfristig drohe eine Schieflage wegen steigender Kosten für die Pflegekassen und die Alterung der Gesellschaft.

Krankenkassen im Minus

Dagegen verbuchten die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) 2019 ein Defizit von 1,5 Milliarden Euro. Nach vorläufigen Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war es das erste Minus seit 2015. Dennoch müssen die Beiträge nicht erhöht werden, da die Kassen weiterhin Finanzreserven von rund 19,8 Milliarden Euro haben.   

Demnach stiegen die GKV-Ausgaben binnen Jahresfrist um 5,2 Prozent auf 251,9 Milliarden Euro. Die Einnahmen wuchsen bei rückläufigen Zusatzbeiträgen um 3,8 Prozent auf 250,4 Milliarden Euro. Die Zahl der GKV-Versicherten nahm um knapp 0,4 Prozent zu. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz lag bei 1,0 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Jahr 2018. Der Grundbeitragssatz für alle Kassen liegt bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. März 2020 | 14:30 Uhr

13 Kommentare

Critica vor 45 Wochen

In gewisser Weise stimme ich ihnen zu, das die Gehälter der Vorstände etc. betrifft. Ich würde aber mal die Frage stellen: Wozu brauchen wir in unserem kleinen Land so viele Krankenkassen? Da entstehr eine Beule, die niemand mehr überschaut, und so entstehen solche finanziellen Auswüchse.
Was nun den Überschuss der Pflegekassen anbelangt, so würde ich einfach das Geld denen zugute kommenlassen, für die eine Pflegekasse da ist.

linke Einheitsfront vor 45 Wochen

Es wird keinem etwas weggenommen, wie sagte Maas "Die Milliarden für die Integration wurden in diesem Land erwirtschaftet und wurden niemanden weggenommen"
Genau wie bei den Krankenkassenbeiträgen, keinem wird etwas weggenommen!!
Wer hat solche Politiker gewählt?

Karol vor 45 Wochen

Ich will mich nicht an eine Diskussion wegen irgendwelche Kosten für Flüchtlinge beteiligen. Die kosten werden ja nicht von der Krankenkasse getragen aber vom Sozialamt.

Was ich aber sehr wohl beanstande, sind enorme Gehälter für das Personal der Krankenkasse und deren Pensionen.

Nur mal einen Beispiel:
Ein Mittglied der Krankenkasse (Einzahler) bekommt 6 Wochen Lohnfortzahlung. Ein angestellter die Krankenkasse UMBEGRENZT! Auch die Gehälter der Filialleiter sind unverschämt hoch. So könnte ich noch weitere Beispiele nennen.

Die kosten der Krankenkasse sind überwiegend gestiegen durch den selben Grund wie bei der Öffentliche Fernsehen. Es sind die Pensionäre.