Gesetzentwurf Gesundheitsminister Spahn will Apotheken vor Ort stärken

Der Bundestag berät am Donnerstag in zweiter und dritter Lesung über ein Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken. Damit soll in Zukunft für gesetzlich Versicherte bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln überall der gleiche Preis gelten – egal, ob sie das Medikament bei einer Versandapotheke oder einer Apotheke um die Ecke kaufen. Vorgesehen ist auch, dass Apotheker mehr Geld für Notdienste und neue Dienstleistungen erhalten.

Das Apotheken-A hängt an einer Apotheke.
Fairer Wettbewerb: Vor-Ort-Apotheken sollen gestärkt werden. Bildrechte: dpa

Einen fairen Wettbewerb zwischen Online-Apotheken und Apotheken vor Ort – das will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken erreichen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Mund-Nasenschutz während einer Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
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Die Apotheke vor Ort ist für viele Menschen ein Stück Heimat – und eine wichtige Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten. Sie erbringen eine unverzichtbare Leistung für die Versorgung der Bevölkerung, das hat gerade die derzeitige Situation in der Pandemie eindrucksvoll gezeigt.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Mehr Geld für neue Dienstleistungen und Notdienste

Darum sollen Apotheker und Apothekerinnen in Zukunft mehr Geld für zusätzliche Dienstleistungen erhalten – zum Beispiel für Medikamente bei einer Krebstherapie oder die Arzneimittelversorgung von Pflegebedürftigen zuhause. 150 Millionen Euro sind dafür im Gesetzentwurf vorgesehen.

Außerdem soll für gesetzlich Versicherte künftig der gleiche Preis für verschreibungspflichtige Arzneimittel gelten – unabhängig davon, ob sie die in einer Vor-Ort-Apotheke oder über eine EU-Versandapotheke kaufen. Versandapotheken dürfen zudem gesetzlich Versicherten keine Rabatte mehr auf rezeptpflichtige Arzneimittel gewähren.

Das Gesetz soll noch in diesem Jahr in Kraft treten. Am Donnerstag wird darüber im Bundestag in erster und dritter Lesung diskutiert. Einer Zustimmung vom Bundesrat bedarf es nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 29. Oktober 2020 | 19:30 Uhr