Leipzig Gewalt nach Protesten gegen Abschiebung

In Leipzig wollte die Polizei in der Nacht einen Mann abschieben. Anfänglich kamen 30 Menschen zusammen, um dagegen zu protestieren. Wenig später waren es Hunderte. Nach der Auflösung der Demonstration eskalierte die Lage.

Bei Demonstrationen gegen die Abschiebung eines Mannes ist es in der Nacht zum Mittwoch in Leipzig zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Ein Polizeisprecher sagte MDR AKTUELL, dass eine Gruppe von 30 Menschen versucht habe, die Abschiebung zu verhindern.

500 Menschen folgen Protestaufrufen

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter waren zunächst Fotos einer Sitzblockade in der Hildegardstraße östlich vom Stadtzentrum zu sehen und Aufrufe, sich dem Protest anzuschließen. Nach Polizeiangaben kamen später etwa 500 Menschen zusammen. Die Versammlung sei gegen 1.30 Uhr aufgelöst und der abzuschiebende Mann weggefahren worden.

Polizei meldet elf Verletzte

Nach dem Ende der Aktion seien Bierflaschen und Steine geflogen, so der Polizeisprecher. Die Polizisten hätten Pfefferspray eingesetzt. Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek, der selbst vor Ort war, schrieb auf Twitter, dass die Situation völlig eskaliert sei und mehrere Menschen verletzt worden seien.

Ähnliche Beschreibungen meldeten weitere Twitter-Nutzer, die eigenen Angaben zufolge vor Ort waren. Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch wurden bei dem Einsatz elf Beamte verletzt und drei Einsatzwagen beschädigt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2019 | 04:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 12:33 Uhr