Nach der Thomas-Cook-Pleite Rektor der Handelshochschule Leipzig: "Condor sollte Staatshilfe bekommen"

Der Rektor der Handelshochschule Leipzig (HHL), Prof. Dr. Stephan Stubner, spricht sich dafür aus, dass die Bundesregierung der Airline Condor einen Überbrückungskredit gewährt. Stubner sagte heute dem MDR-Magazin "Umschau": "Insgesamt sehe ich das Risiko, der Condor unter die Arme zu greifen, als überschaubar an und die positiven Effekte würden aus meiner Sicht überwiegen.“ Der aktuelle Liquiditätsengpass bei Condor durch die Insolvenz von Thomas Cook könne damit überbrückt werden, so Stubner. Grundsätzlich sieht er in Condor "ein stabiles Unternehmen in einem funktionierenden Markt".

Besser noch: "ein starker Partner"

Aus Sicht des Steuerzahlers wäre es allerdings laut Stubner noch besser, wenn sich statt eines Überbrückungskredits durch den Staat ein starker Partner finden würde, der Condor übernimmt: "Wir müssen immer voraussetzen, dass die Condor eigentlich stabil ist und genug Geld erwirtschaften wird, um das Geld zurückzuzahlen. Man kann jetzt von außen aber schlecht sagen, wie viel benötigt würde. Ob die derzeit diskutierten 200 Millionen ausreichen würden, wissen wir heute nicht. Ein neuer Partner könnte dieses Risiko übernehmen und der Steuerzahler müsste es nicht eingehen, das Geld zu verlieren."

Ausgangslage besser als bei Air Berlin

Bei Condor sei die Lage auch anders als bei Air Berlin damals: "Wir haben eine ganz andere Ausgangssituation. Air Berlin hatte sich mit seiner eigenen Strategie verhoben und hier musste man auch wirklich in der Strategie und im operativen Geschäftsmodell sehr stark unterstützen" so Stubner.

Würde Condor vom Markt wegbrechen, sieht Stephan Stubner negative Folgen für die Verbraucher. Einerseits würde es weniger Auswahl geben und weniger Möglichkeiten zu verreisen. "Hinzu kommt, das haben wir in verschiedenen Märkten schon gesehen;: Je weniger Anbieter, desto höher tendenziell auch die Preise", so Stubner.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Umschau | 24. September 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2019, 16:03 Uhr