Horst Seehofer (M, CSU), Bundesminister des Innern, für Bau, Aiman Mazyek (l), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, und Heimat, und Serap Güler (CDU), Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.
Horst Seehofer im Gespräch mit Serap Güler (CDU), Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration auf der Islamkonferenz DIK. Bildrechte: dpa

Islam in Deutschland Seehofer: Muslime müssen sich von Einfluss aus Ausland lösen

Die Bundesregierung will die Integration von Muslimen in Deutschland besser fördern. Zum Auftakt der Islam-Konferenz in Berlin kündigte Bundesinnenminister Horst Seehofer ein entsprechende Programm an. Muslime gehörten zu Deutschland, sagte er und verwies zugleich auf die christliche und jüdische Prägung Deutschlands.

Horst Seehofer (M, CSU), Bundesminister des Innern, für Bau, Aiman Mazyek (l), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, und Heimat, und Serap Güler (CDU), Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.
Horst Seehofer im Gespräch mit Serap Güler (CDU), Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration auf der Islamkonferenz DIK. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung will die Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft fördern. Es gebe viele Beispiele für ein harmonisches Miteinander zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer zum Auftakt der Deutschen Islam Konferenz (DIK). Aber es gebe auch Fremdheit und Konflikte. Die Bundesregierung wolle mit einem Förderprogramm den gelebten Alltag von Muslimen in der deutschen Gesellschaft unterstützen.

Deutsche Islam Konferenz Die Deutsche Islam Konferenz geht auf eine Initiative des früheren Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble zurück. 2006 erstmals veranstaltet, ist sie als Forum für den Dialog zwischen Staat und Muslimen gedacht. Seehofer begründet in dieser Wahlperiode die insgesamt vierte Auflage der Konferenz.

"Muslime gehören zu Deutschland", sagte Seehofer. Sie hätten die gleichen Rechte und Pflichten wie alle Bürger in Deutschland. Daran könne es "keinen vernünftigen Zweifel geben", erklärte der CSU-Politiker und verwies zugleich auf die christliche und jüdische Prägung Deutschlands. Ähnlich hatte er sich bereits im März geäußert, aber auch erklärt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.

Islam in Deutschland In Deutschland leben Schätzungen zufolge zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime. Das entspricht zwischen 5,4 und 5,7 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Seehofer bekräftigte sein Ziel, ausländische Einflüsse auf deutsche Moschee-Gemeinden durch eigene Strukturen zu ersetzen. Damit bezog er sich auch auf die Imam-Ausbildung. Die Bundesregierung sei hier kein Vormund, habe aber Interesse an der Ausbildung deutscher Imame.

Kontroverse Debatte geplant

Das Bundesinnenministerium will auf der Konferenz mit 240 Teilnehmern eine breite und kontroverse Debatte über die Frage anstoßen, wie ein Islam in, aus und für Deutschland entstehen kann – und zwar auf Basis des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats und des Grundgesetzes. Neben konservativen Islamverbänden sind erstmals wieder Anhänger eines betont liberalen Islam unter den Teilnehmern. Anders als seine Vorgänger hat Seehofer verstärkt Einzelpersonen eingeladen. Er will zudem auf feste Gremien verzichten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. November 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2018, 07:12 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

89 Kommentare

30.11.2018 13:56 Wo geht es hin? 89

@Klaus - Zitate von Ihnen: "Das jemand mehrere Identitäten hat, kann bei uns nicht vorkommen." und "Bei uns kann keiner mit 14 Idenditäten rumlaufen und schon gar nicht, wenn er als Gefährder eingestuft wurde." Zitate Ende. Und das wissen Sie ganz genau woher? Sie sind schon ein Pfiffikus: alles immer "auf die Reihe bekommend" und vor allem alles ganz genau wissend. Mit DEN Fähigkeiten sollten Sie in die Politik gehen...DORT wären Sie prächtig aufgehoben!

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

30.11.2018 09:54 Wo geht es hin? 88

@Klaus - Zitat von Ihnen: "Auf der Islam-Konferenz in Berlin geht es doch auch darum, dass Streitigkeiten gelöst werden. Da brauchen die auch keine Polizei oder Gerichte." Zitat Ende. "Streitigkeiten"? Wie niedlich. Dann erklären Sie mir mal, warum eine der dort anwesenden Parteien nur unter massivem Personenschutz dort teilnehmen konnte? SO sieht also IHRE Lösung aus? Wussten Sie eigentlich, dass die 3 Islamkritiker auch im normalen Alltag Personenschutz, geheime Wohnadresse etc. benötigen, um von der ach so friedlichen Religion und deren radikalen Verfechtern wenigsten einigermaßen sicher zu sein? SO sehen also in Ihren Augen "Streitigkeiten" aus? Merken Sie jetzt selber, dass Ihre Worte lächerlich sind oder muss ich noch mehr Fakten bringen?

30.11.2018 09:43 Klaus 87

Seehofer spricht sich auf Islam-Konferenz in Berlin nun ausdrücklich für einen Islam in, aus und für Deutschland aus.

29.11.2018 20:52 Klaus 86

@ { 29.11.2018 10:30 }
Das hat mit verteidigen nichts zu tun.
Einen Streit beizulegen ist nicht gesetzeswidrig, eher im Gegenteil. Das ist sogar ausdrücklich erwünscht, dass die Polizei nicht unnötig bemüht wird.
Auf der Islam-Konferenz in Berlin geht es doch auch darum, dass Streitigkeiten gelöst werden. Da brauchen die auch keine Polizei oder Gerichte.

29.11.2018 19:45 Klaus 85

@ { 29.11.2018 09:52 sh }
Ich wohne in der nähe von Mainz in einem Dorf und arbeite in Offenbach bei Frankfurt am Main. Offenbach ist eine deutsche Großstadt mit dem höchsten Ausländeranteil, und das schon seit Jahrzehnten. Bei uns funktioniert das, weil wir das richtig machen. Die Wirtschaft brummt und unsere ausländischen Mitbürger sind uns dabei sehr behilflich.
Außerdem ist bei uns alles unter Kontrolle, selbst bei Kindern werden bei der Pass-Ausgabe die Fingerabdrücke genommen. Das jemand mehrere Identitäten hat, kann bei uns nicht vorkommen.
Vielleicht wird das auf der Islam-Konferenz in Berlin jetzt auch besprochen, dass die Deutschen Behörden in der übrigen BRD unsere Kontroll-Standards übernehmen sollten. Wie schon geschrieben, wir haben mit unseren ausländischen Mitbürgern keine Probleme, weil wir alles richtig organisieren. Das Flüchtlingsheim ist bei uns mitten im Dorf und es gab mit den Bewohnern noch nie Probleme, auch in den Schulen nicht.

29.11.2018 19:21 Klaus 84

@ { 28.11.2018 22:09 Ralf Richter }
Sehen Sie, das ist der Unterschied. Auf unseren Weihnachtsmärkten gibt es keine Bertonsperren, weil wir alles richtig machen.
Bei uns kann keiner mit 14 Idenditäten rumlaufen und schon gar nicht, wenn er als Gefährder eingestuft wurde.
Aber das hat mit der Islam-Konferenz in Berlin nichts zu tun, da haben Deutsche Behörden kläglich versagt. Die islamischen Verbände können nichts für das Versagen deutscher Behörden.

29.11.2018 19:06 Wessi 83

@ 82 Was hat eigentlich Ihr "nick" mit dem Thema zu tun?...meine Bildung beruht wenigstens nicht auf einem Internetlexikon.Und ich wusste es ja: Leute Ihrer Couleur glauben alles, nur weils gedruckt ist.Was nicht gedruckt wird aber andere wissen, ist eben falsch.Sehr simpel...! Um zum Thema zurückzukommen: unser Land hat Religionsfreiheit+die Mehrzahl zu unserer,od. meinethalben "meiner, Heimat gehörenden Muslime ist gut integriert.Eine Lösung von Ankara wäre wahrscheinlich erreichbar, wenn es soetwas wie eine "Moscheesteuer" geben würde, um die verschiedenen Religionsverbände unabehängig zu machen.Ausserdem sollte man sehen, daß in unserer Heimat durch gemeinsame Schulen+Unis Freundschaft entsteht, genauso wie z.B. der user Norbert NRW, türkische Kollegen hatte, die auf der Arbeit genau so viel od. wenig geachtet werden wie rassereine Teutonen.Leute wie Sie empfinde ich als nicht zur Heimat gehörend (s.a.@ 75), völlig unintegriert in die BRD.

29.11.2018 17:42 noch 13 Tage (UNO-Migrationspakt) 82

@Wessi 80
"In Hamburg gab es vor 1933 eine große chinesische Kolonie, es gab Farbige, die sind alle ermordet worden."

pffff, ach Wessi

sie meinen das "Hamburger Chinesenviertel"?

Lesen sie bei Wikipedia nach, da steht nichts das jemand ermordet wurde

und mit Verlaub,

sie halten es mit der Wahrheit auch nicht ganz so, um ihre eigene Weltanschauung durchzusetzen.

29.11.2018 17:17 Fragender Rentner 81

Der Mann links neben Seehofer auf dem Bild, da war gestern Abend bei der Phoenix-Runde auch wieder gut drauf.

Habe ihn schon manchmal gesehen und wie er drauf ist bei solchen Runden.

29.11.2018 16:59 Wessi 80

@ 76..ich verweise Sie ausdrücklich auf @ 75.In Hamburg gab es vor 1933 eine große chinesische Kolonie, es gab Farbige, die sind alle ermordet worden.Meine Heimat ist eben nicht die Ihre.Bei uns wars immer schon ein bisschen multikulti.In der real globalsierten Welt (wie "real existierende DDR") wirds mehr.Und das ist gut.@ 78 ...da stimme ich Ihnen zu.Ihre Ex-Kollegen machen aber die Mehrheit der Muslime aus.Die besteht nicht nicht aus radikalen Islamisten.In so fern gehören die hier lebenden Muslime zu unserer Heimat.Oder wollen Sie Ihre türkischen Ex-Kollegen rausschmeissen?