Suleyman Soylu (r), Innenminister der Türkei, und Horst Seehofer, Innenminister von Deutschland, geben sich nach einem Treffen im Rahmen der Gesprächen über den EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei die Hand.
Horst Seehofer dankte seinem türkischen Amtskollegen Süleymann Soylu ausdrücklich für das Engagement in der Flüchtlingskrise. Bildrechte: dpa

Flüchtlingspakt Seehofer verspricht Türkei mehr Unterstützung

Bei seinem Besuch in Ankara hat Innenminister Seehofer der Türkei mehr finanzielle Mittel bei der Versorgung von Flüchtlingen zugesagt. Am Freitag reist er weiter nach Griechenland. Dort geht es unter anderem um die Zustände in überfüllten Flüchtlingslagern.

Suleyman Soylu (r), Innenminister der Türkei, und Horst Seehofer, Innenminister von Deutschland, geben sich nach einem Treffen im Rahmen der Gesprächen über den EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei die Hand.
Horst Seehofer dankte seinem türkischen Amtskollegen Süleymann Soylu ausdrücklich für das Engagement in der Flüchtlingskrise. Bildrechte: dpa

Bei seinem Besuch in Ankara hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) erste Gespräche zum wackelnden Flüchtlingspakt zwischen der EU und Türkei geführt. Zusammen mit EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos beriet er sich am Donnerstagabend mit seinem türkischen Kollegen Süleyman Soylu - unter anderem zu "Sicherheitsfragen", wie er vor Beginn der Gespräche ankündigte.

Seehofer: Abkommen zwischen EU und Türkei stärken

Die Delegation sei in die Türkei gereist, "um das Abkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei zu stärken", sagte Seehofer und dankte der türkischen Regierung für ihre Rolle bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Die Türkei habe Europa einen großen Dienst erwiesen.

Erdogan hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass versprochene EU-Hilfen nicht ausreichten und dass mehr Unterstützung nötig sei. Er hatte damit gedroht, Flüchtlingen die Grenzen in Richtung Europa zu öffnen. In EU-Ländern wiederum wachsen die Sorgen, weil in Griechenland in den vergangenen Monaten deutlich mehr Flüchtlinge aus der Türkei eingetroffen sind. Menschenrechtsaktivisten werfen der Türkei vor, syrische Flüchtlinge in Kriegsgebiete abzuschieben. Die Türkei weist das zurück.

Weiterreise nach Griechenland am Freitag

Seehofer hatte nur wenige Stunden in Ankara. Er war am Donnerstagabend angekommen und will Freitagmittag, nach einem Termin mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu, nach Griechenland weiterreisen. In Athen wird es bei einem Treffen mit dem Bürgerschutz- sowie dem Migrationsminister um die wachsende Zahl der Flüchtlingsankünfte in der Ägäis und die schlechte Situation in den Lagern auf den Inseln gehen. Auch EU-Migrationskommissar Avramopoulos wird an den Gesprächen wieder teilnehmen.

Die Flüchtlingszahlen in der östlichen Ägäis sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. 2019 setzten bisher fast 36.000 Menschen von der Türkei zu den griechischen Inseln über - 2018 waren es rund 32.500. Die Auffanglager auf Lesbos, Samos und anderen östlichen Inseln sind heillos überfüllt, die Zustände unmenschlich, wie Hilfsorganisationen melden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Oktober 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2019, 08:15 Uhr

18 Kommentare

GerdMueller vor 1 Wochen

Flüchlingspaket oder Migrantenpaket, warum flüchten Migranten, wo andere Urlaub machen?
Deutschland geht zu Grunde, weil Merkel die Büchse der Pandora geöffnet hat. Die Zukunft sieht genauso düster aus, wie die Wirtschaft.
Gute Nacht Deutschland, gute Nacht EU.

nasowasaberauch vor 1 Wochen

Wo sind die Syrer, die ihre Heimat lieben, in diese zurückkehren und wieder aufbauen wollen. An diese Rede von Frau Merkel kann ich micht noch gut erinnern, aber ich habe ihr schon damals nicht geglaubt. Wer das Problem lösen will, der kommt um wirksame Hilfe vor Ort und um häßliche Bilder nicht herum. Wir haben 1,45 Mio Flüchtlinge im Land von denen ca. 75% von Hartz IV leben und eine halbherzige Abschiebepraxis dazu. Neuerdings geht es aber nur noch um Klimaschutz. Ein in den Vordergrung geredetes Problem überdeckt das andere, noch ungelöste.

GerdMueller vor 1 Wochen

Es wird keinem etwas weggenommen!! Ich frage mich nur, woher das viele Geld kommt???
Die Notenpresse läuft auf Hochtouren und die Inflation auch.
Merkel hat die Büchse der Pandora geöffnet und wir zahlen dafür oder glaubt jemand an das Märchen, das keinem etwas weggenommen wird?
Ich jedenfalls schon lange nicht mehr.