Verdächtige in U-Haft Mutmaßliche rechte Terrorzelle nannte sich "Der harte Kern"

Nach der Razzia gegen eine mutmaßliche rechte Terrorzelle ist gegen alle zwölf festgenommenen Verdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Zwei der mutmaßlichen Unterstützer kommen aus Sachsen-Anhalt, einer aus dem Landkreis Wittenberg, der andere aus dem Salzlandkreis.

Eine Person wird von Polizisten mit zum Bundesgerichtshof gebracht.
Bei der Razzia am Freitag wurden 13 Wohnungen in insgesamt sechs Bundesländern durchsucht. Bildrechte: dpa

Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle befinden sich alle zwölf festgenommenen Verdächtigen in Untersuchungshaft. Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mitteilte, erließen Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs im Laufe des Samstags Haftbefehl gegen vier mutmaßliche Mitglieder und acht Unterstützer.

Mutmaßlicher Anführer als rechtsextremer Gefährder eingestuft

Inzwischen wurden auch weitere Details bekannt: Die "Welt am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Ermittler, die Gruppe habe sich "Der harte Kern" genannt. Der "Spiegel" berichtet, Werner S., der mutmaßliche Anführer der Gruppe, sei bereits vor mehreren Monaten von den Sicherheitsbehörden als rechtsextremer Gefährder eingestuft worden.

Die Mitglieder der Gruppe hätten außerdem Bezüge zur rechtsextremen Gruppierung "Soldiers of Odin", einer 2015 in Finnland gegründeten rechtsextremistischen Bürgerwehr, die sich später auch in Deutschland bildete. Ihr Markenzeichen: einheitlich schwarze Kleidung und mit Wikingerschädel bedruckte Jacken.

Zwei Verdächtige aus Sachsen-Anhalt

Die Bundesanwaltschaft hatte die Verdächtigen am Freitag bei einer Razzia in sechs Bundesländern festnehmen lassen. Insgesamt sind 13 Wohnungen durchsucht worden. Dabei sind mehrere Schusswaffen gefunden worden - laut "Spiegel" auch eine, die der des Attentäters von Halle ähnelte. Zudem soll Material sichergestellt worden sein, das sich zur Herstellung von Sprengvorrichtungen eignete.

Zwei der mutmaßlichen Unterstützer kommen aus Sachsen-Anhalt, einer aus dem Landkreis Wittenberg, der andere aus dem Salzlandkreis. Sie sollen sich bereit erklärt haben, Geld zu geben, Waffen zu beschaffen oder an Anschlägen mitzuwirken.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Terrorzelle Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst hat, um bürgerkriegsähnliche Zustände auszulösen. Die Ermittler werfen fünf Personen vor, die Terrorzelle im September 2019 gegründet zu haben. Die Gruppe soll sich in Chats und per Telefon kennengelernt und ausgetauscht und schon mehrfach getroffen haben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Februar 2020 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2020, 12:03 Uhr