Gottesdienst in der Thomaskirche Leipzig
Gottesdienst in der Thomaskirche zu Leipzig: Allein in Sachsen ist der Buß- und Bettag noch gesetzlicher Feiertag. Bildrechte: dpa

Bundesratsinitiative Sachsens CDU für Vorstoß zum Buß- und Bettag

Sachsens CDU will eine Bundesratsinitiative zum Buß- und Bettag unterstützen. Der Grund: Weil der Freistaat den Feiertag 1995 als einziges Bundesland beibehielt, zahlen seine Arbeitnehmer mehr zur Pflegeversicherung. Unsolidarisch, findet CDU-Fraktionsvize von Breitenbuch. Zuvor hatten bereits SPD und Grüne die ungerechte Sonderbelastung beklagt.

Gottesdienst in der Thomaskirche Leipzig
Gottesdienst in der Thomaskirche zu Leipzig: Allein in Sachsen ist der Buß- und Bettag noch gesetzlicher Feiertag. Bildrechte: dpa

In Sachsen ist auch die CDU bereit, über die Sonderregelung beim Buß- und Bettag zu reden. Der Freistaat hatte sich 1995 als einziges Bundesland entschieden, diesen gesetzlichen Feiertag zu behalten. Als Ausgleich dafür müssen sächsische Arbeitnehmer seither einen höheren Anteil zur Pflegeversicherung zahlen.

Breitenbuch plädiert für Initiative

Georg von Breitenbuch
CDU-Fraktionsvize von Breitenbuch: "Situation hat sich geändert." Bildrechte: imago images/ddbd

Der CDU-Fraktionsvize im Sächsischen Landtag, Georg-Ludwig von Breitenbuch, sagte MDR AKTUELL, die Situation habe sich seitdem geändert. Bundesländer wie Thüringen und Berlin hätten neue Feiertage eingeführt - ohne dass es einen Ausgleich gebe. Deshalb könne er sich vorstellen, bei den Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen über eine Initiative Sachsens für den Bundesrat zu sprechen. Ziel müsse sein, die Pflegeversicherung länderübergreifend solidarisch zu finanzieren.

Sachsens Sozialdemokraten und Grüne halten die Sonderbelastung für die sächsischen Arbeitnehmer für ungerecht. Sie plädieren dafür, den Aufschlag für die Pflegeversicherung zu streichen.

Buß- und Bettag Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag. Er gehört zu den sogenannten beweglichen Feiertagen und findet jedes Jahr am ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag statt. Ursprünglich wurde die Bevölkerung angesichts von Notständen und Gefahren zu Buße und Gebet aufgerufen, so etwa während des Dreißigjährigen Krieges. In der gesamten Bundesrepublik war der Buß- und Bettag bis 1994 gesetzlicher Feiertag. 1995 wurde er als gesetzlicher Feiertag zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen abgeschafft. Die Evangelische Kirche bezeichnet die Abschaffung bis heute als Fehlentscheidung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. November 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 05:00 Uhr

3 Kommentare

Felix 74 vor 2 Wochen

Gestern: Teddywerfertag -> Teddybären wirft man nicht! Sie sind zum Knuddeln und Liebhaben da für unsere Kleinen.
Heute: Kaufkraftverlagerung -> keine bessere Idee für Freizeit als Shopping?
Den Sinn dieses Feiertages hatten damals leider nicht mal die Politiker begriffen außer "König Kurt". Wie konnte man einen Feiertag nur gegenrechnen gegen einen Versicherungsbeitrag? Welch unbedachter Unsinn.
Auch als Nichtchrist könnte man die gewonnene Freizeit zum Nachdenken nutzen über Dinge, die im Alltag so vor sich hin rumpeln. Am besten geht das in der freien Natur, NICHT beim Shopping oder vor irgendeiner Art Bildschirm.
Probieren! Es lohnt sich absolut! Am besten gemeinsam mit Kindern und Enkeln b.z.w. Eltern und Großeltern. Familie gibt es ja auch noch, nicht nur MICH und MEINE Gewohnheiten. Viel Spaß dabei.

nasowasaberauch vor 2 Wochen

Die Hinterlassenschaft von König Kurt war wohl nicht zu Ende gedacht und würde wohl nur funktionieren wenn alles wie 1995 stabil geblieben wäre. Ich bin für die Abschaffung der Verlagerung von Kaufkraft in die umliegenden Länder. Diesen Tag habe ich nie gemocht, weil er meinen Wochenrhythmus störte.

ElBuffo vor 2 Wochen

Sollte doch die einfachste Übung sein, diesen Feiertag zu streichen. Und danach kann man dann auch wie Thüringen oder Berlin einen Teddybärenwerfertag oder sowas einführen. Hauptsache er hat ein festes Datum und fällt nicht immer auf einen Wochentag.