Thorsten Schäfer-Gümbel, kommissarischer SPD-Parteivorsitzender, stellt Christine Lambrecht (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Finanzminsterium, als neue Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz vor.
Lambrecht und der kommissarische SPD-Parteichef Schäfer-Gümbel. Bildrechte: dpa

Barley-Nachfolge SPD-Politikerin Lambrecht wird neue Justizministerin

Die künftige Bundesjustizministerin heißt Christine Lambrecht. Die SPD-Staatssekretärin im Finanzministerium soll Katarina Barley ablösen, die als Abgeordnete nach Brüssel wechselt.

Thorsten Schäfer-Gümbel, kommissarischer SPD-Parteivorsitzender, stellt Christine Lambrecht (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Finanzminsterium, als neue Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz vor.
Lambrecht und der kommissarische SPD-Parteichef Schäfer-Gümbel. Bildrechte: dpa

Die SPD-Politikerin Christine Lambrecht wird neue Bundesjustizministerin. Die parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium löst Katarina Barley ab, die als Abgeordnete ins Europaparlament wechselt. Das teilte der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Mittwoch in Berlin mit.

Amtsübernahme im Juli

Demnach soll Lambrecht das Ministerium am 1. Juli übernehmen und bereits kommende Woche im Bundestag vereidigt werden. Schäfer-Gümbel sagte, es gehe jetzt darum, "Blockaden zu lösen, die Ärmel hochzukrempeln und das Ansehen der Regierung auch zu verbessern." Schäfer-Gümbel nannte die SPD-Politikerin eine "ausgewiesene Expertin auf dem Feld der Innen- und Rechtspolitik".

Lambrecht will Rechtsstaat verteidigen

Christine Lambrecht (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen
Lambrecht: "Akzeptieren keine Rechtsextremen in eigener Mitte." Bildrechte: dpa

Lambrecht selbst sieht in der Verteidigung des Rechtsstaates ihre wichtigste Aufgabe. Mit Verweis auf den Mordfall Lübcke sagte sie, die Antwort des Rechtsstaats müsse deutlich sein. Man akzeptiere keine Rechtsextremen in der eigenen Mitte. Sie sehe es aber auch als ihre Aufgabe, dass Bürger gegen Übergriffe des Staates geschützt würden. Beim Verbraucherschutz wolle sie vor allem gegen betrügerische Geschäftsmodelle und "undurchsichtige Vertragsstruktruren vorgehen. Als weitere Aufgabe nannte sie die Reform der Strafprozessordnung.

Seit 20 Jahren im Bundestag

Katarina Barley
Barley wechselt ins EU-Parlament. Bildrechte: dpa

Lambrecht, die am Mittwoch 54 Jahre alt wurde, ist Juristin und sitzt seit mehr als 20 Jahren im Bundestag. Sie war dort unter anderem Mitglied im Rechtsausschuss, Fraktionsvize und parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion. Seit März 2018 ist sie parlamentarische Staatssekretärin bei SPD-Finanzminister Olaf Scholz.

Lambrecht, die dem hessischen SPD-Landesverband angehört, ist in der Bundesregierung auch deshalb bekannt, weil sie bei den Verhandlungen zur Großen Koalition gemeinsam mit Scholz die Arbeitsgruppe Finanzen und Steuern geleitet hatte. Die designierte Justizministerin zählt, wie ihre Vorgängerin Barley, zum linken Flügel der SPD. Politisch aktiv wurde Lambrecht laut eigener Aussage in der Anti-Atomkraft-Bewegung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juni 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2019, 18:58 Uhr

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16 Kommentare

20.06.2019 13:20 Franz Deutsch 16

Juristin folgt Juristin-folgerichtig würde als Verteidigunsminister gelten-General folgt General.
Bei fast zweihundert Anwärtern wäre auch hier ein Wechsel wohl gut für unsere Bundeswehr.
Wunschdenken vieler Soldaten ?

19.06.2019 22:01 Morchelchen 15

Also sehr reif wirkt sie ja. Und da die Sozen diesen Posten besetzen können, muss man irgendwie damit klarkommen, eine ehemalige Besetzerin als Justizministerin zu bekommen. Joschka Fischer war ja dunnemals auch ein Steinewerfer und wurde Außenminister. Darüber weiter nachzudenken, sich gar aufzuregen, lohnt sich nicht. Hier läuft es eh nicht mehr rund...

19.06.2019 22:01 Dieter 14

Was für eine Überraschung! Ich hätte auf Frau Chebli getippt.

19.06.2019 21:25 jochen 13

Die SPD ist zur Splitterpartei mutiert.
Weshalb dann noch eine Justizministerin ?
Steht denen- der SPD das überhaupt zu ?

19.06.2019 21:09 steffen4 12

Hurra ,
Da hat sich die spd -fan-curve aber mächtig ins zeug gelegt.

zitat (überschrift 3. absatz):
Seit 200 Jahren im Bundestag -- der ist gut ....-)))))

[Vielen Dank für den Hinweis. Die zuständigen Kollegen sind informiert. Herzliche Grüße aus der MDR.de Redaktion]

19.06.2019 19:27 Fragender Rentner 11

@Wessi zu 4
Du schreibst: @ 1 Wieso liegt Mannheim in der DDR? @ 2..das Wichtigste ist der Kampf gg. den Rechtsterror.

Genau dehalb hatte ich gefragt ob es in der DDR so eine Bewegung gab und es gibt scheinbar keinen aus dem Osten der für solche Posten in Frage kommt !!!

Warum reduzierst du das nur auf den?

19.06.2019 19:24 Sabrina 10

Ich hätte erst den Artikel lesen sollen. Da steht nämlich:

"Lambrecht selbst sieht in der Verteidigung des Rechtsstaates ihre wichtigste Aufgabe. Mit Verweis auf den Mordfall Lübcke sagte sie, die Antwort des Rechtsstaats müsse deutlich sein. Man akzeptiere keine Rechtsextremen in der eigenen Mitte."

Der Mordfall ist bis jetzt nicht aufgeklärt, aber Sie weiß trotzdem, wer dran schuld ist - die Rechten - genauer: der Politische Wettbewerber.

Na dann - hoffentlich wachen mehr Leute auf, was Sie da für Experten mit dem Kreuz bei der SPD gewählt haben.

19.06.2019 18:52 CDU Wählerin 9

liest frau die kleingeistigen Nörgler hat Regierung alles richtig gemacht ^^

19.06.2019 18:34 mattotaupa 8

@#7: diverse suchmaschinen oder wiki helfen weiter. eine ernst gemeinte suche hätte weniger zeit in anspruch genommen als hier ihre suggestivfrage abzusondern. warum sollte der mdr hier den lebenslauf reinkopieren? @#1: was der artikel mit der ddr zu tun? @#3: " Ist ja alles SPD." ja, und? koalitionsvertrag sieht halt besetzung durch spd vor.

19.06.2019 17:13 Maxmoritz 7

@mdr: Könnten Sie bitte(!) erklären, was diese Dame zu diesem Amt qualifiziert? Oder hat sie nur den Joker gezogen?