Polizisten beobachten am Rande einer Demonstration das Demonstrationsgeschehen.
In Sachsen wird laut Innenministerium nicht auf explizit auf eine migrantische Herkunft von Polizeibewerbern geachtet. Bildrechte: dpa

MDR exakt In Mitteldeutschland wenig Bemühungen um Polizei-Bewerber mit Migrationshintergrund

Angriffe auf Asylbewerberheime, Straftaten durch Flüchtlinge: Die Polizei hat zuletzt vermehrt mit Fällen zu tun, bei denen Menschen ausländischer Herkunft involviert sind. Hilft es da, mehr Migranten in den Polizeidienst zu holen? In Sachsen und in Thüringen haben die Innenministerien daran vergleichsweise wenig Interesse. Anders in Sachsen-Anhalt.

Polizisten beobachten am Rande einer Demonstration das Demonstrationsgeschehen.
In Sachsen wird laut Innenministerium nicht auf explizit auf eine migrantische Herkunft von Polizeibewerbern geachtet. Bildrechte: dpa

In Mitteldeutschland bemüht sich die Politik kaum darum, mehr Menschen mit Migrationshintergrund in den Polizeidienst zu holen. Das geht aus einer Umfrage des MDR-Magazins "exakt" hervor. So lehnen es die Innenministerien in Sachsen und Thüringen nach eigenen Angaben ab, bei Bewerbern für den Polizeidienst auf deren Herkunft zu achten.

Keine verlässlichen Daten

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt dagegen sieht Menschen mit Migrationshintergrund als Bewerbergruppe, um die man sich gezielt bemühe. Ob das gelingt, lässt sich allerdings nicht genau sagen: Verlässliche Daten zum Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund unter den Polizeibeamten gibt es in Mitteldeutschland nicht.

Experten: Diversität hilft bei Verbrechensaufklärung

Experten kritisieren die geringe Bereitschaft, für größere Vielfalt im Polizeidienst zu sorgen. "Die Vorteile liegen so klar auf der Hand, dass mir die Gleichgültigkeit vieler Innenministerien schleierhaft ist", sagte Rebecca Pates, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Leipzig, dem MDR.

So wisse man aus anderen Ländern wie etwa Großbritannien, dass Menschen mit ausländischer Herkunft gerade bei der Aufklärung organisierter Kriminalität helfen könnten. Zuletzt habe etwa die ethnisch spezifische Kriminalität zugenommen. "Menschen mit Wurzeln im Ausland können viel leichter Informationen über die Organisation von ausländischen Banden erlangen", sagt Pates weiter.

Bundesweit unterschiedliche Ansätze

Außerhalb Mitteldeutschlands gehen laut MDR-Umfrage die Bundesländer unterschiedlich mit der Frage um, ob der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im Dienst erhöht werden sollte. Während etwa Bayern eine gezielte Ansprache von Menschen mit ausländischer Herkunft für den Dienst nicht für notwendig hält, legen die Verantwortlichen in Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen dagegen Wert auf Vielfalt unter den Beamten.

Sie organisieren Kampagnen zur Gewinnung von Kollegen mit Migrationshintergrund und begründen dies häufig mit einer derzeit fehlenden Diversität in der gesamten Landesverwaltung.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN exakt | 30. Januar 2019 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2019, 14:57 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

115 Kommentare

01.02.2019 18:06 ein schon länger in Deutschland lebender 115

@Wessi 114

"also brauchen wir in Hamburg z.B. sächsische Polizisten,"

die waren in Hamburg, wurden aber von Scholz, während er Schnittchen gegessen hat, an der kurzen Leine gehalten.

Fazit:
ihre Argumente bringen gar nichts.

reiner Populismus von dir

01.02.2019 16:10 Wessi 114

@ 110 was die Polizei anbelangt, meine ich die BRD...werden, zum Beispiel zu Großereignissen, auch immer wieder Kräfte aus anderen Bundesländern herangezogen.Ausserdem ist die Globalisierung, leider in toto, nicht aufzuhalten, also brauchen wir in Hamburg z.B. sächsische Polizisten, solange diese nicht schon durch Republikflucht da sind...! @ 108 ...was ist das "richtige..."?Es gibt nur noch die BRD. Und Du kannst beruhigt sein: ich duze erstrecht,wenn irgendein Kommandodeutscher meint mit irgendwelche Anordnungen zu geben. (ggf. auch Polizisten,aber nur ohne Zeugen) Das fördert die Kulturzusammenhänglichkeit. Ausserdem gehören zu "DEN DEUTSCHEN" de jure alle mit der entsprechenden Staatsangehörigkeit,unabhängig v.Rasse od. gar, Religion.

01.02.2019 15:08 Denkschnecke 113

@111 annerose will: "Es kommt einzig und allein auf die Qualität der Bewerber an, wenn da bestimmte Gruppen unterrepräsentiert sind, hat das rationale Gründe. Es gibt eben doch Unterschiede v.a. kultureller Art."
Sie haben recht. Wenn ich die dort vorherrschende Einstellung zu den Grundrechten der deutschen Verfassung ansehe, könnten manche Gegenden Mitteldeutschlands, wo man gerne mal unbefangen den rechten Arm hebt, im Polizeidienst demnächst unterrepräsentiert sein. Unterschiede "kultureller Art" eben...

01.02.2019 13:59 Gerd Müller 112

wir wollen mehr Siawash Ebadi in Sachsen-Anhalt; er ist die Art von Polizist, die in Sachsen-Anhalt derzeit sehr gefragt ist: Der 34-Jährige ist Beamter mit Migrationshintergrund – ein Kind afghanischer Eltern, in Moskau geboren und in Hessen aufgewachsen.

Unsere Polizeischulen sollten sehr viel mehr ausbilden die später in ihren befriedeten Heimatstaaten nahtlos für Sicherheit und Ordnung übernommen werden

01.02.2019 11:52 annerose will 111

"So lehnen es die Innenministerien in Sachsen und Thüringen nach eigenen Angaben ab, bei Bewerbern für den Polizeidienst auf deren Herkunft zu achten. " Richtig so, was soll der Quatsch. Es kommt einzig und allein auf die Qualität der Bewerber an, wenn da bestimmte Gruppen unterrepräsentiert sind, hat das rationale Gründe. Es gibt eben doch Unterschiede v.a. kultureller Art.

01.02.2019 09:43 Lilly 110

@Wessi 104

"Auf alle Fälle brauchen wir mehr Polizei unterschiedlichster Kultur"

meinen sie jetzt Hamburg oder Sachsen?

01.02.2019 09:15 winfried an (107) wegen dortiger MDR-Anmerkung 109

Ich bin sicher, dass eine Formulierung:
" ... den Bestand unseres Staatsvolkes , DAZU GEHÖREN AUCH POLIZISTEN, und damit auch den Bestand unseres Staates, DAZU GEHÖRT AUCH DIE POLIZEI ..."
die MDR-Anmerkung nicht erforderlich gemacht hätte.

Übrigens, Ihre im Kommentar(107) geäußerte Ansicht, teile ich voll und ganz.

01.02.2019 07:22 Mediator an nochmals (93) 108

Wie kommen sie darauf, dass Bewerber mit Migrationshintergrund bevorzugt werden sollen?

Bemühen bedeutet ja bereits, dass man z.B. über die Werbung signalisiert, dass Javier und Aishe willkommen sind und gesucht werden.

Es soll ja Bundesländer geben, die müssen jeden Bewerber nehmen, der nicht krachend durch den Einstellungstest gefallen ist und andere die können tatsächlich eine Bestenauswahl treffen. Das hat später durchaus etwas mit der Qualität der Polizei zu tun.

Im übrigen ist es auch für EU-Bürger kein Problem als Polizeibeamter eingestellt zu werden.

@99: Und was außer Rassismus ist jetzt ihr Argument gegen Menschen mit Migrationshintergrund in Behörden?

31.01.2019 23:08 vigilando ascendimus 107

@ wessi
Im richtigen Deutschland ist es immer noch üblich, dass sich einander Unbekannte mindestens im Schriftverkehr siezen. Dies ist eine Frage des Respektes.

Träger der deutschen Demokratie sind immer noch, auch in der 1990 größer gewordenen BRD, die Deutschen und eben nicht alle die hier wohnen! (Inschrift am Reichstag: "Dem Deutschen Volke").

Ihre Auffassung dass alle die das anders wollen Demokraten seien, und alle, die wollen, dass das so bleibt, Nichtdemokraten oder Nazis seien, ist irrig!

Das in begrenzentem Umfang, die Aufnahme Fremder in das Deutsche Staatsvolk eine Bereicherung sein kann, dem stimme ich zu. Die exzessive Handhabung dieser Frage in der BRD seit Einführung der Einbürgerung von Ausländern mit doppelter Staatsbürgerschaft als Regelfall unter Rot-Grün gefähdet unsere innere Sicherheit, den Bestand unseres Staatsvolkes und damit auch den Bestand unseres Staates, so wie wir ihn bisher kennen.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

31.01.2019 22:41 vigilando ascendimus 106

Sachsen-Anhalt will wohl auch bald, wie schon das Land Berlin, Deutschkurse für Polizeianwärter einführen? Lieber Gott, lass es Hirn regnen!