Interview GdP kritisiert Debatte nach Gewalt in Leipzig-Connewitz

GdP-Vizechef Jörg Radek kritisiert den politischen Umgang mit den Angriffen auf Polizisten in Leipzig-Connewitz. Dass Vorwürfe gegen Polizisten politisch genutzt würden, trage zur Spaltung der Gesellschaft bei. Unterdessen hat die neue SPD-Chefin Saskia Esken eine Überprüfung des Polizeieinsatzes gefordert.

Polizisten räumen eine Kreuzung im Stadtteil Connewitz.
In der Silvesternacht ist es am Connewitzer Kreuz in Leipzig zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Polizisten wurden verletzt. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft der Polizei hat den politischen Umgang mit den Angriffen auf Polizisten in Leipzig-Connewitz kritisiert. Der stellvertretende Vorsitzende Jörg Radek sagte MDR AKTUELL, er würde sich wünschen, dass nach solchen Auseinandersetzungen nicht die typischen politischen Beißreflexe einsetzten. Wenn jede politische Seite versuche, den Fall für sich zu nutzen, trage das zu einer Spaltung der Gesellschaft bei.

Nagel distanziert sich von kritischem Tweet

Nach den Ausschreitungen in der Silvesternacht im Leipziger Stadtteil Connewitz war eine politische Diskussion entbrannt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete die Angriffe auf Polizisten als linken Terror. Die sächsische Linken-Abgeordnete Juliane Nagel warf der Polizei über Twitter vor, die Gewalt durch ihre massive Präsenz provoziert zu haben.

Der Zeitung "Die Welt" sagte sie inzwischen, sie würde ihren Tweet nicht noch einmal so formulieren. Sie habe unter dem Eindruck der krassen Ereignisse gestanden. Es gehe gar nicht, dass ein Polizeibeamter schwer verletzt werde.

SPD-Chefin: Polizeieinsatz überprüfen

Auch die neue SPD-Chefin Saskia Esken äußerte sich zu dem Fall. Sie forderte, den Polizeieinsatz in der Silvesternacht zu überprüfen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2020 | 06:30 Uhr

126 Kommentare

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 27 Wochen

" ich zumindest was die DDR+Sachsen anbelangt, doch Teile der Einstellung verstanden habe."

du warst noch nie im Osten, geschweige denn in Sachsen, deshalb verbesserst du die User auch immer die in Sachsen leben.

Was würden wir nur ohne dich machen ;-) LOL

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 27 Wochen

" ich zumindest was die DDR+Sachsen anbelangt, doch Teile der Einstellung verstanden habe."

du kennst dich in der DDR Geschichte auch besser aus, als die die in der DDR gelebt haben, deshalb verbesserst du die User auch immer.

Vielen dank an dieser Stelle.

L.E. vor 27 Wochen

Wohl keine andere Institution im Lande wird so argwöhnisch beäugt wie die Polizei, die aus meiner Sicht oft die Kohlen aus dem feuer holen muss, die durch so manche Politiker hineigeworfen wurden. In unendlicherSelbstüberschätzung schwingt sich so mancher, fernab des Geschehens auf, eine bessere Einsatztaktik parat zuhaben zu haben, gleich einem Huhn, das das über Quantenphysik gackert. Die Kritik bleibt jedoch hinsichtlich der bemängelten Einsatztaktik nebulös. Wenn den Radikalinskis die bloße Präsenz der uniformierten Kräfte Anlass für Flaschen- und Steinwürfe und sogar die brutale Gewaltattacke auf den Polizeibeamten war, sollten die Polizeikräfte diesem Stadtteil künftig öfter einen Besuch abstatten, damit sich die Herrschaften an den Anblick der Uniformen gewöhnen können. Es handelt sich schließlich nicht um einen von Gewaltttaten geprägten öffentlichen Raum, in dem die Polizei Gefahrenabwehr betreiben muss. Die Unterweisung der Fr. Esken kann gleich dort vor Ort beginnen.