Zwei junge Köche arbeiten 2017 an ihren Speisen.
Zwei junge Köchen bereiten bei einem Gastro-Wettbewerb Gerichte vor. Nach dem Bundesbank-Vorschlag würden im Jahre 2001 Geborene erst mit 69 Jahren und vier Monaten in Rente gehen. Bildrechte: dpa

Berechnung Bundesbank: Rente erst mit 70

Wer heute jung ist wie die Nachwuchs-Köche auf unserem Bild, wird vermutlich erst kurz vor dem 70. Lebensjahr in Rente gehen können. Das hat die Bundesbank berechnet. Denn in wenigen Jahren werden geburtenstarke Jahrgänge die Rentenkasse belasten. Auch steigt die Lebenserwartung immer weiter.

Zwei junge Köche arbeiten 2017 an ihren Speisen.
Zwei junge Köchen bereiten bei einem Gastro-Wettbewerb Gerichte vor. Nach dem Bundesbank-Vorschlag würden im Jahre 2001 Geborene erst mit 69 Jahren und vier Monaten in Rente gehen. Bildrechte: dpa

Deutschlands Arbeitnehmer werden nach Ansicht der Bundesbank in einigen Jahrzehnten erst mit fast 70 Jahren in Rente gehen können.

Nach Einschätzung der Währungshüter gerät ab Mitte der 2020er Jahre die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung erheblich unter Druck. Hintergrund sei, dass dann die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreichen. Um die Dauer und Höhe des Rentenbezugs stabil zu halten, müsse man das System anpassen, hieß es von der Bundesbank. Auch die EU-Kommission, der IWF und die OECD hätten nahegelegt, "das Rentenalter mit steigender Lebenserwartung weiter anzuheben".

Berechnung der Bundesbank

Nach Berechnungen der Bundesbank müsste ab dem Jahr 2032 das gesetzliche Rentenalter um durchschnittlich einen dreiviertel Monat (22 Tage) jährlich steigen. Im Jahr 2001 Geborene würden dann im Jahr 2070 erst mit 69 Jahren und vier Monaten in Rente gehen. Schon jetzt wird das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht, von derzeit 65 Jahre auf 67 Jahre im Jahr 2031.

Das jüngste Rentenpaket der Bundesregierung sichert bis 2025 das Rentenniveau auf dem derzeitigen Stand von rund 48 Prozent der durchschnittlichen Brutto-Tarifeinkommen ab. Die Beiträge sollen nicht über 20 Prozent des Bruttolohns steigen. Ohne eine Erhöhung des Rentenalters – so die Berechnung der Bundesbank – würde das Rentenniveau bis 2070 auf rund 40 Prozent sinken.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2019 | 14:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2019, 21:25 Uhr

81 Kommentare

Gerd Mueller vor 3 Wochen

wir dürfen mit 67 nicht weiter arbeiten und selbst 77-Jährige Boxtrainer Ulli Wegner sagte nach seiner kündigung zum 31.12.2019: Boxträner "Ich habe mehrere tolle Angebote und bleibe dem Boxen auf jeden Fall erhalten“, und ergänzte: "Finanziell habe ich keine Sorgen. Ich bin sozial abgesichert."

Jana vor 3 Wochen

Was hindert sie denn daran ähnlich wie in den Niederlanden eine betriebliche Altersversorgung in ihrem Betrieb anzuregen? Der Weg dahin führt über Betriebsräte, Gewerkschaften und die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten. Ob die 1200 € Basisrente in den NLD viel oder wenig im Vergleich zu Deutschland sind, dass lässt sich doch nur durch einen Gesamtvergleich der Lebenssituation der Menschen herausfinden. Die Lebenshaltungskosten und die Löhne in den NDL sind übrigens höher als bei uns.

Ansonsten beruht eine Rentenversicherung auf einer schlichten Mischkalkulation:
Vereinfacht gesagt geht es darum, wie viele durchschnittliche Rentenjahre ich mit x Beitragsjahren dauerhaft finanzieren kann. Wenn dann mal eine Oma 102 Jahre alt wird ist das kein Problem für das System.

Wenn man in den 70er Jahren mit 65 Jahren in Rente ging, dann hatte man statistisch gesehen noch ca. 5 Jahre Rentenbezug bis zum Tod.

Wenn man heute mit 67 Jahren in Rente geht, wären das 13 Jahre Rentenbezug.

Silver Ager vor 3 Wochen

"Ich habe mehrere tolle Angebote und bleibe dem Boxen auf jeden Fall erhalten“, sagte der 77-Jährige Boxtrainer Ulli Wegner und ergänzte: "Finanziell habe ich keine Sorgen. Ich bin sozial abgesichert."