Kanzlerfrage Söder sieht seinen Platz weiterhin in Bayern

CSU-Parteichef Markus Söder hat Ambitionen auf den Posten des Kanzlerkandidaten der Union erneut bestritten. Der bayerische Ministerpräsident sagte auf dem virtuellen CSU-Parteitag, sein Platz sei in Bayern. Zugleich pochte er darauf, dass seine Partei ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Kanzlerkandidaten habe.

Markus Söder
Markus Söder auf dem CSU-Parteitag Bildrechte: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist in vielen Umfragen Favorit auf den Posten des Kanzlerkandidaten. Der CSU-Parteichef lehnt einen Wechsel nach Berlin bisher aber ab. Vor den gut 800 Delegierten des digital abgehaltenen Parteitages der CSU sagte Söder: "Mein Platz – das ist ganz klar – ist immer bei euch, also hier in Bayern."

Markus Söder
CSU-Parteichef Markus Söder Bildrechte: dpa

Söder pochte aber darauf, dass seine Partei ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Kanzlerkandidaten habe. Söder sagte, die CDU habe zwar das Vorschlagsrecht. Das heiße aber nicht, dass die CSU das einfach abnicken müsse.

Der CSU-Chef warnte gleichzeitig davor, die Bundestagswahl im Herbst 2021 angesichts der guten Umfrage-Ergebnisse für die Union auf die leichte Schulter zu nehmen.

Das wird so spannend wie nie. Am Ende wird es ein Wimpernschlag-Finale werden.

Markus Söder CSU-Parteichef

Söder versicherte zudem, die CSU werde sich nicht in die Wahl des neuen CDU-Chefs einmischen. Die Partei habe drei großartige Bewerber um den Parteivorsitz. Er wolle und werde mit jedem gut zusammenarbeiten. Kandidaten sind Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Nobert Röttgen. Die Wahl gilt als Vorentscheidung für die Kanzlerkandidatur.

Steuerreform und Steuersenkungen

Markus Söder
Markus Söder während des digitalen CSU-Parteitags Bildrechte: dpa

Zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise fordert Söder eine Steuerreform und Steuersenkungen. Er sagte, die Politik müsse in der aktuellen Lage Anreize setzen für Investitionen und alle Ideen, die das Land voranbringen.

Söder sprach sich zudem dafür aus, die Zulassung von Autos mit Benzin- und Diesel-Motoren zeitlich zu befristen. Gleichzeitig bekräftigte er seine Forderung nach einer staatlichen Förderung, um den Absatz neuer Benzin- und Diesel-Autos in der Corona-Krise anzukurbeln und abgasärmere Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. September 2020 | 16:00 Uhr