Impfverordnung Spahn stellt Reihenfolge für Corona-Impfung vor

Jetzt steht fest, wer in Deutschland zuerst gegen das Corona-Virus geimpft werden soll. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Impfverordnung vorgestellt, in der die Reihenfolge der Impfungen festgelegt ist.

Jens Spahn
Mit der Impfung sollen laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zuerst die Schwächsten der Gesellschaft geschützt werden. Bildrechte: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Impfverordnung vorgestellt, in der die Reihenfolge der Impfungen festgelegt wird. Spahn sagte dazu: "Wir werden dabei zuerst denjenigen einen Schutz anbieten, die ihn auch besonders benötigen." Begonnen werde voraussichtlich ab 27. Dezember mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen. Jeder zweite Todesfall an oder mit Corona betreffe über 80-Jährige.

Zunächst nur vier Millionen Impfdosen

Eine Priorisierung ist notwendig, da anfangs nicht genügend Impfdosen bereitstehen werden. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums werden bis Ende Januar deutschlandweit höchstens vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Das ist nicht viel, zumal ja alle Personen zweimal geimpft werden müssen.

Die Schwächsten zu schützen, ist das erste Ziel unserer Impfkampagne.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Spahn bittet Menschen um Geduld

Die Impfungen in den Heimen werden Spahn zufolge ein bis zwei Monate dauern. Erst danach könne das Angebot verbreitert werden. Der Minister bat die Menschen erneut um Geduld. Die Impfberechtigten würden informiert, wann es für sie losgehe - etwa per Schreiben oder über eine Hotline, kündigte der Minister an. Im ersten Quartal stünden nach aktuellem Stand elf bis 13 Millionen Impfdosen für Deutschland zur Verfügung.

Mit der Impfverordnung schafft die Bundesregierung den rechtlichen Rahmen für Massenimpfungen - darunter auch die Reihenfolge der Personengruppen, die zuerst geimpft werden.

Dafür sind drei Stufen festgelegt worden:

Höchste Priorität haben Menschen ab 80 Jahre sowie all jene, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet.

Zur Gruppe mit hoher Priorität zählen alle ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem sehr hohen oder hohem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.

Zur dritten Gruppe mit erhöhter Priorität gehören alle Menschen ab 60, stark Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index über 30, Menschen mit chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Patienten mit Immundefizienz und HIV-Infizierte, sowie Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Erfasst sind außerdem Krebs- und Asthmakranke sowie Menschen mit Autoimmun- oder rheumatischen Erkrankungen.

Zur dritten Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter.

Spahns Verordnung sieht mit den drei Gruppen nur halb so viele vor, wie es der Vorschlag der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorgesehen hatte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Dezember 2020 | 12:00 Uhr