NRW hat doppelt so viele Bundesbehörden wie Ostdeutschland

Seit Jahren wird um die Verteilung der Bundesbehörden quer durch die Republik debattiert. Das Ergebnis bleibt das alte: Der Osten ist bei der Ansiedlung stark unterrepräsentiert.

Bundesarbeitsgericht in Erfurt
Thüringen hat lediglich zwei Bundesbehörden - beide in Erfurt: Das Bundearbeitsgericht (Bild) und das Hauptzollamt. Bildrechte: IMAGO

Die Bundesbehörden sind nach wie vor sehr ungleich auf Ost- und Westdeutschland verteilt. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, aus der die Funke-Medien zitieren.

NRW stark gefragt, Thüringen weniger

Danach gibt in den ostdeutschen Bundesländern ingesamt 25 Hauptsitze von Bundesbehörden und -einrichtungen. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es mehr als doppelt so viele wie im gesamten Osten. Die wenigsten Bundeseinrichtungen gibt es in Thüringen, wo das Bundesarbeitsgericht und das Hauptzollamt angesiedelt sind. In Leipzig sind unterdessen das Fernstraßen-Bundesamt, ein Strafsenat des Bundesgerichtshofes und das Bundesverwaltungsgericht angesiedelt. In Dessau befindet sich das Umweltbundesamt, in Potsdam das Bundespolizeipräsidium.

Mitarbeiter des Zoll stehen 2014 vor dem Hauptzollamt in Erfurt
Das Hauptzollamt in Erfurt. Bildrechte: dpa

Seit Jahren ein Thema für Links-Fraktion

Der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn kritisierte, es bewege sich nur in Trippelschritten etwas in Richtung Osten. Zudem seien die Chefs der Behörden auch in den neuen Ländern meist Westdeutsche.

Matthias Höhn
Linken-Abgeordneter Matthias Höhn Bildrechte: dpa

Schon 2018 hatte die Linksfraktion die Bundeseinrichtungen zusammenzählen lassen. Damals hatten von 217 Bundeseinrichtungen gut 89 Prozent ihren Sitz im Westen. Geplant war es anders: 1992 hatte eine unabhängige Förderalismuskommission von Bundestag und Bundesrat entschieden, die Ansiedlung der Bundesbehörden vor allem im Osten zu realisieren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Mai 2020 | 08:00 Uhr

7 Kommentare

Realist62 vor 30 Wochen

Zitat: ,, Der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn kritisierte, es bewege sich nur in Trippelschritten etwas in Richtung Osten" Da hat er recht, wenn man die entsprechenden freizugänglichen Dokumente des Deutschen Bundestages ansieht. Man kann dabei feststellen, daß alle anderen Parteien dort ausser die SPD auch für den Umzug sind und dann eher für diese ,, Trippelschritte", damit nicht lange Pension- und Rentenzahlungen für ,,alte" seit über 31 Jahren dort tätige Beamte und Angestellten fällig werden.

pkeszler vor 30 Wochen

Ja, es ging in dem Kommentar (besser Beitrag) von esSKaa gerade darum.
"Schon mal was vom Bonn-Berlin-Gesetz gehört? Dieses sichert Bonn (NRW) eine bestimmte Zahl an Behörden zu. Da gibt es die Gebäude, die Infrastruktur, die Mitarbeiter seit Jahrzehnten. Was soll daran falsch sein? Warum einen Haufen Geld ausgeben, um dann Bonn vor die Hunde gehen lassen sehen?! Künstliche Effekthascherei und Spaltetei!" Kritisieren Sie also lieber den Kommentator, als mich.

CrizzleMyNizzle vor 30 Wochen

"Und was halten Sie von den hohen Kosten, die die Vielfliegerei der Bundesangestellten zwischen Bonn und Berlin verursachen?"
darum geht es aber im Artikel und in seinem Kommentar nicht.