Geburtshilfe Hebammen sollen an Hochschulen ausgebildet werden

Nach Plänen von Gesundheitsminister Jens Spahn sollen Hebammen künftig in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden. Als Grund nannte der CDU-Minister die steigenden Anforderungen an Geburtshilfe.

Die Geburtshilfe soll nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn ein akademischer Beruf werden. Künftig sollten Hebammen und Entbindungspfleger in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Anforderungen an Geburtshilfe steigen ständig.

Jens Spahn Gesundheitsminister (CDU)

"Hebammen helfen beim Start ins Leben", sagte Spahn. Dafür benötigten sie theoretisch und praktisch die bestmögliche Ausbildung. In einem dualen Studiengang erwerben die Studierenden in Vorlesungen und Seminaren sowie mit praktischer Arbeit ihr Fachwissen.

Bereits im Koalitionsvertrag war vereinbart worden, dass der bisherige Ausbildungsberuf in einen Studiengang umgewandelt wird. Zudem sieht eine EU-Richtlinie vor, die Ausbildung für das Berufsfeld bis Januar 2020 zu reformieren. Zugangsvoraussetzung sollen dann zwölf Jahre Schulbildung sein. Zudem sieht die Richtlinie vor, dass die Geburtshelfer mehr wissenschaftliche Inhalte aus den Bereichen Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Allgemeinmedizin und Pharmakologie erlernen müssen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Oktober 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2018, 08:02 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

7 Kommentare

17.10.2018 16:32 Pfingstrose 7

Das wird immer schöner!

17.10.2018 16:07 Wachtmeister Dimpfelmoser 6

Das weit größere und relevantere Problem für die aktiven und zukünftigen Hebammen ist doch das der mittlerweile vollkommen ausufernden Beiträge für die notwendige Haftpflichtversicherung in ihrem Beruf. Damit jedoch werden sie allein im Regen stehen gelassen - ein jämmerliches Armutszeugnis für das Gesundheitswesen. Stattdessen nun dieser Schlag ins Wasser. Alles andere dazu hat 10:12 | Artep ganz richtig formuliert.

17.10.2018 13:10 Anne2018 5

Das Land der überstudierten. Und dann noch fragen, warum keiner mehr Handwerker werden will.

17.10.2018 12:38 Jale 4

Also haben lernende Hebammen am Ende weniger Praxisarbeit, weil sie eine der natürlichsten Sachen der Welt 'studieren' müssen! Wie dämlich ist das denn? Man stelle sich vor, es gibt Frauen auf der Welt, die gebären Kinder sogar ohne Hebamme - ja wie ist das nur möglich, Herr Spahn?
Das ist genauso schlimm, wie Berufsanfänger, die gerade fertig studiert haben und dann arbeiten sollen. Die haben nur linke Hände und keinen Dunst, sind teilweise schlichtweg nicht zu gebrauchen!

17.10.2018 10:12 Artep 3

Hätte man nicht das gesamte berufsausbildungssystem der DDR über den Jordan gehen lassen, gäbe es heute noch Fachschulen. Dort wären nicht nur Hebammen richtig,auch kindergärtner und Ingenieure ohne Abi wurden dort völlig ausreichend trotzdem gut ausgebildet. Heute gibt's ja nur noch auf der einen Seite "Jobs" wofür man eigentlich keine Ausbildung braucht, und auf der anderen die Hochschulkader. Armes Deutschland.

17.10.2018 08:44 Wo ist das Lobbyregister? 2

Ich WUSSTE es... Wieder ein "akademischer Beruf" mehr. Wieder "Stellen schaffen", wieder Leute, die mit irgendeinem Papier herumwedeln. Tatsächlich ändert sich an Bezahlung und vor allem gesellschaftlich verfügbarer Dienstleistung absolut NICHTS - das sehen wir a. a. O.. Des Kaisers neue Kleider, Scheinhandeln und "Statusanhebung" um das kleinbürgerliche Wahlvolk zu bestechen - mehr nicht. Es ist einfach nur noch zum Erbrechen, was in diesem Land abläuft.

17.10.2018 08:42 Lilly 1

"Zudem sieht eine EU-Richtlinie vor, die Ausbildung für das Berufsfeld bis Januar 2020 zu reformieren. Zugangsvoraussetzung sollen dann zwölf Jahre Schulbildung sein. Zudem sieht die Richtlinie vor, dass die Geburtshelfer mehr wissenschaftliche Inhalte aus den Bereichen Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Allgemeinmedizin und Pharmakologie erlernen müssen."

Dämlicher gehts nicht mehr.