Homo Ehe
Gesundheitsminister Spahn will "Homoheilungen" unter Strafe stellen. Bildrechte: Colourbox.de

LGBTQ Spahn will "Homo-Therapien" verbieten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn strebt ein Verbot umstrittener Therapien zur angeblichen "Heilung" von Homosexualität an. Ein entsprechendes Gesetz werde kommen, sagte Spahn einer Zeitung.

Homo Ehe
Gesundheitsminister Spahn will "Homoheilungen" unter Strafe stellen. Bildrechte: Colourbox.de

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien zur "Heilung" von Homosexualität verbieten. Der CDU-Politiker sagte der Zeitung "taz", Homosexualität sei keine Krankheit und deswegen auch nicht therapiebedürftig.

Zuständig sei demnach aber nicht Spahns Ministerium, sondern das Bundesjustizministerium von Katarina Barley. Spahn kündigte an, mit der Justizministerin zu sprechen. Bis zum Sommer dieses Jahres sollte nach seinen Vorstellungen ein Gesetzesvorschlag auf dem Tisch liegen. Das Gesetz solle "klar genug" sein, damit es Wirkung entfalte.

Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins. Ich sage immer, der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.

Jens Spahn Bundesgesundheitsminister

Geplant sind Änderungen im Berufs- und im Sozialrecht. So sollte das ärztliche Berufsrecht Konsequenzen vorsehen, wenn jemand "Homo-Therapien" anbietet. Im Sozialrecht sollte festgelegt werden, dass es keine Vergütung dafür geben darf.

Offen ist noch, welches Strafmaß im Falle eines Verstoßes drohen sollte. Eine von den Grünen ins Gespräch gebrachte Geldbuße von 500 Euro finde er "nicht übermäßig abschreckend", sagte Spahn.

"Homo-Heiler" auch in Mitteldeutschland aktiv

"Homo-Therapien" werden häufig von Ärzten, Predigern, Psychologen oder Therapeuten mit tief christlichem oder evangelikalem Hintergrund angeboten. Sie betrachten Homosexualität als Störung und versuchen in speziellen Seminaren, Schwule und Lesben umzuerziehen. In Mitteldeutschland sorgte beispielsweise im Jahr 2014 der Verein für Lebensorientierung in Bennungen im Landkreis Mansfeld-Südharz für Kritik. Damals hatte das MDR-Magazin "Fakt" berichtet, dass der Verein ein Seminar mit dem Titel "Schritte auf dem Weg zur Freiheit aus zwanghaften negativen Gefühlsstrukturen" anbot.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Februar 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 09:39 Uhr