Svenja Schulze (SPD), Ministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, steht in der Rochauer Heide in einem kommunalen Wald
Bundesumweltministerin Svenja Schulze ist für ein Verbot von Ölheizungen. Bildrechte: dpa

Für den Klimaschutz Schulze will Ölheizungen langfristig verbieten

Wenn es nach Bundesumweltministerin Schulze geht, sollen ab 2030 keine neuen Ölheizungen mehr in Gebäude eingebaut werden dürfen. Die Grünen sprechen sich für ein deutlich früheres Verbot aus und wollen die staatliche Förderung am liebsten sofort kappen. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer ist gegen ein Verbot.

Svenja Schulze (SPD), Ministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, steht in der Rochauer Heide in einem kommunalen Wald
Bundesumweltministerin Svenja Schulze ist für ein Verbot von Ölheizungen. Bildrechte: dpa

In das geplante Klimapaket der Bundesregierung soll nach dem Willen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze auch ein Verbot von Ölheizungen aufgenommen werden. Wie ihr Staatssekretär Jochen Flasbarth auf Twitter schrieb, geht es darum, den Einbau neuer Ölheizungen ab dem Jahr 2030 zu verbieten. Bestehende Ölheizungen sollten selbstverständlich weiterbetrieben werden können.

Schulze selbst sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", in den nächsten zehn Jahren sollte man den Menschen beim Umrüsten alter Ölheizungen mit staatlichen Anreizen helfen. Danach müssten die Anlagen komplett verschwinden. Schulze zufolge braucht es einen Mix aus Verboten und Anreizen. Appelle an die Vernunft alleine reichten nicht.

CDU will Abwrackprämie für alte Anlagen

Ein junger Mann bei einer Heizung im Heizungskeller.
Kontrolle einer Heizung Bildrechte: imago/McPHOTO

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer lehnt ein Verbot von Ölheizungen ab. Im ARD-Sommerinterview bekräftigte sie ihre Forderung nach einer Abwrackprämie für alte Ölheizungen. Die Grünen sprachen sich dafür aus, dass Ölheizungen gar nicht mehr zugelassen werden. Auf Anfrage der Partei hatte das Bundeswirtschaftsministerium erst Ende August mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr 17.400 neue Ölheizungen über Kredite und Zuschüsse subventioniert worden sind. Im ersten Halbjahr 2019 wurden Zuschüsse in Höhe von 20 Millionen Euro für 6.900 neue Ölheizungen bewilligt.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte am Sonntag, seine Fraktion wolle in der kommenden Woche im Bundestag beantragen, die Förderung neuer Öl- oder Gasheizungen sofort zu stoppen. Spätestens ab 2021 sollten dann gar keine neuen Ölheizungen mehr in Alt- und Neubauten eingebaut werden dürfen. Krischer betonte, es brauche Anreize, damit Hausbesitzer rasch von Ölheizungen auf erneuerbare Energien umsteigen könnten.

Dem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge gibt es Schätzungen zufolge in Deutschland zwischen fünf und sechs Millionen Ölheizungen, vor allem in Einfamilienhäusern im ländlichen Raum. 40 Prozent der Anlagen seien älter als 20 Jahre.

Die Bundesregierung will noch im September ein umfassendes Klimaschutzprogramm beschließen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. September 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2019, 18:00 Uhr

64 Kommentare

soulmate1972 vor 1 Wochen

Auch mit der Dämmung übertreibt es sie Regierung aus meiner Sicht enorm. Zum einen waren die dicken Dämmplatten schon Vorschrift, bevor sich herausstellte, dass das Zeug brennt wie Zunder. Zudem ist in diesen Platten sehr viel Öl drin und die Entsorgung ist ebenfalls ein großes Problem.
Die reale Klimabilanz von den eAutos wird auch ständig anders dargestellt, so das man diesen Angaben nicht mehr vertrauen kann. Zudem ist die Gewinnung der benötigten Rohstoffe ein extrem umweltbelastendes Problem, auch wenn die dadurch entstehenden Umweltverschmutzung wohl eher ein Problem in Afrika sein wird. Davon abgesehen wird auch die Entsorgung/Aufbereitung der Akku ein enorm großes Problem werden.

soulmate1972 vor 1 Wochen

Wie schlägt sich denn die Entsorgung in der Ökobilanz nieder und um wie viel ist eine alternative Heizung in der Ökobilanz denn besser als eine gute Ölheizung?
Aus meiner Sicht sorgt diese Vorgehensweise Mal wieder für eine Steigerung der Mieten, da die Vermieter die Mehrkosten für die Umrüstung auf die Mieter umlegen. Dann werden die Politiker wieder die Vermieter Rügen und eine Mietbremse fordern.
Wenn ich mich richtig erinnere, so hatte die Politik zuerst die alten Glühbirne verboten und die hoch giftigen Energiesparlampen gelobt, welche aber fürchterlich stanken, wenn sie plazten (was bei mir 2x vorgekommen ist). Die dann besseren LED-Lampen kamen aber erst später....nach dem Verbot der alten Lampen.

Lutz vor 1 Wochen

Alles gut. Eine Handpumpe habe ich, das in den Heizöltanks genug Heizöl ist dafür sorge ich regelmäßig, Internet und Telefon brauche ich nicht unbedingt und ein Radio welches mit Batterien läuft und über welches ich verfolgen kann wie die Schützer den Blackout genießen habe ich. Hoffentlich ist es auch recht kalt wenn es passiert.

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