Corona-Pandemie "Fieberambulanzen": Sächsische Kassenärzte kritisieren Spahn-Vorstoß

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für gesonderte Ambulanzen ausgesprochen, in die im Herbst und Winter gehen soll, wer etwa Symptome von Atemwegsinfekten hat. Die Reaktionen der Kassenärzte sind unterschiedlich. Die KV Sachsen äußerte Kritik, die Kollegen in Thüringen dagegen sehen sich vorbereitet.

Corona-Test bei einer Frau
Hausärzte oder spezielle Ambulanzen? Die KV Sachsen hält nichts von der Forderung des Bundesgesundheitsministers nach gesonderten Anlaufstellen für Patienten mit typischen Symptomen einer Atemwegswerkrankung. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat mit Kritik auf die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach Corona-Fieberambulanzen reagiert. KVS-Chef Klaus Heckemann sagte MDR AKTUELL, es gebe eine gute flächendeckende Versorgung mit Hausärzten. Patienten sollten dort versorgt werden. Die Praxen hätten spezielle Fiebersprechstunden. Wer möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sei, könnte so von anderen getrennt werden.

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KV-Chef Heckemann: Extremer Mangel an Masken 5 min
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Spahn hatte mit Blick auf den befürchteten Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Herbst sogenannte Fieberambulanzen gefordert. Der "Rheinischen Post" sagte er, für Patienten mit Symptomen einer Atemwegserkrankung solle es zentrale Stellen geben. Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen sie überall anböten.

Thüringen ist vorbereitet

Die Kassenärztliche Vereinigung in Thüringen sieht sich gerüstet. Wie ein Sprecher am Montag sagte, sind bei Bedarf elf Infektsprechstunden und drei weitere Anlaufstellen für Infektpatienten und für Corona-Abstriche verfügbar.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht nach seinem Besuch im Krankenhaus Bethanien zur Presse.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Bildrechte: dpa

Aktuell erfolgten die Infektbehandlungen in der Regel in Arztpraxen, vor allem von Haus- und Kinderärzten, getrennt von anderen Patienten. Zwei Infektsprechstunden außerhalb von Praxen öffneten aber schon jetzt nach Bedarf. Bereits während der ersten Welle der Pandemie hatte die KV Thüringen solche Anlaufstellen, parallel zu den Abstrichstellen für Coronavirus-Tests.

Eine offizielle Anforderung des Bundesgesundheitsministeriums gibt es nach den Angaben der Thüringer KV noch nicht. Die Vereinigungen der Kassenärzte organisieren als Selbstverwaltungsorgane die ambulante ärztlichen Versorgung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2020 | 13:00 Uhr

3 Kommentare

Sachsin vor 4 Wochen

weltweit steigen die Corona-infizierten und hier gibt es immer noch Deppen die Corona Leugnen wie es einst Trump tat bis er eines Besseren belehrt selbst Maske trug.
Gerne trägt den Mundschutz bestimmt niemand aber wenn es nicht anderes geht sehen es die vernünftigen ein. Übrigens hatte Zahnärzte schon lange vor Corona Mundschutz ohne zu Jammern. Bewaffnete Polizei wird dagegen problematisch, wenn so viele rechtsextrem Massenmörder Hitler verehren, dessen Rassenwahn praktizieren und friedliche Demonstranten bedrohen.

Critica vor 4 Wochen

Es geht gar nicht anders - wir müsse Corona behalten. Ob wir wollen oder nicht. Die große Politik bereitet Corona den "roten Teppich", in dem immer mehr "für" Corona getan wird, so wie jetzt der neue Vorstoß von Herrn Spahn. Sein "Flop" ist in Vergessenheit geraten und wird jetzt - wie befürchtet - von anderen genutzt.

Sachsin vor 4 Wochen

wir haben es gut so weitsichtige uneigennützige Verantwortliche zu haben - die Bestellungen sollten aber schon bezahlt werden - bei Düsseldorf warten Millionen bestellter Masken und blockieren Lager