Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht beim Deutschlandtag der Jungen Union.
Bundesgesundheitsminister Spahn will Familien ent- und Kinderlose stärker belasten. Bildrechte: dpa

Sozialbeiträge Spahn will Kinderlose stärker zur Kasse bitten

Weil Kinder die Beitragszahler von morgen sind, will Bundesgesundheitsminister Spahn Familien beim Pflegebeitrag entlasten. Finanzieren will er das durch eine stärkere Belastung Kinderloser - und dieses Modell auch auf andere Sozialversicherungen übertragen.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht beim Deutschlandtag der Jungen Union.
Bundesgesundheitsminister Spahn will Familien ent- und Kinderlose stärker belasten. Bildrechte: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut dafür geworben, die Leistungen von Familien bei der Pflegeversicherung stärker zu berücksichtigen. Dabei gehe es vor allem um eine Entlastung von Familien, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Familienbundes der Katholiken in Berlin. Erreichen könne man das etwa durch eine stärkere Belastung von Kinderlosen.

Vorbild auch für Kranken- und Rentenversicherung?

Spahn zufolge muss darüber nachgedacht werden, die Demografiereserve bei der Pflegeversicherung mit einem zusätzlichen Beitrag Kinderloser zu verknüpfen. Wenn dies bei der Pflegeversicherung gelinge, könne man versuchen, ein solches Modell auch auf andere Sozialversicherungen und die Rentenversicherung übertragen.

Anlass für die Diskussion ist eine anhängige Verfassungsbeschwerde über ermäßigte Sozialbeiträge für Familien, die vom Familienbund unterstützt wird. Vom Bundessozialgericht wurde die Beschwerde vor zwei Jahren zurückgewiesen.

Kinderlose zahlen schon jetzt bei der Pflegeversicherung einen Zuschlag von 0,25 Prozentpunkten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Oktober 2019 | 15:39 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 22:14 Uhr

50 Kommentare

Roberto vor 7 Wochen

Ein Glück, dass wir die Zeiten, auf die Sie anspielen, schon lange hinter uns gelassen haben. Hier geht es darum, das System gerechter zu machen. Wenn das möglich ist, dann sollte man es auch tun. Hundertprozentige Gerechtigkeit wird es freilich nie geben. Aber wir sollten sie - quasi als stetigen Verbesserungsprozess - anstreben.

kennemich vor 7 Wochen

Ich kennen oder weiß zumindest von einem Paar, das sie ein Kind adoptiert haben, weil die Frau keine Kinder aus welchen Grund auch immer nicht bekam und das ist gut so.

kennemich vor 7 Wochen

Stimmt manche könnten auch Kinder adoptieren, weil es wirklich Frauen gibt die keine Kinder bekommen können.

Und so einige müßten auch mal eher Kinder also in jüngeren Jahren wollen und nicht erst wenn so einige 40 oder 50 Jahre sind.

Und bei vielen Frauen und Männern gibt es da mittlerweile Schwierigkeiten bei dem Thema.