Der Demonstrationszug gegen steigende Mieten vom Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn zieht durch die Karl-Marx-Allee
Demonstrationszug in der Berliner Karl-Marx-Allee. Etwa 40.000 Menschen gingen laut Veranstalter auf die Straße. Bildrechte: dpa

Bundesweit Demonstrationen Zehntausende protestieren gegen #Mietenwahnsinn

In zahlreichen deutschen Städten haben am Samstag Menschen gegen hohe Mieten und Wohnungsmangel protestiert. Das "Bundesweite Bündnis #Mietenwahnsinn" sprach von mehr als 50.000 Demonstranten in 19 Städten.

Der Demonstrationszug gegen steigende Mieten vom Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn zieht durch die Karl-Marx-Allee
Demonstrationszug in der Berliner Karl-Marx-Allee. Etwa 40.000 Menschen gingen laut Veranstalter auf die Straße. Bildrechte: dpa

Rund 55.000 Menschen sind nach Veranstalterangaben am Samstag in 19 deutschen Städten gegen hohe Mieten auf die Straße gegangen. In Berlin zählte der Veranstalter "Bundesweites Bündnis #Mietenwahnsinn" 40.000 Teilnehmer, während die Polizei von mehr als 10.000 ausging. Parallel begann in der Bundeshauptstadt die Sammlung von Unterschriften für das umstrittene Volksbegehren "Deutsche Wohnen & Co enteignen".

Größte mitteldeutsche Kundgebung in Leipzig

In Leipzig waren es dem Bündnis zufolge 2.500 Demonstranten, in München mehr als 1.500.

Auch in Stuttgart, Frankfurt sowie in den mitteldeutschen Metropolen Dresden, Erfurt und Jena gab es Kundgebungen. Die Protestierer forderten günstigere Mieten und einen stärkeren Kampf gegen Spekulationen mit Wohnungen.

Auf den Transparenten in Berlin stand: "Wohnen ist Grundrecht", "Mieter sind keine Zitronen" und "Wir haben Eigenbedarf". Die Demonstranten zogen vom Alexanderplatz durch die teuren Szene-Stadtteile Friedrichshain und Kreuzberg nach Treptow, wo eine Immobilienmesse stattfand.

Berliner Volksbegehren benötigt 20.000 Unterschriften

Die Initiatoren des Berliner Volksbegehrens haben jetzt sechs Monate Zeit, um für die erste Stufe 20.000 Unterschriften zu sammeln. Einige tausend dürften schon bei der Kundgebung an diesem Samstag zusammengekommen sein. Das Volksbegehren fordert, dass das Land Berlin großen Immobilienfirmen die Wohnungen zwangsweise abkauft. Das ist umstritten, weil die hochverschuldete Bundeshauptstadt dafür viele Milliarden Euro aufbringen müsste.

Studie: Private Eigentümer drehen am stärksten an der Mietschraube

Einer Studie zufolge steigen Mieten besonders stark in Wohnungen von privaten Eigentümern und Unternehmen. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln belegte, dass sich die Unterschiede in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern seit 2013 deutlich vergrößert haben.

So blieb die Nettokaltmiete bei kommunalen Wohnungen von 2013 bis 2017 konstant bei durchschnittlich 7,40 Euro pro Quadratmeter. Bei genossenschaftlichen Wohnungen stieg sie von sieben auf 7,50 Euro. Die Mietpreise privater Wohnungsunternehmen stiegen dagegen von 7,70 auf 8,70 Euro, die von privaten Eigentümern von 8,10 auf 8,70 Euro.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. April 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. April 2019, 18:08 Uhr

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67 Kommentare

08.04.2019 21:08 Wo geht es hin? 67

Zitat der MDR - Redaktion: "[Lieber Nutzer,

werden diese Menschen tatsächlich dezentral, also in klassischen Wohnungen untergebracht, oder in Asylbewerberheimen?
Bekommt jeder, der nicht Annähernd 200.000 Flüchtenden eine eigene Wohnung)
Die MDR.de-Redaktion]" Zita Ende. Ach? Nur 200.000? Haben Sie da nicht eine NULL vergessen? Denn soviel sind ja nun mal selbst höchstoffiziell seit 2015 bei und gelandet...Aber so lässt sich das offenkundige Problem, in so kurzer Zeit so vie NEUE Wohnungssuchende DAZU zu bekommen, natürlich viel besser verharmlosen. Ich versteh Sie schon....

[Lieber Wo geht es hin,
es ging um die aktuellen Zahlen pro Jahr, nicht um die Gesamtzahl seit 2015. Im Jahr 2018 beantragten bspw. 185.853 Menschen in Deutschland Asyl. Nur etwa ein Drittel der Anträge wurde positiv entschieden.
Freundliche Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

08.04.2019 18:40 Wohnungsenteignung ist zwar in einer Diktatur möglich 66

jedoch nicht in einer Demokratie, für die das GG den Rahmen festlegt. Wer Miethaien ehemals kommunale Wohnungen verkauft hat, war sehr naiv oder hat schlichtweg geschlafen. Diese Enteignungen nach stalinistischem Muster, mit denen Habeck und Stegner liebäugeln, sind jedoch NICHT möglich. Da muss man diese Herren wieder auf den Boden der Tatsachen bringen. In Artikel 15 heißt es: "Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden." Grund und Boden ohne Wohnhaus darauf! Sonst hätten die Väter und Mütter des GG auch so in das GG geschrieben. In anderen europ. Nachbarländern wird Grund und Boden nur an Staatsangehörige verkauft. Aus gutem Grund, wie man jetzt als Negativbsp. Deutschland sehen kann.Die Miethäuser sind aucvh weder Naturschätze noch Produktionsmittel. Nachlesen bei Marx hilft!

08.04.2019 18:14 Stena 65

In Görliitz kann man sogar kostenfrei probewohnen!

08.04.2019 16:32 Klaus 64

@ { 08.04.2019 15:12 Bernd L. }
Nein, ich wohne schon seit 25 Jahren im eigenen Haus. Ich baue und bezahle ausschließlich Wohnungen, damit andere Leute drin wohnen können, da ich selbst schon lange versorgt bin. Natürlich mache ich das nicht umsonst.
Aber meine Frau ist vor 20 Jahren nach Deutschland migriert und hat bisher auch alles selbst bezahlt. Und Deutsche dürfen in meinen Wohnungen auch nicht umsonst wohnen. Von daher spielt die Nationalität bei der Vermietung keine Rolle. Jeder hat die gleiche Chance.

08.04.2019 16:24 Klaus 63

@ { 08.04.2019 15:15 Ichich }
Wenn der Bedarf vor 2015 schon nicht gedeckt war, dann kann das an den Migranten nicht gelegen haben.
Und dann kommt ja noch hinzu, dass man bereits schon vor 2 Jahren gejammert wurde, dass wir leerstehende Flüchtlingsunterkünfte haben. Und bei jährlich 350 T. Wohnungen bekommt man da jährlich ca. 1.000.000 Menschen unter.
An den Migranten kann es also bei weitem nicht alleine liegen.

08.04.2019 16:23 Querdenker 62

Die Regierungsparteien frönen dem „Mammon“. Beim Dieselskandal zeigte sich eine Nähe zur Autobranche, warum soll das bei der Immobilienbranche anders sein?

siehe „sueddeutsche Sozialer Wohnungsbau - Länder zweckentfremden öffentliche Gelder“
Zitat: „Sie erhalten Zuschüsse in Millionenhöhe, doch Sozialwohnungen bauen einige Bundesländer trotzdem nicht.“

Zumal wir (wenn überhaupt) einen „pseudo- sozialen Wohnungsbau“ haben.

siehe „morgenpost Berlin baut kaum Sozialwohnungen für sozial Schwache“
Zitat: „Zwischen Januar 2014 und April 2018 sind knapp 36.000 Wohnungen aus der Belegungsbindung gefallen und können nunmehr ohne Auflagen frei vermietet werden.“

siehe „mdr Wien: Staat subventioniert Wohnraum mit hunderten Millionen Euro“
Zitat: „In Deutschland fallen viele Wohnungen hingegen nach einer gewissen Laufzeit aus der sozialen Bindung heraus.“

08.04.2019 16:11 Wessi 61

@ 57 ....natürlich wollen Menschen verdienen.Aber nocheinmal: wir haben KEINE "freie" Marktwirtschaft, sondern eine "soziale", deshalb gibt es auch Art. 15 GG.Ein Umkehrschluß: wer sich a-sozial aus Profit gebährdet, dem kann was weggenommen werden.Hierzulande bekommt er es sogar entschädigt.Manchmal: "leider"!

08.04.2019 16:09 Johannes 60

Zieht nach Plauen, da ist es billig und gibt Wohnungen ohne Ende.
Oder nach Ludwigsau, Dassel, Bargstedt, Gresse, Kirchdorf, Torgelow, Bitterfeld etc.
Es gibt kein Recht und keine Pflicht, dass Jedermann in Prenzlauer Berg wohnen oder arbeiten muss.
Erst verkaufen die Städte ihre Wohnungen an Investoren und dann bestrafen sie sie und nehmen ihnen alles wieder weg. Was enteignet ihr als Nächstes? Apple, das KdW, RWE, Daimler, Aldi... ?
Ihr schadet euch selber damit, weil niemand mehr investiert, dass der Staat keine Wohnungen baut ist ja bewiesen. Auf Dauer werden Wohnungen also noch knapper. Günstig für wenige, der Rest kann sehen wo er bleibt. Das ist auch eine soziale Einstellung.

08.04.2019 15:15 Ichich 59

@Klaus, da ist etwas nicht verstanden worden. Die 300.000 (eher 350.000) neugebauten Wohnungen hatten wir bereits VOR 2015 ... und da sprach man bereits von nicht gedecktem Bedarf und nicht ausreichendem Bauvolumen. Die Zuwanderung von 2,0 Mio. 2015-18 ist da noch gar nicht drin.

08.04.2019 15:12 Bernd L. 58

Klaus 56:
Wer die Wohnungen baut bzw. bezahlt möchte doch auch drin wohnen - warum sollen wir Wohnungen für tausende Migranten bezahlen? -
Heute machte Frau Kipping die Miethaie verantwortlich- die "Open Border" Fraktion merkt nicht mal, dass sie ihrem eigenem Stammklientel schadet.