Bürgermeister-Duo Lange und Ahrens bewerben sich für SPD-Vorsitz

Seit dem Rücktritt von Andrea Nahles sucht die SPD neue Vorsitzende, im Dezember will die Partei darüber entscheiden. Nun haben zwei weitere Mitglieder ihre Kandidatur angekündigt, beide haben einen Bezug zu Ostdeutschland.

Simone Lange und Alexander Ahrens
Hoffen auf die Wahl als SPD-Vorsitzende: Simone Lange und Alexander Ahrens. Bildrechte: dpa/Stadtverwaltung Bautzen/MDR.DE

Simone Lange und Alexander Ahrens wollen künftig die SPD führen. Das kündigten die Oberbürgermeister aus Flensburg und Bautzen in einem gemeinsamen Video an. Darin betonen sie ihren Bezug zur Kommunalpolitik und "ihren direkten Kontakt zu den Menschen". Das wollten sie in die Bundespolitik mit einbringen, so Ahrens.

Lange wies darauf hin, dass die SPD in den vergangenen 15 Jahren viele Mitglieder verloren habe. "Ich möchte gerne diese Menschen um Verzeihung bitten und zurückgewinnen", sagte sie. Ihr Ziel sei es, Politik für alle in diesem Land zu machen "und nicht nur für eine bestimmte Gruppe".

Nach eigenen Angaben wollen beide als erstes "eine Debatte über soziale Sicherheit, über eine menschzentrierte Klimapolitik und über Demokratie führen".

Debatte über soziale Sicherheit geplant

Lange ist seit 2016 Flensburger Oberbürgermeisterin und wurde in Rudolstadt in Thüringen geboren. Überregional bekannt wurde sie im April 2018. Damals trat sie bei der Wahl um den Parteivorsitz gegen Andrea Nahles an und erzielte mit 28 Prozent einen Achtungserfolg. Lange verband ihre Bewerbung damals unter anderem mit scharfer Kritik an der Agenda 2010 von Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder und den Hartz IV-Gesetzen. Später hatte sie zur Ablösung von Nahles aufgerufen.

Nahaufnahme Oberbürgermeister Alexander Ahrens bei Demokratiekonferenz.
Alexander Ahrens ist seit 2015 Oberbürgermeister von Bautzen. Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Alexander Ahrens ist seit 2015 Oberbürgermeister von Bautzen und stammt eigentlich aus West-Berlin. Bei Facebook wurde er mit Bezug auf die Kommunen mit den Worten zitiert: "Umso wichtiger ist es nun, aus diesen Kommunen heraus Verantwortung für unsere Partei zu übernehmen, sie zu erneuern und die drängenden und wichtigen Themen unserer Zeit auf die Tagesordnung zu setzen."

Ahrens sagte: "Was auch kommt, meine Aufgabe als Oberbürgermeister der Stadt Bautzen werde ich weder aufgeben noch vernachlässigen." Die Kraft für Bautzen wolle er auf "neuer Ebene nutzen", so Ahrens.

Bewerbungsphase bis Anfang September

Andrea Nahles war Anfang Juni als SPD-Vorsitzende zurückgetreten. Seit dem 1. Juli und noch bis zum 1. September können sich Interessenten für den SPD-Vorsitz melden.

Öffentlich bekannt sind bisher die Bewerbungen von Europa-Staatsminister Michael Roth und der ehemaligen nordrhein-westfälischen Familienministerin Christina Kampmann sowie der Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer. Es werden aber noch weitere Bewerbungen erwartet. Der Vorsitz soll nach einer  Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember neu besetzt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. August 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2019, 13:31 Uhr

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38 Kommentare

04.08.2019 18:58 Norbert NRW 38

@37 kopieren Sie die immer gleichen Satzblöcke und fügen diese ein oder tippen Sie den Unsinn immer wieder neu ? Nun somit haben Sie ja den besten Beweis das ihre SPD nichts auf die Kette bekommt. Tolerieren der Clankriminalität, Versagen beim Strukturwandel, Zugrunderichtung der Infrastruktur in allen Bereichen, gerade im Pütt, Genehmigung von Garzweiler II, etc.pp. dafür ist RG verantwortlich.

04.08.2019 11:44 Wessi 37

@ 33 SPD bei der EU-Wahl stärkste Partei in Duisbg.,Oberh.,Bottrop,Gelsenk.,Herne,Unna+viel Grün.Informieren Sie sich bevor Sie gegenan quaken!@ 32 Wahlversprechen sind immer 100% sie können meist max. z.50% realisiert werden,in Koalition weniger.Schuld an weniger Reputation ist NIE ein Einzelner od. gar ein paar Funktionäre.Ursache d.Agenda war letztendlich Kohls Erbe!@ 30...nocheinmal: allenfalls Ost-Denke.Der Westen tickt da anders, s.Wahlergebnisse BY,HE.Konservativ bedeutet in d.heutigen Zeit NICHT nationalistisch, sondern tatsächlich "BRD-Werte bewahrend", wie z.B. immer mehr Weg z.d. "Vereinigten Staaten von Europa"+Grenzoffenheit, #Schutz d.Umwelt.Da die AfD noch nicht einmal ein Rentenkonzept hat, ist "sozialdemokratisch" einfach Quatsch.Sozialdemokratisch muß "links" sein, wie bei Frau Lange+Herrn Ahrens.

04.08.2019 11:03 Norbert NRW 36

Die SPD bekommt jetzt das was Sie eigentlich schon seit 15 Jahren verdient hat, und aus einer "Arbeiterpartei" wird eine Splitterpartei. Sie hat ihre eigene Wählerschaft verraten und verkauft.
Man kann sich nur wundern welche Scheuklappen und Borniertheit manche an den Tag legen wenn es um "ihre" Partei geht. Das hat schon was von blindem Gehorsam, währenddessen deren Vortänzer den Laden gerade zerlegen..

04.08.2019 10:49 pkeszler 35

“Viele Wähler nehmen die SPD nicht mehr als eigenständige Partei wahr, sondern als Mehrheitsbeschaffer für Angela Merkel.”
Die Parteispitze der SPD dachte wohl, dass sie in der Großen Koalition zu mehr Eigenständigkeit und zu mehr Veränderungen fähig ist. Das haben ihr abe viele Wähler nicht abgenommen, sondern die SPD immer als zweites Rad in der Koalition gesehen und als Unterstützer der Union. Die SPD kann nur dann als Gegenspieler auftreten, wenn sie einen konsequenten und stärkeren Oppositionskurs fährt.

04.08.2019 10:02 MuellerF 34

Herr Ahrens hat bereits in Bautzen bewiesen, dass er Problemen gern aus dem Weg geht. Das macht ihn für eine Führungsposition ungeeignet!

03.08.2019 23:44 Norbert NRW 33

Die SPD führende Partei im Ruhrpott ? Wo in Marxloh oder Steele ? Deswegen läuft es da auch so rund, da ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedankens. Mich würde wundern wenn Sie noch mehr als 10-12% bekommen würde. NRW ist durch RG und das System Kraft aufs übelste abgewirtschaftet worden.

03.08.2019 22:42 Dorfbewohner 32

"Wessi 25

...Was mir an Ihrem post so gar nicht behagt ist der "leise" Neid an der Absicherung von Abgeordneten...die mögen nicht in Ihrem Sinne gearbeitet haben, aber sie haben gearbeitet.Ich befürchte auch, daß Sie Demokratie ein bißchen als "100%-Erfüllung sehen?!"

Eigentlich eine annehmbare Antwort, Wessi, jedoch mit "leisem Neid an der Absicherung von Abgeordneten" liegen Sie falsch. Mein Gedanke war, dass ich nicht richtig finde das er, der die SPD-Thüringen da hingebracht hat wo sie jetzt prozentual in Wahlen steht, dafür auch noch so fürstlich listenplatzmäßig durch die eigene Partei belohnt werden sollte, auf des Ex-Kanzler Schröders Fell gehört nicht alles, was SPD-Funktionäre damals ablieferten.

Mit einem jedoch kann ich nun gar nichts anfangen, nämlich das ich " Demokratie ein bißchen als 100%-Erfüllung sehe" und bitte um Übersetzung in eine Sprache, die ich auch verstehe.

03.08.2019 21:11 H.E. 31

@ 18 Jochen
Da kann ich Ihnen nur recht geben.
Was mich besonders stört, daß auch noch Politikerinnen wie die Muslima S. Chebli in Berlin, die vor einiger Zeit äußerte, daß die SCHARIA durchaus mit dem Deutschen Grundgesetz kompatibel sei oder die ehemalige Muslima Integrationsministerin Aydan Özoguz sagte, daß außer der Sprache die Deutschen keine Kultur haben und von bereits syrischen 11-jährigen Flüchtlings-Mädchen/-Kinder mit ihren Ehemännern, diese Ehen als anerkannt gelten solle und denen die SPD auch noch die Stange hält.
Zum Glück hat der damalige Justizminister Heiko Maas die Kinderehen nicht durchgehen lassen.

03.08.2019 20:02 aus Dresden 30

@29 Wessi
"sind die Grünen eher Alternative für CDU/CSU, wenn sich die nach rechts wendete."

Für Ex-CDUler (so wie mich oder Gauland, Brandner etc.) gibt es nur eine Alternative!
Für richtige Sozialdemokraten (Reil, Gottschalk etc.) - Sozialdemokraten nicht dem Namen nach, sondern Sozialdemokraten im Herzen und Empfinden - gibt es ebenfalls nur eine Alternative!

03.08.2019 19:08 Wessi 29

@ 27 ...Sie sollten von Bautzen nicht auf Flensburg schließen, denn da geht der SSW vielfach mit der SPD eine Verbindung ein.Ihre Sicht ist seeeehr ostmäßigoder eigentlich sachsenmäßig...und wer weiß...auch in Bautzen könnten die demokratischen Parteien Verbindungen schließen.Vom "Untergang der SPD" ist man im Westen weit entfernt.Zuletzt durch das Ergebnis+die Koalition in Bremen mal wieder bestätigt.Auch in Hamburg+Teilen des Ruhrgebietes ist die SPD führende Partei, sind die Grünen eher Alternative für CDU/CSU, wenn sich die nach rechts wendete.