Wolfgang Schäuble
Wolfgang Schäuble will aus den Protesten in Köthen und Chemnitz kein Ost-West-Problem machen. Bildrechte: dpa

Rechte Proteste Schäuble sieht keinen Unterschied zwischen Kandel und Köthen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble plädiert dafür, aus den Protesten in Chemnitz und Köthen kein Ost-West-Problem zu machen. Auch zum Thema Abschiebungen äußerte er sich.

Wolfgang Schäuble
Wolfgang Schäuble will aus den Protesten in Köthen und Chemnitz kein Ost-West-Problem machen. Bildrechte: dpa

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich dagegen ausgesprochen, aus den Protesten in Chemnitz und Köthen ein Ost-West-Problem zu machen. Im Interview mit der "Welt am Sonntag", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die derzeitigen Proteste von rechten Gruppen: "Ein erheblicher Teil der Drahtzieher dieses Gedankenguts kommt aus dem Westen."

Demonstrationen Chemnitz am 21.9.2018
In Chemnitz kam es nach dem Tod eines 35-Jährigen zu Protesten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schäuble verwies auf Demonstrationen im pfälzischen Ort Kandel, nachdem ein Flüchtling aus Afghanistan seine Ex-Freundin erstochen hatte.

Der frühere Innen- und Finanzminister sagte, die Einwohner von Kandel erlebten in letzter Zeit ständig Demonstrationen von rechtsgerichteten Personen - oft gegen den Willen der Kandeler. Trotzdem komme kein Mensch auf die Idee, zu fragen: "Was hat die Pfalz falsch gemacht, dass es zu derartigen Kundgebungen kommt? Ich sehe keinen Unterschied zwischen Kandel und Köthen", sagte Schäuble.

Schäuble fordert bessere Integration

Auch zum Thema Abschiebungen äußerte sich der 76-Jährige, der aus Baden-Württemberg stammt. Angesichts der Schwierigkeiten bei der Umsetzung solcher Vorhaben forderte er mehr Anstrengungen bei der Integration. "Wir sollten uns klar machen, wie schwer es ist, im Einzelfall abzuschieben", sagte Schäuble. Deswegen sollten wir auch nicht allzu stark die Hoffnung schüren, dass wir die Großzahl dieser Menschen zurückführen könnten. Eher sollten wir alle Kraft dafür aufbringen, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren.   

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. September 2018 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2018, 10:23 Uhr

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94 Kommentare

25.09.2018 10:49 Fragender Rentner 94

Zitat von Oben: Deswegen sollten wir auch nicht allzu stark die Hoffnung schüren, dass wir die Großzahl dieser Menschen zurückführen könnten.

Er braucht doch dann nur die Abschieben die Straftaten verüben und die die sich nicht integieren wollen oder weiterhin in ihren Parallelgesellschaften leben wollen.

Wo man uns jetzt zeigt wie man gegen sie vorgehen will.

25.09.2018 10:39 winfried an Nawalny(92) 93

Ich tue es nur ungern, aber "Wessi" hat Recht mit seiner Erwartung, die "Ostler" moegen sich integrieren.
Es hat nämlich keine Wiedervereinigung stattgefunden sondern die "DDR" ist lediglich der BRD beigetreten.

25.09.2018 07:16 Wolfgang Nawalny 92

@82 Wessi - "Das Problem liegt einfach darin, dass Teile der Ossis sich nicht integriert haben (u.A. Sie) oder integriert worden sind."
An Ihrer Aussage ist klar ablesbar, dass Sie den Vorgang von '89 noch gar nicht begriffen haben. Es hieß damals auch offiziell "Wiedervereinigung" - Betonung auf "wieder" und nicht Ostintegration oder so was in der Art. Da es eine Wiedervereinigung zweier deutscher Staaten war und die Initialzündung dafür auch aus dem Osten kam, muss sich auch keiner Integrieren sondern seine Art und Weise mit Erfahrung einbringen. Das passiert nun eben mit mehr Selbstsicherheit und eigener landestypischer Denkweise. Mir sei erlaubt als kleines Beispiel MP Kretschmer anzuführen. Wo gehobelt wird, fallen auch Späne ...
Wenn Sie auf Ihrer abklingenden Welle so weiter reiten, kann ich Sie durchaus bestätigen, dass wir uns hier dann bald den Tschechen, Ungarn, Österreichern und Polen ähnlicher fühlen, als denjenigen mit Ihren Ansichten.

24.09.2018 23:19 Wessi 91

@ 86 Sie widersprechen sich selbst.Entweder respektieren Sie die eigene 40 Jahre gelebte DDR-Kultur als real existent und gestatten das Wort "integrieren" oder nicht.Und warum sollte ich den üblen Ostrassismus dadurch respektieren, in dem ich sagte "alle in den Westen"? Bis aufs "...."genau im Gegenteil.Rassismus darf es weder in Ost noch West geben. Beide Seiten der BRD haben im gleichen Naziland gelebt.Der Unterschied ist aber, daß im Westen nicht nur od. sogar weniger die politische Verfolgung (Ausnahme der erzkonserv. Offiziere) an erste Stelle gesetzt wurde, der Osten die Shoah fast gänzlich ignorierte.Genau darum kann ein Höcke+Pegida im Westen nicht landen.@ 84 Dann bitte:schaffen Sie Mehrheiten! Auch 25% sind das nicht.Wir leben nebenbei in einer Demokratie.Und viel mehr wirds nicht,auch nicht im Osten.

24.09.2018 20:34 Klaus 90

@ { 24.09.2018 13:31 Wolfgang Nawalny }
Bei uns läuft eben alles prima. Warum soll ich klagen, wenn alles gut läuft.
Das liegt daran, dass wir alles richtig machen. Auch unsere ausländischen Mitbürger fühlen sich bei uns wohl. Das Asylheim ist im Zentrum und den ganzen Tag offen. Bei uns hat niemand Angst vor Belagerung oder sonstwas, da herrscht ein guter Umgangston. Solche Schreier wie anderswo gibt es bei uns nicht und mit Mikrofon erst recht nicht.
Wenn etwas fehlt, dann wird nicht gejammert, sondern es wird einfach gebaut. Da die Zinsen fast bei Null sind, ist das sowieso kein Problem. Da bei uns nicht demonstriert wird, haben wir auch genügend Zeit das Richtige zu tun. Durch Demos wird nichts besser, nur durch anpacken.

24.09.2018 20:06 jochen 89

Bekannte Volksvertreter des Systems wollen uns dt. Bürger anscheinend skrupellos Merkels massenhafter Asylanteneinfuhr opfern. Das nenne ich einen Bärendienst am Souverän, der diese obere Politikerkaste mit viel Steuergeld noch alimentiert.
Für solch ein verwerfliches Handeln gibt es eine bekannte Bezeichnung …….

24.09.2018 18:58 Kritischer Bürger 88

@Wessi 82: +...Das Problem liegt einfach darin, daß Teile der Ossis sich nicht integriert haben (u.A. Sie) oder integriert worden sind...+
So wie es in Meiningen ganz aktuell war wie MDR Aktuell 18:30 Uhr von heute:
+...Mehrere Schwerverletzte bei Schlägerei in Meiningen
Bei einer Schlägerei gestern Abend in Meiningen sind drei Männer lebensbedrohlich verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, waren vor einer Shisha-Bar Männer unterschiedlicher Nationalitäten aufeinander losgegangen. Sie hätten mit verschiedenen Gegenständen aufeinander eingeschlagen. Laut Staatsanwaltschaft wurde dabei auch ein Messer gezogen. Einzelheiten wurden aufgrund der Ermittlungen nicht bekanntgegeben....+
Dann haben sich doch Teile der Bürger Ost schon integriert mit Demos, Gegendemos und Auseinandersetzungen (nur so am Rande) auch da gab es Tote durch Messerstiche. Was erwarten Sie denn noch?

24.09.2018 18:00 Kritischer Bürger 87

Kandel und Köthen wie Chemnitz und Berlin sind so unterschiedlich wie ein paar weiße Socken von ein paar rote Socken. Bei der ersten Wäschen nicht zusammen in eine Waschmaschine waschen dann kommt am Ende ggf. rosa raus! So Rosa wie die Demokratie hier vermittelt werden soll und Hr.Schäuble (ich achte den Mann trotzdem) kann nicht beide Städte Köthen und Kandel so beschreiben wie er es macht nur um die rechte Szene im Osten hervorzuheben im negativen Sinn wohl gemerkt!
Der BM von Köthen war nicht im Block der Linken
Bürgerkriegsähnliche Zustände wie in Kandel gab es in Köthen nicht!
+...Die Stadtbehörden verweigerten den Organisatoren Strom und Toiletten. Damit behinderten sie die Ausübung grundgesetzlicher Rechte. Allein das ist ein Skandal....+
Wäre es so in Köthen würde kein Mikro und Kundgebung funktionieren.
Nur drei anzuführende Unterschiede zwischen Kandel und Köthen!

24.09.2018 17:53 Kritischer Bürger 86

@Wessi 82: +... daß Teile der Ossis sich nicht integriert haben ...+
NE integrieren brauchen sich dt Bürger in Ost wie in West nicht denn es war einstmals ein Land und soll es meinetwegen auch jetzt sein, obwohl noch viel fehlt! Wir oder besser ein Teil der Bürger,die hier im Osten leben und ihren Unmut auf die Strasse oder bei Protestwahl zeigen LASSEN SICH NICHTS (MEHR) VORSCHREIBEN und da bedarf der Westen und viele seiner Bürger auch aus geschichtlichen Hintergrund eher ein Umdenken um nicht von Integration zu schreiben! 40 Jahre lang wurde dem Osten etwas vorgeschrieben was er/sie oder eben die Bürger poli. zu denken haben und NICHT ANDERS!+...Die gestrige Demonstration in Kandel unter dem Motto „Sicherheit für uns und unsere Kinder“ war ein starkes Signal. Immer mehr Bürger sind nicht mehr bereit, einfach hinzunehmen, was abgehobene, selbstherrliche Politiker über sie entscheiden. Sie lassen sich auch nicht mehr davon abschrecken, dass sie als „Rechte“ diskriminiert werden...+

24.09.2018 17:39 Kritischer Bürger 85

@Wessi 82: +....Im Umkehrschluß hiesse Ihre Meinung, daß alle die nicht Flüchtlingsfeinde sind, den Osten zu verlassen hätten? ...+
FALSCHE SCHLUSSFOLGERUNG!! Jeder dt. Mitbürger u.a. wie auch jene, die sich hier etwas aufgebaut haben KÖNNEN SELBST ENTSCHEIDEN was sie machen, denn diesen Mitbürgern wird kam etwas von Rechtsradikalen angetan, da diese sich hier eingebürgert haben! *Ich schreibe extra =eingebürgert= nicht das sich alle integriert haben!*
IM UMKEHRSCHLUSS kann man dann eher schreiben: Die Polizei, wie die Sicherheitskräfte haben mit Sicherheit weniger Einsätze hier im Osten bei Demos wie es jetzt im Moment ist und immer war bzw. weiter sein wird wenn hier nichts geändert wird!
Wenn Hr.Schäuble sich solchen Ergebnisse/Ereignisse widmen würde und hinterfragt, dann könnte auch er vllt. zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommen wie ich! Was am Ende viel Geld sparen würde, denn solch ein Einsatz der Polizei aus verschiedenen Bundesländern ist mit Sicherheit NICHT BILLIG!!