Migranten, die sich nach der Rettung in den Gewässern vor Libyen auf dem Rettungsschiff «Alan Kurdi» ausruhen.
Vor der libyschen Küste aus Seenot geborgene Flüchtlinge auf der "Alan Kurdi". Viele sind seekrank, leiden unter Schwindel und Übelkeit. Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/dpa

Hilfsorganisation "Sea-Eye" Deutschland will Flüchtlinge von der "Alan Kurdi" aufnehmen

Ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye im Mittelmeer mit 64 geretteten Flüchtlingen an Bord sucht einen sicheren EU-Hafen. Italien will die Flüchtlinge nicht an Land lassen. Deutschland erklärte sich bereit, zumindest einen Teil der Menschen aufzunehmen.

Migranten, die sich nach der Rettung in den Gewässern vor Libyen auf dem Rettungsschiff «Alan Kurdi» ausruhen.
Vor der libyschen Küste aus Seenot geborgene Flüchtlinge auf der "Alan Kurdi". Viele sind seekrank, leiden unter Schwindel und Übelkeit. Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/dpa

Deutschland will einen Teil der Flüchtlinge vom Rettungsschiff "Alan Kurdi" im Mittelmeer aufnehmen. Das Bundesinnenministerium setzt sich nach eigenen Angaben für eine "schnelle und humanitäre Lösung" für die aus Seenot geretteten Menschen ein. Zugleich forderte Deutschland andere EU-Staaten auf, ebenfalls Menschen aufzunehmen.

Das Schiff der Hilfsorganisation Sea-Eye aus Regensburg hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch 64 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus einem Schlauchboot gerettet, darunter Kinder und Frauen. Die nach einem ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen benannte "Alan Kurdi" sucht derzeit einen sicheren Hafen in der EU.

Italien sieht Deutschland in der Verantwortung

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte eine Aufnahme der Menschen abgelehnt und Deutschland aufgefordert, sich um das "Problem" zu kümmern, da es sich um ein deutsches Rettungsschiff handele.

Italien hat laut Sea-Eye am Freitagnachmittag angeboten, zwei Kinder und deren Mütter "aus humanitären Gründen" von Bord zu bringen. Die Hilfsorganisation protestierte dagegen. Die Mütter und Kinder von ihren Vätern zu trennen sei "emotionale Folter". Sea-Eye-Einsatzleiter Jan Ribbeck rief die italienische Küstenwache auf, die Väter ebenfalls an Land zu bringen.

Ska Keller: Unwürdiges Geschacher

Rettungsschiff «Alan Kurdi» in den Gewässern vor Libyen
Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" kreuzt derzeit in den Gewässern rund um die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Bildrechte: Fabian Heinz/Sea-eye.org/AP/dpa

Die Bundesregierung hat inzwischen die EU-Kommission aufgerufen, "zu bewirken, dass das Rettungsschiff in einen sicheren Hafen einlaufen kann". Die Europa-Spitzenkandidatin der Grünen, Ska Keller, kritisierte am Freitag "das unwürdige Geschacher darum, welches EU-Land Geflüchtete aufnimmt".

Auch die Flüchtlingshilfsorganisation "Pro Asyl" forderte eine schnelle Lösung: Die Menschen müssten sofort an Land. Wer aus Libyen fliehe, sei traumatisiert und nur knapp Folter und Tod entronnen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. April 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 16:47 Uhr

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77 Kommentare

07.04.2019 17:04 nasowasaberauch 77

Ich kann mich nur wiederholen auch wenn es die Meinung nicht am "Mediator" vorbei schafft. Es ist in meinen Augen gewissenlos diese Menschen nach Europa zu verfrachten. Ihre Chancen hier Fuss zu fassen sind nahe 0 und so bleiben nur die sozialen Sicherungssysteme, die aber dafür nicht gedacht sind. In der "Neuen Züricher Zeitung" ist der Aderlass hochqualifizierter Menschen aus Deutschland und der Zustrom Geringqualifizierter als Problem klar beschrieben, aber in Deutschland verschließt man davor lieber die Augen.

07.04.2019 16:51 Sonja 76

das hört erst auf wenn man eine andere
Regierung wählt und diese alle zusammen abgewählt hat , was wir aber nicht glauben die sind doch alle Machtbesessen, Geldhaie , und decken sich alle gegenseitig wer keine arbeit vorweisen kann unsere Kultur nicht annehmen möchte , sich selber integriert ( nicht wir die ) deutsch lernt u s w
hat in deutschl. nichts zu suchen alle anderen naus.

07.04.2019 16:31 NRW-18 75

@ 72 bürger
Gerade habe ich gelesen, dass die Besatzung der "Lifeline" mit einem Preis ausgezeichnet wurde, weil sie rund 1000 Menschen gerettet hat.
Ich frage mich hingegegn, wie viele Menschen dadurch erst auf das Mittelmeer gelockt wurden und dabei ertrunken sind.
Der Spuk mit diesen selbsternannten Seenotrettern muss umgehend beendet werden, damit auch die Gewinnsucht der Schlepper aufhört.
Dass die Geschleppten nicht zu den Ärmsten der Armen gehören können, beweist die Tatsache, die sie Geld an die Schlepper bezahlen konnten.
Wovon sie hier leben, möchte ich nicht wissen. Immerhin machen sie den Anschein, dass sie die Freizeit in unseren Städten in vollen Zügen genießen, während wir morgen wieder zur Arbeit gehen.

07.04.2019 16:09 Gerd Müller 74

In Griechenland warten auch noch tausende Migranten, die nach Germony wollen, alle die das wollen, sollen diese Asylforderer aufnehmen und lebenslang verköstigen.
Wetten, dann sind die Gutmenschen schnell weg. Musik bestellen und andere sollen zahlen, nicht mit mir. Es steht mir bis zum Hals mit dieser Politkaste.
Deutschland braucht einen radikalen Systemwechsel, wenn wir überleben wollen.

07.04.2019 15:57 Gerd Müller 73

Wer weiterhin Merkels Massenimmigration haben will, der soll die Altparteien wählen, außer der AfD.
Denn in Deutschland ist es wichtiger, Verständnis zu haben als Verstand!!!!
Es sind keine Flüchtlinge!!!! es sind Migranten, die wir mit unseren schwer erarbeiten Steuergeldern durchfüttern. Wir haben scheinbar keine Armut im Land oder stehen wir immer in der Erbschuld bis der letzte Deutsche gestorben ist.
Es ist ja das Ziel der Grünen.

07.04.2019 11:43 bürger 72

Und weiter gehts! Alle Welt aus Afrika und Arabien nach Deutschland und 24 Rundumbetreuung.
Wann hört das endlich auf!!!
Sind wir denn alleine die EU!!
Wieviel solcher Kähne fahren denn dort noch rum?

07.04.2019 11:09 jochen 71

69 # Auch dieses "deutsche Schiff" gehört beschlagnahmt und an die Kette gelegt. Besatzung für Menschen-Schlepperei angeklagt.
Italien zeigt, wie man mit solchen Gestalten umgeht.

07.04.2019 09:32 winfried 70

Zur Zeit, 07.04.2019 - 09:18 Uhr, dümpelt die "Alan Kurdi" zwischen Lampedusa und Malta fast bewegungslos auf hoher See.
Alle 64 "Geretteten" befinden sich meines Wissens noch an Bord.

Auch interessant, was sich vor Kurzem in GR abspielte. Dort versuchten "Flüchtlinge", in GR werden sie nicht verfolgt, die Grenze nach Norden, Richtung Mitteleuropa, zu durchbrechen.

Diese beiden Dinge haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam
und dennoch zeigen sie,
die "Sogwirkung", d.h. beste Versorgung, hält weiter an.

06.04.2019 20:20 Fragender Rentner 69

Hatte vorhin bei RTL und/oder ZDF gehört, das Deutschland nicht mal alle aufnehmen will von einem deutschen Schiff?

06.04.2019 19:35 jochen 68

63 Sonnenseite # Wie bereits von mir kommentiert - Es steht Ihnen nicht zu, so etwas zu fordern. Darüber werden allein wir Bürger bei den kommenden Wahlen abstimmen.