Geldstücke und Rente
Bildrechte: imago/Steinach

Hintergrund Häufige Fragen zur Rente

Wie berechnet sich die Rente? Werden Renten besteuert? Sind Rentner im Osten mehr von Altersarmut bedroht? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen rund um das Thema Rente - und die Antworten dazu.

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Wann werden die Ostrenten das Westniveau erreicht haben?

Mitte 2018 hat die Bundesregierung beschlossen, die Renten in Ost und West bis 2025 endgültig anzugleichen. Bis dahin wird der sogenannte Umrechnungsfaktor, der Rentenwert und die Rentenbeitragsbemessungsgrenze (siehe Informationen zur Rentenberechnung oben) stufenweise vereinheitlicht.

Die Rentenniveau in Ost und West hatten sich zuvor schon über Jahre angenähert: Der Rentenwert (Ost) stieg zum ab 1. Juli 2018 beispielsweise von 95,7 auf 95,8 Prozent des Westniveaus.


Gibt es bei der Ost-West-Rentenangleichung nur Gewinner?

Nein. Die Angleichung der Renten bis zum Jahr 2025 bringt neben Gewinnern auch Verlierer hervor. Gewinner sind die heutigen Rentner, Verlierer die heutigen Arbeitnehmer, also die künftigen Rentner. Die Rentenangleichung verändert zwei Dinge in der Rentenformel: zum einen steigt der bislang noch niedrigere Ost-Rentenwert (derzeit 30,69 Euro) auf Westniveau (32,03 Euro). Zum anderen fällt aber der Aufwertungsfaktor von derzeit mehr als 12 Prozent weg, der bislang die niedrigeren Ostgehälter in der Berechnung der Rente auf den westdeutschen Durchschnitt aufgewertet hat. Der höhere Rentenwert kann die abgeschaffte Aufwertung nicht ausgleichen – für heutige Arbeitnehmer ist das de facto eine Rentenkürzung.


Sind Rentner im Osten stärker von Armut bedroht?

Laut Statistik nicht. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist der Anteil armutsgefährdeter Rentner im Osten etwas niedriger als im Westen. Demnach waren 2013 in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin 12,5 Prozent der Menschen über 65 Jahre von Armut bedroht. In den alten Bundesländern lag diese Quote bei 14,8 Prozent.

Ältere Menschen halten sich in den Armen und Lachen.
Rentner im Osten sind nicht stärker von Altersarmut betroffen. Bildrechte: Colourbox.de

Am höchsten war das relative Armutsrisiko für über 65-Jährige im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Bayern, im Saarland waren es sogar 19,2 Prozent. Am geringsten war die Quote für Rentner in Berlin mit 11 und in Sachsen mit 11,5 Prozent. Am stärksten betroffen sind westdeutsche Frauen. Hier liegt der Anteil derer, die von ihrer Rente allein nicht leben können, deutlich höher als bei ostdeutschen Frauen.

Grund ist, dass im Osten zu DDR-Zeiten wesentlich mehr Frauen berufstätig waren und Ansprüche erarbeitet haben. Ein weiterer Faktor für die geringeren Renten von Frauen ist der Arbeitsausfall durch Kindererziehungszeiten, die nicht voll angerechnet werden.

Generell ist das Armutsrisiko im Osten aber deutlich höher als im Westen – 19,8 Prozent standen 2013 14,4 Prozent gegenüber. Als armutsgefährdet gelten gemäß EU-Definition Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. In Deutschland beginnt die Armutsgefährdung demnach für Alleinlebende ab einem Monatseinkommen unter 892 Euro.

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2018, 22:22 Uhr

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