Mitgliederbefragung SPD-Vorsitz: Scholz/Geywitz und Walter-Borjans/Esken in Stichwahl

Der Wettstreit um den SPD-Vorsitz wird in einer Stichwahl entschieden. Das ist das Ergebnis des Mitgliederentscheids. Die meisten Stimmen der SPD-Basis erlangte das Duo Scholz/Geywitz, dicht gefolgt vom Duo Walter-Borjans/Esken.

Zwei Barhocker stehen bei der SPD-Regionalkonferenz zur Vorstellung der Kandidaten für den Vorsitz der SPD auf der Bühne in der FiLharmonie.
In der Stichwahl um den SPD-Vorsitz werden Scholz und Geywitz sowie Walter-Borjans und Esken antreten. Bildrechte: dpa

Im Rennen um den SPD-Vorsitz wird es zu einer Stichwahl kommen. Die SPD teilte nach der Auszählung der Stimmen aus ihrer Mitgliederbefragung mit, dass keines der angetretenen Duos für die künftige Doppelspitze die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen konnte.

Stichwahl: Zwischen Scholz/Geywitz und Walter-Borjans/Esken

Die meisten Stimmen erhielten Olaf Scholz und Klara Geywitz mit 22,68 Prozent. Olaf Scholz gehört als Bundesfinanzminister zu den bekanntestens Gesichtern in der SPD. Geywitz kommt aus Brandenburg und ist bereits im Parteivorstand der SPD. Beide gelten als Befürworter der Großen Koalition.

Wir sagen, die SPD ist in der Lage, die Probleme des Landes am besten zu lösen, wenn sie gestalten kann.

Klara Geywitz

In der Stichwahl antreten werden Scholz und Geywitz gegen Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, die mit 21,04 Prozent Prozent fast genauso viele Stimmen holten wie ihre Kontrahenten. Sie waren im Wahlkampf vor allem von den Jusos unterstützt worden. Walter-Borjans war früher Finanzminister von Nordrhein-Westfalen. Esken ist Bundestagsabgeordnete. das Duo hatte sich bisher kritisch zu einem Verbleib in der GroKo ausgesprochen. Nach dem Wahlergebnis am Abend hieß es allerdings, man wolle die Hoffung nicht aufgeben und die Chancen der GroKo noch einmal ausloten.

Wir müssen klare Ansagen machen, wie man in diesem Land für Gerechtigkeit sorgen kann.

Norbert Walter-Borjans

Ostdeutsche Kandidatin scheidet aus

Insgesamt waren sechs Duos zur Wahl angetreten. Mit Petra Köpping, der Integrationsministerin aus Sachsen, und Boris Pistorius stand auch ein Duo mit ostdeutschem Bezug zur Wahl. Und so wurde abgestimmt:

  • Petra Köpping und Boris Pistorius: 14,61 Prozent
  • Michael Roth und Christina Kampmann: 16,28 Prozent
  • Nina Scheer und Karl Lauterbach: 14,61 Prozent
  • Ralf Stegner und Gesine Schwan: 9,63 Prozent

Die Wahlbeteiligung unter den 425.630 stimmberechtigten SPD-Mitgliedern lag bei 53,3 Prozent.

Doppelspitze soll SPD künftig führen

Die Stichwahl soll im November stattfinden. Am 30. November wird das Ergebnis bekannt gegeben. Die Neuwahl des SPD-Vorsitzes war nötig geworden, da die Vorsitzende Andrea Nahles nach Druck aus der eigenen Partei das Amt im Juni niederlegte. In der Zwischenzeit übernahmen Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel kommissarisch den Vorsitz. Für den neuen Vorsitz entschied sich die SPD nach Vorbild der Grünen für eine Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Oktober 2019 | 18:30 Uhr

22 Kommentare

peter1 vor 47 Wochen

Leider geht es mit der SPD immer weiter bergab. Egal wer die Stichwahl gewinnt, die Kandidaten sind farblos und werden nichts bewegen. Echt traurig, wenn ich daran denke welch große Persönlichkeiten die SPD einst hatte!!!

wo geht es hin vor 47 Wochen

Jetzt weiss ich auch, warum der Siggi sich nicht mehr zur Verfügung gestellt und der SPD mehr oder minder den Rücken zugekehrt hat: er hat was besseres gefunden - er wird nämlich mit 99 %iger Sicherheit Cheflobbyist für die Autoindustrie. Selbst er scheint erkannt zu haben, dass mit diesem Personal/Partei kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist und hat sich eine andere Erwerbsquelle gesucht. War wohl auch gut vorbereitet als früheres Aufsichtsratsmitglied bei VW. Somit scheint der Erkenntnisprozess bei ihm schon länger gereift zu sein und nun spuckt er den "Klimarettern" aus der eigenen Partei mal so richtig in die Suppe. Fernsehen braucht man bei dieser Partei eigentlich gar nicht mehr - die sind Comedy pur!

Norbert 56 NRW vor 47 Wochen

Tja Wessi das war wohl nix mit der Reinkarnation der SPD in Thüringen, aber nur den roten Kopf nicht hängen lassen...das ist halt ein Ergebnis dieses Rumgehampels um die Spitze.