Schützenpanzer Puma
Die großen deutschen Rüstungsprojekte wie der Schützenpanzer "Puma" verzögern sich immer mehr und kosten immer mehr. Bildrechte: dpa

Bundeswehr Rüstungsprojekte immer teurer und noch später fertig als geplant

Die großen Rüstungsprojekte der Bundeswehr verschlingen immer mehr Geld. Außerdem werden sie noch später fertig, als bereits befürchtet. Es gibt eine Ausnahme - die kommt allerdings aus dem Ausland.

Schützenpanzer Puma
Die großen deutschen Rüstungsprojekte wie der Schützenpanzer "Puma" verzögern sich immer mehr und kosten immer mehr. Bildrechte: dpa

Die 19 wichtigsten Rüstungsprojekte der Bundeswehr werden immer teurer und sie werden immer später fertig. Das geht aus dem neuen Rüstungsbericht des Verteidigungsministeriums hervor, aus dem die Deutsche Presse-Agentur zitiert.

Fünf Jahre später und 13,4 Milliarden Euro teurer

Danach rechnet das Ministerium jetzt damit, dass die Rüstungsprojekte durchschnittlich mehr als fünf Jahre später fertig und zusammen 13,4 Milliarden Euro teurer als ursprünglich geplant werden.

Im Vergleich zum Rüstungsbericht vom März hat der zeitliche Verzug von 54 auf 62 Monate zugenommen. Das Ministerium erklärt das vor allem damit, dass drei Waffensysteme mit geringem Zeitverzug nicht mehr in der Statistik aufgeführt werden.

1,8 Milliarden Euro Mehrkosten

Die Mehrkosten sind im Vergleich zum März-Bericht um 1,8 Milliarden Euro gestiegen. Das Ministerium begründet die Kostensteigerung vor allem mit verbesserten Leistungen beim Transporthubschrauber NH90 und beim Schützenpanzer "Puma", die mit 1,4 Milliarden Euro zu Buche schlügen.

Der Rüstungsbericht  Das Verteidigungsministerium erstellt die Rüstungsberichte seit 2015 jedes halbe Jahr, der aktuelle ist der achte. Im ersten Bericht war eine durchschnittliche Verzögerung von vier Jahren und eine Kostensteigerung von 12,9 Milliarden Euro (29 Prozent) festgestellt werden. Die Werte sind allerdings nicht eins zu eins vergleichbar, da immer mal wieder Projekte aus der Statistik genommen werden und neue hinzukommen.

Linke spricht von Missmanagement

Die Linke kritisierte die Mehrausgaben als Verschwendung und Missmanagement. Der Verteidigungspolitiker Matthias Höhn sagte, Frau von der Leyen müsse endlich der Geldhahn zugedreht werden. 13,4 Milliarden Euro bräuchte man für Schulen statt für Panzer.

Bei diesen Rüstungsprojekten hat der Zeitverzug zugenommen:

  • Das Transportflugzeug A400M war 2015 acht Jahre und elf Monate im Verzug. Jetzt rechnet das Ministerium mit elf Jahren und sieben Monaten.
  • Verspätungsspitzenreiter ist der A400M nicht. Der Kampfjet "Eurofighter" ist mit zwölf Jahren und neun Monaten noch unpünktlicher. 2015 waren es noch elf Jahre und vier Monate.

Bei diesem Rüstungsprojekt hat der Zeitverzug abgenommen:

  •  Der Kampfhubschrauber "Tiger" war 2015 noch neun Jahre und zwei Monate zu spät. Jetzt sind es nur noch sechs Jahre und acht Monate.

Diese Rüstungsprojekte werden teurer:

Bei den Kostensteigerungen liegt der Schützenpanzer "Puma" mit 50 Prozent (1,62 Milliarden Euro) vor der Fregatte "125" mit 46 Prozent (1,01Milliarden Euro) und dem "Eurofighter" mit 38 Prozent (6,7 Milliarden Euro).

Die Ursachen für die Mehrkosten liegen laut Rüstungsbericht nicht immer bei den Herstellern, sondern seien auch oft in Nachbesserungswünschen der Bundeswehr begründet.

Ein positives Beispiel

Es gibt aber ein Rüstungsprojekt, das positiv auffällt. Es wurde erst in diesem Jahr beschlossen und stammt ausgerechnet vom US-Hersteller Lockheed Martin: Der Transportflieger C130-J "Hercules" soll nach jetzigem Stand im Jahr 2021 acht Monate früher als vertraglich festgelegt ausgeliefert werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Dezember 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2018, 17:08 Uhr