Ein Logo leuchtet an einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.
Finanziell steht die Rentenversicherung derzeit gut da. Bald werden jedoch sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben erwartet. Bildrechte: dpa

Übergangslösungen gefordert Rentenversicherung: Umsetzung der Grundrente schwierig

Anfang 2021 soll die Grundrente kommen. Millionen Rentner müssten bis dahin auf die nötigen Voraussetzungen überprüft werden. Die Rentenversicherung sieht bei Zeitplan und Finanzierung noch erheblichen Klärungsbedarf.

Ein Logo leuchtet an einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.
Finanziell steht die Rentenversicherung derzeit gut da. Bald werden jedoch sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben erwartet. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Rentenversicherung hat vor erheblichen Problemen bei der Umsetzung der geplanten Grundrente gewarnt. Präsidentin Gundula Roßbach verwies unter anderem auf die schwierige Ermittlung der Beitragsjahre.

Tausende zusätzliche Stellen nötig

Bei den aktuell 21 Millionen Rentnern sei es "alles andere als trivial", diese herauszufinden. Etwa bei Menschen, die schon in der DDR Rente bezogen hätten, gebe es möglicherweise nicht die nötigen Daten.

Bei den jährlich rund 1,6 Millionen Neurentnern sei es zudem sehr wahrscheinlich, dass ihr Einkommen zunächst überschätzt werde.

Auch die vorgesehene Prüfung der Einkommen der Rentenbezieher sowie gegebenenfalls von deren Partner sei bis zum geplanten Start der Grundrente am 1. Januar 2021 kaum machbar. Um die nötigen Daten zu übermitteln, müssten erst noch automatisierte Prozesse entwickelt werden, erklärte Roßbach. Gelinge dies nicht, schätze sie den Mehrbedarf in der Sachbearbeitung auf mehrere tausend zusätzliche Stellen. Die Präsidentin der Rentenversicherung warb angesichts des straffen Zeitplans für Übergangslösungen oder zunächst pauschalierte Zahlungen.

Zweifel an Finanzierungsplänen

Vorstandsvorsitzender Alexander Gunkel, der in der Rentenversicherung die Arbeitgeberseite vertritt, äußerte sich skeptisch zu den Finanzierungsplänen der Koalition. Die Grundrente müsse "von Anfang an in vollem Umfang" aus Steuermitteln finanziert werden, forderte er. Für schwierig halte er aber, dass der Großteil der veranschlagten Kosten von rund 1,5 Milliarden Euro aus der Finanztransaktionssteuer kommen solle. Ob diese überhaupt komme, sei noch unklar, da auf europäischer Ebene bisher kein Konsens bestehe. Aber selbst bei einer rechtzeitigen Einführung der Steuer sei unklar, ob sie die Mehrausgaben tatsächlich decken würde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. November 2019 | 20:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2019, 20:44 Uhr

11 Kommentare

kennemich vor 3 Wochen

Zitat: Rentenversicherung: Umsetzung der Grundrente schwierig

So wie man es uns schmackhaft gemacht hat, kann es doch nur einfach sein.

Da stimmen sich 2 ab und schon gibt es die Grundrente.

Ossigoere vor 3 Wochen

CDU sollte auf Prüfung wie bei HartzIV bestehen es kann nicht sein das Frau XYZ mit ihren 19 Vermieter-Immobilien und 555 EUR Altersrente nun 700 EUR mtl. vom Staat aufgedrängt bekommt. HartzIV war anfänglich auch miserabel gemacht und ist nun nach vielen Gerichtsurteilen soziale Hängematte für genügsame Flaschensammler und Papiercontainer-Räuber 😊😊😊

Sachsin vor 3 Wochen

DDR zahlte nur 555 Ostmark; dann 2350 DM und heute 1555 EUR die jährlich zum 1.7. steigt - 98% der 23 Millionen geht es super - SHK schreibt nur Unfug und MDR verbreitet es - Bundeswehr braucht dringend Modernisierung und Ausrüstung ergo > 2% des Bruttosozialproduktes!!!