Teilnehmer einer Demonstration für den Erhalt der Braunkohleförderung tragen Schilder mit der Aufschrift 'Hambi muss weg' und 'Make RWE Great again'.
Die einen wollen den Hambacher Forst schützen, die anderen fürchten um ihre Jobs und fordern deshalb: "Hambi muss weg!" Bildrechte: dpa

Streit um Hambacher Forst Tausende demonstrieren für Braunkohle

"Hambi muss weg" fordern die Kohlekumpel. Zu Tausenden zogen sie am Mittwoch durch Bergheim bei Köln. Dort tagt heute die Kohlekommission. Grüne und Ifo-Institut fordern von der Politik ein Konzept für die Kohleregionen.

Teilnehmer einer Demonstration für den Erhalt der Braunkohleförderung tragen Schilder mit der Aufschrift 'Hambi muss weg' und 'Make RWE Great again'.
Die einen wollen den Hambacher Forst schützen, die anderen fürchten um ihre Jobs und fordern deshalb: "Hambi muss weg!" Bildrechte: dpa

In Bergheim bei Köln haben Tausende Menschen gegen einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle protestiert. Es handelte sich um Beschäftigte der Kohle-Branche. Die Gewerkschaft BCE sprach von rund 40.000 Teilnehmern, die Polizei von mehr als 16.000.

Die Demonstranten trugen Schilder mit Sprüchen wie "Hambi muss weg" und "Baggi bleibt". Sie spielten damit auf den Konflikt um den Hambacher Forst an. Naturschützer wollen verhindern, dass der Wald gerodet wird. Der Kohlekonzern RWE will dort Braunkohle fördern.

Kohlekommission im Rheinischen Revier

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission traf sich am Mittwoch in Bergheim. Das Gremium soll bis zum Jahresende einen Termin für den Ausstieg aus der Kohleverstromung nennen. Zudem soll sie Vorschläge für den Strukturwandel in den betroffenen Regionen machen. Die Kommission hatte die Lausitz schon besucht, nun war das Rheinische Revier an der Reihe. Dort gibt es Abbaugenehmigungen bis 2045.

Kommissionsmitglied Antje Grothus warnte RWE vor einer "Hetzkampagne". Vor ihrem Haus waren etwa 100 Mitglieder der Gewerkschaft BCEW mit Trillerpfeifen aufmarschiert. Die Umweltschützerin sagte, sie und andere Betroffenen seien keine Menschen zweiter Klasse. Die Kohlekumpel sollten auch bedenken, welche Folge der Kohleabbau habe. Grothus vertritt in der Kommission Interessen der Tagebau-Anwohner.

Grüne und Ifo vermissen Konzepte

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert einen Zukunftsplan für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen. Der Politiker sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Politik müsse den Menschen eine wirtschaftliche Perspektive geben und die Voraussetzungen für neue Jobs schaffen. Die verantwortlichen Ministerpräsidenten, aber auch die Bundesregierung und die Energiekonzerne hätten den Strukturwandel vernachlässigt. Das sei fahrlässig.

Ähnliche Forderungen formulieren auch Wirtschaftsforscher. Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut in Dresden sagte MDR AKTUELL, die Politik müsse ein schlüssiges Konzept liefern. Ragnitz nannte die Forderungen der Länder "unschlüssig". Der Bund werde darauf nicht eingehen.

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg hatten vergangene Woche für den Strukturwandel in den Braunkohle-Regionen 60 Milliarden Euro gefordert. Eine konkrete Verwendung für das Geld nannten sie nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Oktober 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2018, 13:14 Uhr

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89 Kommentare

26.10.2018 13:14 Eulenspiegel 89

Hallo Ekkehard Kohfeld 87
„Und diesen beiden Unterseekabeln sind nicht dazu da um Strom aus Norwegen zu importieren.##Und noch mal die Frage warum machen wir das nicht selber und erhalten unser Arbeitsplätze?Und natürlich geht das was sie hier ständig loslassen von heute auf morgen,“
Ich denke diese Frage ist durchaus berechtigt denn Möglichkeiten gibt es da sehr viele. Diese Frage müssen sie aber schon den Stromkonzernen stellen. Schließlich haben die sämtliche Wasserspeicherkraftwerke still gelegt und haben keine Planungen für Energiespeiche betrieben. Kein Mensch hat davon gesprochen das dieser Umstieg von Heute auf Morgen geschehen kann. Ich denke aber es ist wichtig Heute damit anzufangen. Es sollten in Kürze die ältesten Dreckschleudern abgeschaltet werden.

26.10.2018 11:04 Ekkehard Kohfeld 88

@ Pinocchio 82 @79: Tja Ekki, ich erklär Ihnen mal, wie das in Zukunft auch gehen wird.
Ich betreibe in meinem Haus ein BHKW.##Sie tun hier so als wären sie gegen fossile Brennstoffe und haben so etwas im keinen selber,was für eine Schizophrenie."Als Antrieb für den Stromerzeuger können Verbrennungsmotoren, d. h. Diesel-, Pflanzenöl- oder Gasmotoren, aber auch Gasturbinen, Stirlingmotoren verwendet werden. "Und was da beim hin und her wandeln für Verluste entstehen wird einfach ignoriert.Und wieder die Lemming Naivität läßt grüßen.

26.10.2018 09:08 Ekkehard Kohfeld 87

Pinocchio 82 @79: Tja Ekki, ich erklär Ihnen mal, wie das in Zukunft auch gehen wird.
Ich betreibe in meinem Haus ein BHKW.##Tja kann man da auch ein Stahlwerk mit betreiben oder die Fahrzeugproduktion bei der Autoindustrie?##Lesen Sie selbst nach, was das ist.##Ach Pinocchio das weiß ich doch,schließen sie nicht immer von sich auf Andere die sind nicht so weit hinterm Mond wie sie.## Als Antrieb für den Stromerzeuger können Verbrennungsmotoren, d. h. Diesel-, Pflanzenöl- oder Gasmotoren, aber auch Gasturbinen, Stirlingmotoren verwendet werden. ##Und das ist Umweltfreundlich?Jeder baut sich jetzt so einen Motor in den Keller?Ich dachte ihr Möchtegerne Umweltschützer wollt keine Fossilen Brennstoffe,schon wieder Heuchelei.Sie scheinen bei ihren durcheinander Kommentaren schon nicht mehr zu wissen was sie wollen.

26.10.2018 08:12 Ekkehard Kohfeld 86

@ Eulenspiegel 83 Aber was uns zur Zeit noch fehlt sind Langzeit-und Kurzzeitspeicher. Und diesen beiden Unterseekabeln sind nicht dazu da um Strom aus Norwegen zu importieren.##Und noch mal die Frage warum machen wir das nicht selber und erhalten unser Arbeitsplätze?Und natürlich geht das was sie hier ständig loslassen von heute auf morgen,aber gut die ganze Diskussion ist eh erst mal hinfällig da man den Braunkohleausstieg schon mal bis mindestens 2030 verschoben hat da könnt ihr hier gerne weiter über ungelegte Eier diskutieren.

25.10.2018 22:08 Thomas 85

Der Hambacher Forst wurde damals von der rot- grünen Landesregierung an RWE verkauft. Das ist auch jetzt noch nachweisbar. Mich wundert überhaupt, warum man um dieses Waldstück so verbissen kämpft und nichts, aber auch gar nichts gegen die geplante Vernichtung des Reinhardt- Wald in Hessen unternimmt. Angeblich wurden im Hambacher Forst ganz seltene Fledermäuse gefunden, die es aber woanders nicht zu geben scheint. Die Tiere dort scheinen im Allgemeinen sehr resistent gegen jahrelange Belästigungen und Lärm zu sein.

25.10.2018 21:42 Norbert NRW 84

Trotz allem werden wir die Kohle noch lange brauchen, der Rest ist Zukunftsmusik und wenn dabei genau so viele Politiker zwischen funken wie auch bei anderen Projekten sehe ich das noch lange nicht umgesetzt.

25.10.2018 21:23 Eulenspiegel 83

Hallo Ekkehard Kohfeld
Im Handelsblatt habe ich jetzt gelesen:
„Düsseldorf Die Energiewende in Deutschland vollzieht sich unaufhaltsam: Im ersten Halbjahr produzierten die Erneuerbaren Energien erstmals mehr Strom als Braun- und Steinkohlekraftwerke.“
Das heißt Braun- und Steinkohlekraftwerke zusammen haben eine geringere Bedeutung als die Erneuerbaren Energien. Es ist mir klar das sie da Schwierigkeiten haben das zu verstehen. Aber was uns zur Zeit noch fehlt sind Langzeit-und Kurzzeitspeicher. Und diesen beiden Unterseekabeln sind nicht dazu da um Strom aus Norwegen zu importieren. Das ist ein Energiespeiche den uns Norwegen zur Verfügung stellt. Auch das verstehen sie nicht. Weiter Wasserstoff wird ein wichtiger Energieträger der Zukunft sein. Sollten sie aber davor Angst haben so kann man in Wasserstoff auch in einen zweiten Schritt in Methan(Erdgas) umwandeln. Aber das verstehen sie natürlich auch nicht. Eigentlich verstehen sie gar nichts.

25.10.2018 21:02 Peter 82

@79: Tja Ekki, ich erklär Ihnen mal, wie das in Zukunft auch gehen wird.
Ich betreibe in meinem Haus ein BHKW. Lesen Sie selbst nach, was das ist. Zumindest produziere ich damit Strom für mich und die Allgemeinheit. Das Problem besteht bisher lediglich darin, dass ich nur Strom produziere, wenn ich heize. Im Moment überlege ich, mir zusätzlich einen Stromspeicher anzuschaffen. Der ist aber noch relativ teuer. Aber ich denke, auch da werden wie bei allen neuen Technologien die Preise schon bald sinken.
Übrigens: Die Stadtwerke Leipzig haben eine solche Anlage im Großen bereits in Connewitz stehen. Es scheinen also nicht alles Deppen auf dieser Welt herumzulaufen.
Meinen Sie nicht auch?

25.10.2018 20:18 Ekkehard Kohfeld 81

Eulenspiegel 2 76
Dann gibt es noch das Projekt Power-tot-Gas. Eine Möglichkeit:
„Der Begriff Power-to-Gas steht für ein Konzept, bei dem überschüssiger Strom dazu verwendet wird, per Wasserelektrolyse Wasserstoff zu produzieren und bei Bedarf in einem zweiten Schritt unter Verwendung von Kohlenstoffdioxid (CO2) in synthetisches Methan umzuwandeln.##Haben sie schon einen Weg gefunden Wasserstoff sicher zu lagern und in solch großen Mengen,bei Autos sträubt man sich dagegen weil zu gefährlich oder etwa doch zu billig und zu einfach?

25.10.2018 20:15 Ekkehard Kohfeld 80

@ Eulenspiegel 3 77
Da wäre es vielleicht sinnvoll die ganzen stillgelegten Wasserspeicherkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen.##
Da haben sie nur ein Problem da machen ihre grünen Freunde nicht mit.
"Stillstand für die „sanften Riesen“ der Energiewende
20. Februar 2017
Kaum etwas erfordert die Energiewende so dringend wie Speicher für den schwankenden Wind- und Sonnenstrom. Wasserkraftwerke könnten das erledigen. Doch bei Umweltschützern stoßen die riesigen Anlagen auf Widerstand."##Wie viel brauen wir davon um alle andern Energieerzeuger ab zu schalten?