Geldstücke und Rente
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Hintergrund Häufige Fragen zur Rente

Wie berechnet sich die Rente? Werden Renten besteuert? Sind Rentner im Osten mehr von Altersarmut bedroht? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen rund um das Thema Rente - und die Antworten dazu.

Geldstücke und Rente
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Wie wird die Rente finanziert?

Die gesetzliche Rente in Deutschland ist umlagefinanziert. Das heißt: Wer momentan arbeitet, zahlt in die Rentenkasse ein - und wer Rentner ist, bekommt die dort eingezahlten Beiträge direkt als Rente. Deshalb ist die sinkende Geburtenzahl auch so problematisch: Wenn immer weniger Kinder geboren werden, müssen diese irgendwann einmal mehr Rentner finanzieren, als die Arbeitnehmer heute.

Was ist die "Rentenanpassung"?

Die jährliche Erhöhung der Renten wird als Rentenanpassung bezeichnet. Das erfolgt immer zum 1. Juli. Die Höhe der Rentenanpassung wird von der Bundesregierung in einer Verordnung festgelegt, der Bundesrat muss zustimmen. Die Anpassung kann allerdings auch per Gesetz erfolgen. Das war das letzte Mal 2008 der Fall.

Welche Faktoren spielen bei der Rentenanpassung eine Rolle?

Die Renten folgen der Entwicklung von Löhnen und Gehältern. Wenn sich in Ost und West die Löhne und Gehälter unterschiedlich entwickeln, gibt es in Ost und West auch unterschiedliche Rentenanpassungen. Bei fallenden Löhnen hat der Gesetzgeber negativen Rentenanpassungen einen Riegel vorgeschoben. Folgen auf Jahre mit negativer Lohnentwicklung, Jahre mit positiver Lohnentwicklung, wird die Rente in den positiven Jahren nicht so stark angehoben.


Wie wird die Rente berechnet?

Die Rente jedes Einzelnen wird mit der sogenannten Rentenformel berechnet. Danach ist die monatliche Rente das Produkt aus

  • Entgeltpunkte: Sie werden jährlich aus dem Verhältnis des eigenen Einkommens zum Durchschnittseinkommen errechnet. Angenommen werden für dieses Jahr 37.873 Euro. Wer genau durchschnittlich verdient hat, bekommt exakt einen Entgeltpunkt. Bei niedrigerem bzw. höherem Lohn gibt es entsprechend weniger oder mehr. Maximal sind rund zwei Endgeltpunkte möglich - dies liegt an der Bemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung. Um die niedrigeren Ostlöhne zu kompensieren, werden diese für die Berechnung mit dem sogenannten Hochwertungsfaktor von (derzeit) 1,12 multipliziert. Das soll sicherstellen, dass ein Beschäftiger im Osten mit durchschnittlichem Osteinkommen ebenfalls genau einen Rentenpunkt bekommt.
  • Aktueller Rentenwert: (derzeit 30,69 Euro im Osten und 32,03 Euro im Westen)
  • Zugangsfaktor: Bei regulärem Renteneintritt beträgt er 1,0. Für früheren bzw, späteren Renteneintritt gibt es Ab- bzw. Zuschläge.
  • Rentenartfaktor: Bei Altersrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung beträgt er 1,0.

Wer zum Beispiel 40 Jahre lang immer zum Durchschnittslohn gearbeitet hat, bekommt im Osten monatlich 1.227 Euro Rente und im Westen 1.281 Euro.


Müssen Rentner Einkommenssteuern zahlen?

Die Zahl der Rentner, die steuerpflichtig sind, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Betroffen sind all diejenigen, die nach einer Rentenerhöhung in die Steuerpflicht rutschen, weil ihre Einkünfte auf einmal über dem sogenannten Steuerfreibetrag liegen. Dieser beträgt aktuell 8.472 Euro bei Alleinstehenden, bei Ehepaaren ist es das Doppelte.

Einkommensteuererklärung mit Taschenrechner
Immer mehr Rentner müssen eine Einkomenssteuererklärung machen. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Experten empfehlen allen steuerfreien Rentnern, alle drei bis vier Jahre überprüfen zu lassen, ob sie es immer noch sind oder inzwischen doch unter die Steuerpflicht fallen und damit eine Einkommenssteuererklärung abgeben müssen. Helfen kann dabei das Finanzamt oder ein Steuerberater, der dann, sofern man es will, auch gleich die Steuererklärung aufsetzen kann.

Wer die Erklärung lieber allein machen will, sollte unbedingt ein paar wichtige Dinge beachten. So gibt es steuermindernde Tatsachen – bei Rentnern sind das vor allem haushaltsnahe Dienstleistungen, außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten, der Grad einer eventuellen Behinderung oder mögliche Unterhaltszahlungen. Außerdem: Ein Teil der Rente ist grundsätzlich steuerfrei, ein anderer Teil unterliegt hingegen immer der Besteuerung. Wie hoch dieser Teil ausfällt, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Beachtet werden müssen auch andere Einkommensquellen, wie private Rentenversicherungen, Witwenrenten oder Mieteinnahmen.

Wie werden die Renten besteuert?

Bis 2004 war nur der sogenannte Ertragsteil der Rente steuerpflichtig. Er lag bei einem Viertel bis zu einem Drittel der Rente. Grundidee dahinter war, dass ein Rentner die in seinem Arbeitsleben eingezahlten Rentenbeiträge bereits versteuert hat. 2005 wurde das System umgestellt. Rentenbeiträge können nun von der Steuer abgesetzt werden. Dafür müssen Rentner, die bis 2005 in die Rente gegangen sind, 50 Prozent ihrer Altersbezüge versteuern. Seit 2006 wird der Steueranteil jährlich um zwei Prozentpunkte angehoben. In diesem Jahr beträgt er 72 Prozent. Ab 2040 müssen Neurentner ihre komplette Rente versteuern - bis auf einen Freibetrag für das Existenzminimum, der derzeit bei 8.652 Euro für Ledige und bei 17.304 Euro für Ehepaare liegt.

Beispielrechnung:
Sie sind 2016 in Rente gegangen und erhalten monatlich 1.200 Euro. Ihre Jahresbruttorente liegt also bei 14.400 Euro. 72 Prozent davon sind dann steuerpflichtiges Einkommen - also 10.368 Euro . Von diesem wird noch der Grundfreibetrag (Existenzminimum) von derzeit 8.652 Euro abgezogen. Auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (rund 1.500 Euro) können geltend gemacht werden. Sofern Sie keine weiteren abzugsfähigen Ausgaben haben und auch keine weiteren Einkünfte wie Betriebsrente oder Mieten, müssen Sie rund 200 Euro versteuern. Bei einem Eingangssteuersatz von 15 Prozent wären das 30 Euro im Jahr. Mit den Rentenanpassungen wird sich diese Rechnung jedoch ändern.


Reicht der Mindestlohn für die Grundrente?

Miniatur-Figuren in Arbeitskleidung unterschiedlicher Branchen stehen vor Geldschein und Münzen im Wert von 8,50 Euro
Dauerhafte Mindestlohn-Empfänger bekommen kommen nicht über eine Grundsicherung hinaus. Bildrechte: IMAGO

Nein. Mit einem Einkommen auf Mindestlohn-Niveau schafft man es nach 45 Beitragsjahren nicht auf eine Rente oberhalb der Grundsicherung. Das hat die Bundesregierung im April 2016 auf eine Anfrage der Linken geantwortet. Demnach müsste der Stundenlohn bei 11,68 Euro liegen. Das sind allerdings gut fast Euro mehr als der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro.

Der durchschnittliche Bruttobedarf, um auf die Grundsicherung zu kommen, beträgt monatlich 788 Euro. Berechnungsgrundlage dabei sind eine Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden und 45 Arbeitsjahre.


Wann werden die Ostrenten das Westniveau erreicht haben?

Anfang der 1990er Jahre hatte die Politik den Plan, die Renten nach zehn Jahren angeglichen zu haben. Der Termin ist inzwischen seit 15 Jahren überfällig. Rentenniveau Ost und West nähern sich jedoch weiter an: Der Rentenwert (Ost) stieg am 1. Juli 2018 von 95,7 auf 95,8 Prozent des Westniveaus.

Gibt es bei der Ost-West-Rentenangleichung nur Gewinner?

Nein. Die Angleichung der Renten bis zum Jahr 2025 bringt neben Gewinnern auch Verlierer hervor. Gewinner sind die heutigen Rentner, Verlierer die heutigen Arbeitnehmer, also die künftigen Rentner. Die Rentenangleichung verändert zwei Dinge in der Rentenformel: zum einen steigt der bislang noch niedrigere Ost-Rentenwert (derzeit 30,69 Euro) auf Westniveau (32,03 Euro). Zum anderen fällt aber der Aufwertungsfaktor von derzeit mehr als 12 Prozent weg, der bislang die niedrigeren Ostgehälter in der Berechnung der Rente auf den westdeutschen Durchschnitt aufgewertet hat. Der höhere Rentenwert kann die abgeschaffte Aufwertung nicht ausgleichen - für heutige Arbeitgeber ist das de facto eine Rentenkürzung.

Sind Rentner im Osten stärker von Armut bedroht?

Ältere Menschen halten sich in den Armen und Lachen.
Rentner im Osten sind nicht stärker von Altersarmut betroffen. Bildrechte: Colourbox.de

Laut Statistik nicht. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist der Anteil armutsgefährdeter Rentner im Osten etwas niedriger als im Westen. Demnach waren 2013 in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin 12,5 Prozent der Menschen über 65 Jahre von Armut bedroht. In den alten Bundesländern lag diese Quote bei 14,8 Prozent. Am höchsten war das relative Armutsrisiko für über 65-Jährige im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Bayern, im Saarland waren es sogar 19,2 Prozent. Am geringsten war die Quote für Rentner in Berlin mit 11 und in Sachsen mit 11,5 Prozent. Am stärksten betroffen sind westdeutsche Frauen. Hier liegt der Anteil derer, die von ihrer Rente allein nicht leben können, deutlich höher als bei ostdeutschen Frauen. Grund ist, dass im Osten zu DDR-Zeiten wesentlich mehr Frauen berufstätig waren und Ansprüche erarbeitet haben. Ein weiterer Faktor für die geringeren Renten von Frauen ist der Arbeitsausfall durch Kindererziehungszeiten, die nicht voll angerechnet werden.

Generell ist das Armutsrisiko im Osten aber deutlich höher als im Westen – 19,8 Prozent standen 2013 14,4 Prozent gegenüber. Als armutsgefährdet gelten gemäß EU-Definition Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. In Deutschland beginnt die Armutsgefährdung demnach für Alleinlebende ab einem Monatseinkommen unter 892 Euro.

Was ist die Rentenlücke?

Die Renten- oder auch Versorgungslücke ist die Differenz zwischen der gesetzlichen Rente und dem Betrag, den man braucht, um seinen Lebensstandard nicht zu verringern. Da das Rentenniveau seit Jahren kontinuierlich sinkt, werden künftig wohl die wenigsten ihren Lebensunterhalt allein mit der gesetzlichen Altersrente bestreiten können und sollten deshalb zusätzlich privat vorsorgen. Nach einer Prognose der Bundesregierung wird das Rentenniveau bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent heruntergehen. Das heißt, dass Neu-Rentner nur noch 43 Prozent des dann gezahlten Durchschnittslohns zur Verfügung haben werden. 1990 waren es noch 55 Prozent, 2014 bereits nur noch 48 Prozent. Im Internet gibt es Rechner, mit denen man seine eigene Rentenlücke herausfinden kann.


Die Rente ab 63 ohne Abschläge - wer bekommt sie?

Wer mindestens 45 Jahre lang in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war, kann seit Juli 2014 bereits ab 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Für alle Personen, die nach 1952 geboren sind, steigt die Altersgrenze für die abschlagsfreie Rente jedoch schrittweise an. Für alle nach 1964 Geborenen liegt sie wieder bei 65 Jahren.

Geburtsjahr Renteneintritt abschlagsfrei möglich mit
1953 63 Jahren und 2 Monaten
1954 63 Jahren und 4 Monaten
1955 63 Jahren und 6 Monaten
1956 63 Jahren und 8 Monaten
1957 63 Jahren und 10 Monaten
1958 64 Jahren
1959 64 Jahren und 2 Monaten
1960 64 Jahren und 4 Monaten
1961 64 Jahren und 6 Monaten
1962 64 Jahren und 8 Monaten
1963 64 Jahren und 10 Monaten

Auf die 45 Jahre werden unter anderem Zeiten der früheren Wehr- oder Zivildienstpflicht, der Pflege von Angehörigen oder der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes angerechnet. Auch Zeiten des Bezuges von Insolvenzgeld sowie Zeiten, in denen Leistungen bei Krankheit bezogen wurden, gehören dazu. Nicht berücksichtigt werden beispielsweise Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II.

Wer die Kriterien für die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren erfüllt, aber dennoch weiter arbeiten möchte, kann dies weiter tun: Betreffende Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, die vorzeitige Rente in Anspruch zu nehmen. Wer dagegen mit 63 Jahren in Rente geht, muss Folgendes beachten: Erst nach Erreichen der Regelaltersgrenze kann ohne Auswirkungen auf die Altersrente unbegrenzt dazu verdient werden.


Arbeiten im Alter – Was müssen Rentner beachten?

Ü50-Arbeitnehmer
Rentner dürfen auch nebenbei arbeiten. Bildrechte: Colourbox.de

Wer die Regelaltersgrenze überschritten hat, darf so viel dazuverdienen, wie er möchte. Die Rente bleibt dennoch erhalten. Derzeit liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren; 65 Jahre für diejenigen, die vor dem 1. Januar 1947 geboren wurden, und für später Geborene liegt die Grenze zwischen 65 und 67 Jahren. Allerdings gibt es einige Regeln zu beachten, denn in bestimmten Fällen können die Zusatzeinnahmen dazu führen, dass die Rente gekürzt wird.

Als Rentner kann man sich von einem Unternehmen einstellen lassen, als ganz regulärer Arbeitnehmer, also mit Lohnabrechnung, Urlaubsanspruch und Fortzahlung im Krankheitsfall. Möglich ist auch ein Minijob. Für ihn gelten grundsätzlich dieselben Regeln, auch bei Teilzeit. Der Arbeitgeber muss eine Pauschale für Steuern und Sozialversicherung zahlen. Diese geringfügigen Beschäftigungen sind zudem auch rentenversicherungspflichtig. Allerdings kann man sich davon befreien lassen. Wer sich lieber ehrenamtlich engagieren möchte, darf jährlich 720 Euro steuerfrei hinzuverdienen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Ehrenamtspauschale.


Wie viel dürfen Frührentner hinzuverdienen?

Wer vorzeitig in Altersrente geht und die kompletten Ruhestandsbezüge bekommt, darf monatlich maximal 450 Euro hinzuverdienen – egal, ob als Angestellter oder Selbstständiger. Bei Vollrentnern dürfen in zwei Monaten höchstens 900 Euro an Hinzuverdienst zusammenkommen, also die doppelte Höhe der Hinzuverdienstgrenze. Passiert das regelmäßig oder der Betrag wird überschritten, kommt Post vom Rentenversicherungsträger. Die Rente wird gekürzt, es gibt nur noch eine Teilrente. Allerdings erhöht sich in diesem Fall zugleich die Hinzuverdienstgrenze. Diese Hinzuverdienstgrenze gilt neben Frührentnern übrigens auch für Erwerbsminderungsrentner. Wie sich die Hinzuverdienstgrenzen berechnen, steht auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung.

Beachtet werden muss stets, ob man mit dem verdienten Geld über dem Steuerfreibetrag landet und damit steuerpflichtig wird, samt Steuererklärung. Allerdings profitieren arbeitende Rentner vom Altersentlastungsbetrag. Als Angestellte können sie zudem Werbungskosten absetzen.

Geplant ist die sogenannte Flexi-Rente, die einen fließenden Übergang zum Ruhestand möglich machen und viele Ältere in den Betrieben halten soll. Das Gesetz soll ab 2017 in Kraft treten.


Wer hat Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente?

Eine volle Erwerbsminderung liegt vor, wenn ein Versicherter aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden täglich (bei einer Fünf-Tage-Woche) arbeiten kann oder aufgrund einer Behinderung in einer geschützten Einrichtung arbeitet, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aber nicht tätig sein kann. Eine teilweise Erwerbsminderung hat, wer weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten kann.

Um eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, muss man in der Regel mindestens fünf Jahre Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben, davon in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre. Die Höhe der Rente richtet sich nach den bisher erlangten Rentenpunkten. Wer vor Vollendung des 62. Lebensjahr wegen Erwerbsminderung nicht mehr arbeiten kann, erhält dabei Rentenpunkte, als hätte er bis 62 weitergearbeitet. Sollte er in den letzten vier Jahren deutlich weniger verdient haben, wird bei der Berechnung das vorher erzielte höhere Einkommen als Maßstab genommen.

Allerdings bekommt ein Erwerbsminderungsrentner gleichzeitig Abzüge für jeden Monat, den er die Erwerbsminderungsrente vor dem sogenannten Referenzalter von derzeit 63 Jahren und zehn Monaten (steigt bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre) in Anspruch nimmt. Der maximale Abschlag beträgt 10,8 Prozent. Auch wer eine Erwerbsminderungsrente bekommt, kann hinzuverdienen. Und zwar bis zu 450 Euro pro Monate. Wenn es mehr wird, führt das zur Kürzung bis hin zur Streichung der Rente.


Was ist die Mütterrente und wer bekommt sie?

Diese Dresdner Familie tauschte am 01.07.1990 in einer Sparkasse in Dresden Ostmark gegen 2000 D-Mark.
Wer vor 1992 Kinder geboren hat, hat Anspruch auf eine Mütterrente. Bildrechte: IMAGO

Die Mütterrente bekommen alle Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben. Sie soll die soziale Absicherung der betreffenden Rentnerinnen verbessern. Zu ihrem bestehenden Rentenanspruch erhalten sie seit 2014 für jedes vor 1992 geborene Kind einen zweiten Entgeltpunkt hinzu. Frauen, die noch nicht in Rente sind, erhalten für ihre spätere Rente ein weiteres Jahr Kindererziehungszeit gutgeschrieben. Derzeit plant die Bundesregierung, die Mütterrente noch einmal auszuweiten. Die Entscheidung im Bundestag ist noch nicht gefallen.

Der Begriff Mütterrente ist übrigens irreführend, denn: Damit ist generell eine bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint. Das kann Mütter und Väter betreffen, je nachdem, wer die Kindererziehungszeiten in seinem Rentenversicherungskonto hat.


Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es?

Sehr viele. Sie reichen über klassische private Renten- oder Lebensversicherungen, betriebliche Altersvorsorge, die staatlich geförderte Riester-Rente, ungeförderte Banksparverträge bis hin zu Investmentfonds oder Rentenfonds. Welche private Vorsorge die richtige für einen selbst ist, hängt immer von den persönlichen Lebensumständen ab. Tipps dazu gibt die  Deutsche Rentenversicherung.

Ab wann sollte man sich um private Altersvorsorge kümmern?

So früh wie möglich. Denn je eher man damit beginnt, zusätzlich privat fürs Alter vorzusorgen, umso mehr Geld hat man dann natürlich im Alter auch und kann seinen gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten.


Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist eine freiwillige, private Zusatzversorgung, die vom Staat mit Zulagen unterstützt wird. Eingeführt wurde sie 2002. Benannt ist sie nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester. "Riestern" kann jeder, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist.

Woher weiß ich, ob sich Riester für mich lohnt?

Eine Brille auf einem Antrag zur Riesterrente
Die Riester-Rente lohnt nicht für jedermann. Bildrechte: imago/Bernhard Classen

Riester ist kein Produkt von der Stange. Es gibt auch viele Fälle, in denen sich die Riester-Rente einfach nicht lohnt. Bevor ein Vertrag abgeschlossen wird, sollte sich der Verbraucher gut beraten lassen. Zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale. Die Riester-Rente gibt es als Fonds, Versicherungen, als Banksparpläne und für die Baufinanzierung. Derjenige, der sich irgendwann einmal ein Eigenheim zulegen will, ist mit einem Riester-Bauspar-Vertrag gut beraten. Banksparpläne sind sehr flexibel und wenn man mit Riester an den Kursentwicklungen von Aktien teilhaben will, kann man das mit Riester-Fonds. Für alle Riester-Produkte gilt: Zu Rentenbeginn steht dem Versicherungsnehmer mindestens das selbst eingezahlte Geld plus der staatlichen Förderung zur Verfügung.

Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?

Besonders für Berufsanfänger und kinderreiche Familien. Wer zum Beispiel in seiner Lehre wenig verdient, zahlt nur 60 Euro pro Jahr, um eine volle Riester-Förderung zu bekommen. Für junge Arbeitnehmer gibt der Staat noch einmal 200 Euro Förderung. 300 Euro pro Kind zahlt der Staat jedes Jahr dazu, wenn die Kinder nach dem Jahr 2008 geboren wurden. Und das über den kompletten Zeitraum, in dem die Eltern Kindergeld beziehen.


Wird die Rente gekürzt, wenn man im Ausland lebt?

Nach Angaben der der Deutschen Rentenversicherung gehen in Deutschland erworbene Leistungsansprüche im Ausland "üblicherweise nicht verloren". Es stehe deutschen Rentnern frei, wo sie ihren Ruhestand verbringen. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt Renten derzeit in über 150 Länder.

Es gibt einige wenige Ausnahmen, bei denen Rentner Abschläge in Kauf nehmen müssen. Zum einen betrifft es die Renten, die nach dem sogenannten Fremdrentengesetz bezahlt werden. Wenn jemand beispielsweise als Russland-Deutscher in die dortige Rentenversicherung eingezahlt hat. Einschränkungen kann es auch bei Beziehern von Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit geben. In beiden Fällen werden die auswanderungswilligen Rentner gebeten, mit der zuständigen Rentenstelle Kontakt aufzunehmen. Beratung diesbezüglich bietet aber auch das Raphaelswerk der Caritas an.

Des Weiteren sollten die Auswanderer im Rentenalter die Frage der Rentenbesteuerung im Ausland mit dem zuständigen Finanzamt klären und bei einer privaten Krankenversicherung auch dort nachfragen, ob sie im Ausland uneingeschränkten Versicherungsschutz gewährleistet.

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2018, 22:22 Uhr