SPD-Parteitag Schatzmeister sieht SPD in Finanznöten

Die SPD lebt über ihre Verhältnisse. Schatzmeister Dietmar Nietan warnte auf dem Parteitag, die Partei könne sich den Apparat einer 40-Prozent-Partei nicht mehr leisten. Zuvor waren Teile der Sparmaßnahmen durch die Delegierten und neuen Vorsitzenden abgeschwächt worden.

Dietmar Nietan, SPD-Schatzmeister
SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan warnte die Partei, ihre finanzielle Handlungsfähigkeit sei in Gefahr. Bildrechte: dpa

Der Schatzmeister der SPD hat seine Partei auf dem Parteitag vor Finanznöten gewarnt. Dietmar Nietan sagte, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Partei sei in Gefahr. Wegen der schlechten Wahlergebnisse und den schrumpfenden Mitgliederzahlen habe die Partei immer weniger Geld zur Verfügung. Nietan sagte, die Partei müsse verstehen, dass sie sich nicht mehr den Apparat einer 40-Prozent-Partei leisten könne.

Teile der Sparvorhaben abgelehnt

Zuvor hatten die Delegierten die vorgeschlagene Verkleinerung des Parteitags von 600 auf 450 Delegierte abgelehnt. Der Parteivorstand wird künftig zwar kleiner sein und nur noch 34 anstatt 40 Mitglieder zählen. Allerdings kippten die neuen Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans das Vorhaben, die Zahl der Stellvertreter auf nur drei zu halbieren. Es wurden fünf Stellvertreter gewählt.

Damit hatte das Führungs-Duo eine Kampfabstimmung zwischen Hubertus Heil und Kevin Kühnert verhindern wollen. Das könnte aber teuer werden: Die SPD stellt den Stellvertretern Räume und Personal zur Verfügung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Dezember 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2019, 15:40 Uhr